Die Freitagsfrage #1: Sagen deutsche Männer „Ich liebe dich“ zum besten Freund?

Eigentlich wollte ich heute früh ins Bett – aber wenn die Muse zuschlägt…

Ich werde von nun an versuchen, an jedem Freitag eine Frage zu veröffentlichen, die mich gerade umtreibt. Das kann auch mal über meine üblichen Themen (Film und Serien, Schule, Singen, Fangirltum) hinausgehen. 😉

Wonach ich allerdings nicht fragen werde:

  • Kochrezepte
  • Backrezepte
  • Fashiontipps
  • Schminktipps
  • Diättipps
  • Apptipps

Für die erste Frage brennen mir eigentlich gleich zwei Themen unter den Nägeln, was ja ganz gut ist, dann weiß ich schon, wonach ich nächste Woche frage! 🙂

Nun also die Freitagsfrage #1:

Sagen deutsche Männer „Ich liebe dich“ (oder „Ich hab dich lieb“) zum besten Freund?

Ich habe gerade die vierte Staffel von Hawaii Five-0 im Schnelldurchlauf angeschaut. Die Serie lebt ja zu einem nicht unerheblichen Teil von der Bromance zwischen Steve McGarrett (Alex O’Loughlin) und Danny Williams (Scott Caan), was Slasher von McDanno zu allen möglichen Formen von Fan-Art und Fan-Fiction inspiriert:

Ich persönlich bin kein ausgesprochener Fan von Slash – ich verstehe aber, was die Fans dazu inspiriert, denn die beiden haben eine unglaubliche Chemie zusammen und ohne diese Bromance wäre für mich ein wesentlicher Grund dafür, warum ich die Serie ansehe, weg.

Seit Folge 19 in Season 4 dürften alle Slasher dieses Paares im siebten Himmel sein: nachdem Steve und Danny den Einsturz eines Hauses überlebt haben, sagen sich beide „I love you“ und umarmen sich dabei (Fans von anderen Slash-Pairings dürfen von sowas nur träumen, gell Dani?! 😉 ). Für diejenigen, die die Serie nicht kennen: nein, die beiden sind nicht schwul.

Das war wirklich ein ganz wunderschöner Moment – aber: gibt’s das unter deutschen Männern? Wer outet sich hier: Wer hat schon mal zum besten Kumpel „Ich hab dich lieb“ gesagt?

Mädchen und Frauen tippen sich vielleicht gegenseitig „HDGDL“ oder „XXX“, aber geht „sowas“ zwischen (heterosexuellen) Männern? Wenn nein: warum nicht? Wie kommt es, dass ein „I love you“ anscheinend leichter zu sagen ist als die deutsche Entsprechung? Fehlt uns da etwas? Oder drücken deutsche Männer (und vielleicht auch Frauen: ICH habe auch noch keiner Freundin von mir „Ich liebe dich“ von Angesicht zu Angesicht gesagt) das einfach anders aus? Zählen Taten eh mehr als Worte?

Würde mich freuen, wenn ihr mich an euren Gedanken zu diesem Thema teilnehmen lasst!

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26 Antworten zu Die Freitagsfrage #1: Sagen deutsche Männer „Ich liebe dich“ zum besten Freund?

  1. xsehu schreibt:

    nur betrunken 😛

  2. Stepnwolf schreibt:

    Kommt immer besonders gut bei der Serie Sons of Anarchy, wo die sich untereinander auch immer I love you sagen, um wenig später in einem Kugelhagel Menschen zu töten. 😉 Männer sagen so was nicht mal im emotionenumschwängerten betrunkenden Zustand. Ich kenne jedenfalls niemanden.

    • singendelehrerin schreibt:

      „Männer sagen so was nicht mal im emotionenumschwängerten betrunkenden Zustand.“ Hier müsste doch aber wieder „deutsche“ Männer stehen, oder glaubst du, dass das prinzipiell eine Erfindung der Filmindustrie ist?

      • Stepnwolf schreibt:

        Joar, war jetzt explizit auf deutsche Männer bezogen. Bei anderen Nationalitäten fehlt mir da der nähere Erfahrungswert. Da die Filmindustrie sich ja immer am Leben orientiert, denke ich schon, dass das im anglikanischen Raum durchaus Fuss gefasst hat. In deutschen Produktionen ist mir das jedenfalls noch nicht wirklich aufgefallen.

  3. Nummer Neun schreibt:

    Nein, auf gar keinen Fall! Da muss schon sehr viel Bier und der glorreiche Sieg der Fußballmanschaft im Spiel sein.

  4. bullion schreibt:

    Auch ich belasse es da eher bei „bro hugs“, mag aber auch daran liegen, dass das englische „I love you man…“ nicht gleichbedeutend mit dem deutschen „Ich liebe dich“ ist — oder siehst du das als Sprachprofi anders? 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Jein. Auf der einen Seite: ja, es gibt im Englischen die Unterscheidung zwischen dem romantisch gemeinten „Ich liebe dich“ und dem auch freundschaftlich gemeinten „Ich hab dich lieb“ nicht unbedingt – „I love you“ kann beides bedeuten, auch wenn es da noch „I’m in love with you“ gibt, wodurch es so Sätze geben kann, wie „I love you (like a brother/sister/…) – but I’m not in love with you“.

      Andererseits glaube ich, dass es eher ein kultureller Unterschied ist. Denn es gibt ja im Deutschen keinen Ersatz dafür. Ein deutscher Mann sagt ja anscheinend auch nicht „Ich mag dich“ oder „HDL“ zum besten Kumpel. Oder?

      • singendelehrerin schreibt:

        Außerdem: auch wenn man den Amerikanern (meines Erachtens ist das schon eher ein amerikanisches Phänomen, als eins aus der gesamten englischsprachigen Welt) vorwerfen könnte, dass sie dieses „I love you“ inflationär verwenden, ist es doch meistens klar, wann es eben genau DIE romantische Bedeutung hat.

  5. oldboyrap schreibt:

    Nein, unter Männern geht das gar nicht. Nicht mal beim Schreiben. Du würdest für deinen besten Freund ALLES tun und ihm immer helfen, aber sowas sagen geht gar nicht, außer man ist schwul.

    • singendelehrerin schreibt:

      Und findest du es dann auch „schwul“, wenn du das in einem Film hörst? Zwischen Hetero-Männern?

      • oldboyrap schreibt:

        Kommt drauf an, aus welchem Land und welcher Kultur. Ich bin selber bisexuell und trotzdem würde ich das nicht zu nem Mann sagen in unserer Kultur.

      • oldboyrap schreibt:

        Aber es steckt auf jeden Fall was dahinter, wenn sich Leute deswegen über Top Gun lustig machen xD

  6. Cat schreibt:

    Was man schnell vergisst ist, dass es im Deutschen eine Variante gibt, die dem Englischen fehlt: Ich hab dich lieb. Ist nicht dasselbe wie I like you. Aber selbst das halte ich unter Männern für problematisch. Leider. Da haben wir Frauen es doch einfacher, müssen nicht immer so cool sein.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja, ich finde es auch etwas schade, dass für (deutsche) Männer auch die „harmlosere“ Variante nicht geht – die klingt natürlich auch viel zu niedlich. Wahrscheinlich gibt es auch deswegen so viele weibliche Fans von solchen „Bromances“ – nicht mal unbedingt, weil die Slasher tatsächlich homoerotische Action sehen wollen (die gibt es natürlich auch), sondern weil man im richtigen Leben so etwas nicht erlebt, dass Hetero-Männer verbal ausdrücken, wie sehr sie ihren besten Freund mögen.

  7. An schreibt:

    Die Idee mit der Freitagsfrage finde ich gut! Zu dieser Frage kann ich als weibliches Wesen nur sagen, dass im Englischen generell viel öfter ‚I love you‘ gesagt wird, weil es da dieses ‚Ich hab dich lieb‘ eben nicht gibt. Gehört habe ich etwas Vergleichbares bei Jungs/Männern noch nie – von Mädchen/Frauen höre ich aber doch immer wieder ein ‚(Oh, danke!) Ich liebe dich“, und wenn es nur wegen einer kleinen Kleinigkeit ist. Gesagt habe ich es allerdings auch noch nie. 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Erstmal: danke! 🙂 Freue mich auch, dass es gleich bei meiner ersten Frage so viel Beteiligung gibt!

      Mir geht es ja ähnlich, dass ich „Ich liebe dich“ generell in meinem Leben noch selten gesagt habe, obwohl ich es für Dinge (und auch Schauspieler) schon recht häufig verwende. Erst gestern (nach der Sneak-Vorstellung von „The Judge“) habe ich gesagt: „Ach, ich LIEBE Robert Downey Jr.!“…

  8. schauwerte schreibt:

    Ich denke, dass I Love You im englischen von der Bedeutung im Vergleich zum deutschen Ich liebe dich etwas abgeschwächt ist. Gerade in Amerika liebt man schnell alles und jeden: Oh I love it, I love this actor, I love her music, I love, love, love. Der Deutsche, vom Typ eher zurückhaltend spart sich das auf für besonders wichtige Dinge. Ich habe auch noch nie zu einer Freundin Ich liebe dich gesagt, käme mir auch nicht in den Sinn, weil das für mich gleichkommt mit einer sehr intimen Partnerschaft. Sehr wohl kam mir schon ein Ich habe dich lieb über die Lippen. Ein kleiner, aber feiner Unterschied! Männer finden das aber wahrscheinlich zu verniedlichend, als dass sie sich so adressieren würden, denke ich.
    Was ich immer wieder feststelle und was mich auch etwas nervt: Kaum verstehen sich zwei Männer (auf der Leinwand) gut, ist es sofort eine „bromance“ (sigh). Und wehe, es geht dann nicht weiter, wehe die „Anspielungen“, „Andeutungen“ einer eventuell doch tiefer gehenden Freundschaft werden nicht verfolgt, dann sind die Macher Feiglinge und „gaybasher“. Nerv!!! Ich kann slash verstehen (Sherlock & John – uuuuh yeah, baby!!!), aber man gibt den Männern ja gar keinen Raum mehr für etwas anderes zwischen Macho-Raubein und Mann mit unentdeckten homosexuellen Tendenzen. 🙂 Ich finde es also merkwürdig, wie Frauen zur Zeit Männer so wahrnehmen wollen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Wie oben schon geschrieben, kenne ich dieses Phänomen, Schauspieler, Lieder, Filme, etc. zu LIEBEN, auch wenn mir interessanterweise die Idee zu meiner „Why I love…“-Reihe ja eben auf Englisch gekommen ist. Trotzdem verwende ich auch das deutsche Wort „liebe“ (siehe Kommentar oben bzgl. Robert Downey Jr.) – nur selten „face-to-face“.

      Oh, mit deiner Meinung zu „Bromance“ stichst du ja in ein Wespennest. Was meine oben im Text erwähnte Freundin Dani so aus der Slash-Welt erzählt, lässt einen manchmal schon die Augen rollen. Da gibt es tatsächlich Fraktionen, die erwarten, dass IHR Paar tatsächlich ein echtes Paar wird (z. B. manche Destiel (= Dean+Castiel)-Fans von „Supernatural“), und regelrechte Hasstiraden gegen andere „Ships“. Andererseits müssen manche Slasher schon mit sehr wenig zufrieden sein, wie z. B. die Sterek (=Stiles+Derek)-Fans aus „Teen Wolf“: in der letzten Staffel gab es so wenige Szenen zwischen den beiden, dass schon alle in Verzückung gerieten, wenn sie sie einmal im selben Raum sein durften… Den wenigsten geht es darum, dass sie sehen wollen, wie sich die beiden küssen (oder gar mehr: dafür gibt es ja schließlich die Fanfiction) – sie wollen einfach nur, dass die Chemie, die zwischen den beiden Charakteren (und auch Schauspielern – Dani hat sie schon live zusammen auf der Bühne erlebt) existiert, weitergeführt wird. Und wenn das von dem Machern so verhindert wird – obwohl diese Chemie ein wesentlicher Anziehungsfaktor der Serie ist -, dann fragt man sich schon, was da eigentlich das Problem ist.

      Warum so viele Frauen auf Slash stehen? Gegenfrage: warum stehen so viele Männer auf Lesben-Pornos? Ist im Prinzip genau das gleiche – nur dass bei den Frauen der Hauptteil dann im Kopf stattfindet – sie brauchen (wollen?) gar keine expliziten Szenen SEHEN – die denken sie sich lieber aus und schreiben sie als Fanfiction nieder.

      Ich bin kein Slasher in diesem Sinne. Für mich persönlich hat „Bromance“ nicht unbedingt etwas mit sexueller Anziehung zu tun – muss den Liebe IMMER mit Sexualität verknüpft werden? Ich finde, Liebe existiert auf vielfältige Weise, zwischen Liebespaaren, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Geschwistern, zwischen Freunden, zu Schutzbefohlenen, zu Idolen, zu Hobbys… Zeuge so einer Liebe zu werden – sei es auf der Leinwand oder im richtigen Leben -, ist für mich immer etwas sehr Erhebendes, Berührendes, etwas, das mich zu Tränen rühren kann. [/kitschmodus off]

      • Daniela schreibt:

        Yeah! Danke vielmals für die ausführliche und wunderbare Erklärung.
        Ach ja, nur wenige extreme slasher behaupten dass nicht-slash-fans „Gay-basher“ sind.
        Bitte nicht von den Radikalen auf Alle schließen, liebe schauwerte.
        Ich persönliche shippe slash und het. Die Chemie muss eben stimmen.
        😉

  9. Libertarian Anonymous schreibt:

    Slash dürfte mit Lesbenpornos jedenfalls gemeinsam haben, dass beide relativ realitätsfern sind, was die „Typen“ bzw. deren Habitus angeht. So sieht in Lesbenpornos ja normalerweise nicht mindestens eine der Darstellerinnen aus wie eine Bauarbeiterin (und verhält sich so), was bei echten Lesben aber normalerweise der Fall ist. 😉 Und bei den üblichen Slash-Paarungen fehlt wohl meist der Heititei-ich-schmeiss-gleich-mit-Wattebällchen-Part… 😉

    (Mir ist schon klar, dass auch das Klischees sind, aber der Witz ist eben, dass sie in der Realität SEHR OFT zutreffen…)

    • singendelehrerin schreibt:

      Sogar eine lesbische Freundin von mir, die dem von dir angesprochenen Klischee GAR nicht entspricht (lange rot-blonde Haare, weibliche Formen, weibliches Auftreten, extrem hübsch) hat zugegeben, dass viele Lesben schon eher burschikos sind und sie da eher schon fast „exotisch“ ist… 😉

  10. jan2272 schreibt:

    Ich finde, es ist durchaus in Ordnung, seinem besten Freund auch einmal „Ich liebe Dich“ zu sagen. Freunde findet man(n) nicht einfach so am Wegesrand und schon gar nicht den besten Freund. Ich und mein Freund, wir sehen in dieser Art von „Treue-Bestätigung“ keinerlei Problem. Wir kennen uns jetzt schon über 30 Jahre und es ist einerseits nett und andererseits angenehm zu wissen, dass es nach so vielen Jahren immer noch so ist.

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