Media Monday #172

So wünscht sich das der Arbeitgeber Schule: am Freitag krank werden, sich übers Wochenende auskurieren, am Montag wieder vor der Klasse stehen. Aber ich will mich nicht beschweren – immerhin habe ich den Kopf wieder frei für den Media Monday. 🙂

1. Einer der genialsten Kriminalfälle ist, wie Sherlock Holmes in der aktuellen BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman seinen eigenen Tod inszeniert hat. Vielleicht nicht ganz das, was hier eigentlich verlangt wurde, aber sowohl die Folge, in der der Konflikt mit Moriarty bis zu Sherlock Sturz vom Haus führt, als auch die in der darauffolgenden Staffel erfolgte Aufklärung sind einfach ganz und gar großartig!

2. Die Orcs hatten wirklich ein bahnbrechendes Kostüm/Make-up in der Herr der Ringe-Trilogie, denn – zumindest die „Hero-Orcs‟ – sahen einfach verdammt echt aus. Ich habe einmal auf der Ringcon (ich glaube 2003) erlebt, wie zwei aus dem WETA-Team live auf der Bühne einen Freiwilligen in einen Orc verwandelt haben – das war faszinierend!

3. The Ring (das Original) hat die Bezeichnung Horrorfilm wirklich verdient, denn er hat mir wirklich richtig Angst gemacht – sehr verstörende Bilder!

4. Wohingegen Twilight (1+2 jeweils in Sneak Previews gesehen) aus ganz anderen Gründen zum Fürchten war, weil mit fürchterlich langweiligen und – Achtung, Wortspiel! 😉 – blutleeren Vampiren und fürchterlich konservativ in der Botschaft (selbst Vampire warten mit dem Sex bis zur Hochzeitsnacht, ähm ja, klar).

5. Auf The Disappearance of Eleanor Rigby bin ich schon wahnsinnig gespannt, denn ich kann es kaum erwarten, James McAvoy in einer neuen Rolle zu sehen. Außerdem finde ich das (ursprüngliche) Konzept spannend, drei Filme desselben Inhalts zu machen, einmal aus ihrer Sicht (…: Her) und einmal aus seiner (…: Him) und eine gemeinsame Fassung (…: Them). Leider, leider scheint in Deutschland nur die „Them‟-Version ins Kino zu kommen. Ich hoffe aber, dass es wenigstens DVD-Releases aller drei Versionen geben wird!

6. Hawaii Five-0 ist eine dieser typischen Serien, die teilweise mangelnden Tiefgang durch spektakuläre Action ausgleichen. Immerhin ist die Action bei dieser Serie wirklich auf unglaublich hohem Niveau, wie ich es bei Serien sonst kaum erlebe. Bei manchen Stunts spule ich zurück, um mir das nochmal anzusehen. Trotzdem ist mir jetzt besonders in der vierten Serie aufgefallen, dass die „Regulars‟ nur ein sehr begrenztes Emotionsspektrum bieten müssen. Ja, es gibt zwischendurch mal Szenen oder Folgen, in denen es gefühlsmäßig ans Eingemachte geht, aber langsam wünschte ich für Alex O’Loughlin, Scott Caan & Co, dass sie mal völlig aus ihren Rollen ausbrechen könnten.

7. Zuletzt gesehen habe ich den Tatort „Im Schmerz geboren‟ und das war einer dieser ganz seltenen großen Momente im deutschen Fernsehen, weil die Macher sich getraut haben, mal einen ganz anderen Tatort zu drehen. Geboten wurde ein shakespearischer Rachewestern, mit antikem „Chor‟ (also einem, der zum Publikum spricht, das Gesehene kommentiert), zwei fantastischen Gegenspielern (Ulrich Tukur als Ermittler Felix Murot und Ulrich Matthes als Racheengel Richard Harloff) und einem Ende, das jeder antiken und shakespearischen Tragödie gerecht wird. Und dann noch die Musik: hinterlegt wurden Ausschnitte aus insgesamt 23 klassischen Werken, teilweise extra neu vom hr-Sinfonieorchester eingespielt. Zwei davon habe ich mit Namen erkannt: „Mars‟ aus Gustav Holsts „Die Planeten‟ (eines meiner absoluten Lieblingsstücke) und eine Instrumentalversion des „Israelitenchor‟ aus „Nabucco‟ von Verdi (schon selbst gesungen). Unbedingt ansehen, so lange er noch in der Mediathek ist – selbst für Tatort-Hasser ein Erlebnis!

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11 Antworten zu Media Monday #172

  1. bullion schreibt:

    Stimmt, die Sherlock-Fälle hätte man hier wohl alle nennen können.

    An „The Ring“ musste ich bei dieser Frage auch denken, kenne aber nur das (wie ich finde sehr gute) Remake. Werde dann aber wohl doch einen ganz anderen Film nehmen.

    Der Tatort klingt wahrlich spannend, aber noch nicht genug für mich um reinzuschauen — da muss dann erst der Franken-Tatort kommen… 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Dann schau dir wenigstens mal den Anfang an – kostet ja nix! 😉 Ich bin wahrlich kein begeisterter Tatort-Fan, habe mich da den Sehgewohnheiten meines Freundes angepasst, aber dieser Tatort ist wirklich tolles deutsches Fernsehen!

  2. schauwerte schreibt:

    Der Tatort war super!! Diese Bilder! Und Ulrich Matthes! Ein Traum. Endlich einmal keine Durchschnittskost!

  3. oldboyrap schreibt:

    1. Ich muss die dritte Staffel noch sehen und hab deshalb die Auflösung noch nicht, jedoch fand ich den Reichenbachfall bisher am schlechtesten von den Romanvorlagen umgesetzt (es gab nicht mal den Reichenbachfall!)
    4. Freut mich zu hören, dass bei euch auch manchmal scheiße läuft in der Sneak xD

  4. olivesunshine91 schreibt:

    Gnihihih, schon wieder Twilight bei der gleichen Frage 😉 Die Filme sind aber auch gequirlte Obergrütze.

  5. Miss Booleana schreibt:

    Wow – bei deiner Antwort auf 7. bekomme ich tatsächlich Lust den zu schauen! (Was eine Leistung ist, denn ich bin Tatort-Hasserin.) Ansonsten – natürlich – volle Zustimmung bei 1. Ich mochte das Fantreffen sehr, in dem die Fangirls ihre Theorien vorgetragen haben 😉
    Und gut zu wissen, dass The Ring das Original so gruselig ist, den habe ich mir für Oktober vorgenommen. Das Remake und das Buch kenne ich schon, das fehlt noch 😉 Hoffentlich kann ich hinterher schlafen. Oder fernsehen gucken.

    • singendelehrerin schreibt:

      Oh ja, die Theorien der Fans – großartig! Ich liebe es, wie die Sherlock-Macher den Fans diese Zuckerl hinwerfen! Einzig die langen Wartezeiten zwischen den Staffeln sind eine Zumutung… wobei es ja für die Schauspieler super ist, weil sie mehr Projekte machen können, wie z. B. Theater spielen. 🙂

      „The Ring“ ist zwar schon ewig her bei mir, aber ich habe manche Bilder immer noch im Kopf, wenn ich „will“. Ich hatte danach nicht das Bedürfnis, mir das Remake zu geben…

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