FFF 2014: White Bird in a Blizzard (Gregg Araki, F/USA 2014)

Spoiler enthalten!

Wir befinden uns im Jahr 1989, als die Mutter Eve (Eva Green) von Kat (Shailene Woodley) eines Tages spurlos verschwindet. Ganz im Gegensatz zu dem, was als Plot bei Wikipedia steht, hatte Kat in den letzten Jahren (Wochen? Monaten?) keine besonders gute Beziehung zu ihrer Mutter, da diese immer boshafter und missgünstiger geworden war. Angekündigt wurde Eva Greens Rolle als „Bitch of the Year“, und ja, wie sie mit ihrem Mann (Christopher Meloni, einer dieser Schauspieler, die man schon häufig gesehen hat, aber deren Namen man aber nicht kennt) redet und wenn sie ihre Tochter fragt, ob ihr Freund „a good fuck“ ist – da denkt man sich schon „Whoah, what a bitch!“ Aber andererseits ist sie halt sexuell frustriert (ihr Mann holt sich lieber im Keller einen runter), depressiv, weil sie für Mann und Kind jegliche mögliche Karriere aufgegeben hat, und es wird auch von Seiten des Mannes und der Tochter nicht immer besonders nett mit ihr umgegangen…

Wie auch immer: der Film dreht sich eher um Tochter Kat als um die Aufklärung des Verschwindens ihrer Mutter. Kat ist 17, als ihre Mutter verschwindet und scheint – außer in ihren Träumen, die immer im Schnee (deswegen wohl der „Blizzard“) stattfinden und in denen ihre Mutter sie z. Tl. auch um Hilfe bittet – die Mutter nicht sonderlich zu vermissen. So gehen sie und ihr Vater zwar zur Polizei, aber Kat interessiert sich eher für den überaus männlichen Detective Scieziesciez (Thomas Jane), mit dem sie dann tatsächlich auch eine Affäre beginnt, da ihr Freund Phil (Shiloh Fernandez) seit dem Verschwinden der Mutter nicht mehr mit ihr geschlafen hat. Sie spricht zwar auch mit einer Psychotherapeutin (Angela Bassett), aber sagt selbst (über Voiceover), dass sie eher die Rolle von Kat dort spielt.

Ganz am Schluss kommt dann heraus, was tatsächlich mit Eve passiert ist, inklusive einer Wendung, die überraschend, aber aus meiner Sicht irgendwie nicht glaubwürdig ist. Man erfährt dann auch, warum Phil auf Abstand zu Kat gegangen war…

Irgendwie konnte ich mit dem Film nicht viel anfangen. Er ist ganz schön fotografiert, wieder – ähnlich wie bei Suburban Gothic und auch bei The Voices – mit sehr satten Farben, außer bei den Traumsequenzen, die weiß in weiß gehalten sind (mit Ausnahme der wunderschönen dunkel-glänzenden Haaren von Kat); die schauspielerischen Leistungen sind solide, allerdings finde ich jetzt Eva Greens Spiel nicht SO überraschend, wie es uns durch das Programmheft angekündigt worden war. Ich finde, sie war bisher in allen Rollen, in denen ich sie gesehen habe, hervorragend und auch facettenreich, von daher wäre das jetzt auch keine Rolle, für die sie auf meiner Liste mit den most surprising performances landen würde. Die Auswahl der Songs war passend zum Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre, nur sahen die Leute insgesamt einfach zu gut aus (Frisuren/Klamotten). Wenn ich Fotos von mir aus dieser Zeit sehe, sieht das ganz anders aus…

Es wird nicht so richtig klar, worauf denn nun eigentlich der Fokus dieser Geschichte liegt. Geht es darum rauszufinden, was mit der Mutter passiert ist (das würde zum Ende passen)? Geht es darum, zu sehen, wie die Tochter mit dem Verlust – der ja kein großer zu sein scheint – umgeht (das würde erklären, warum die Träume ins Spiel kommen und es fast nur um ihre Sichtweise geht)? Ist es also ein Krimi/Thriller oder eine Coming-of-age-Story? Klar kann man sowas verknüpfen, aber für mich ist das nicht besonders gut gelungen, und auch die wenigen emotionalen Szenen haben mich absolut kalt gelassen.

5-6 von 10 Punkten.

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2 Antworten zu FFF 2014: White Bird in a Blizzard (Gregg Araki, F/USA 2014)

  1. oldboyrap schreibt:

    Den Film fand ich für Araki-Verhältnisse fast schon lächerlich. Vor allem weil beim FFF bei mir auch noch am Anfang angekündigt wurde, dass am Ende voll die Wendung ist, auch wenn man die Araki-typischen Wendungen schon kennt. Also die Wendung am Ende war fast nicht vorhanden und absolut beschissen, aber sie war tatsächlich nicht Araki-typisch. Bei jedem anderen Araki-Film wäre am Schluss auf einmal rausgekommen, dass die Mutter von Aliens entführt worden wäre, die kurz darauf noch die ganze Erde in die Luft jagen xD

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich kenne die anderen Filme von Araki nicht, von daher fehlt mir der Vergleich. Aber das wäre tatsächlich spannender gewesen, wenn die Mutter von Aliens entführt worden wäre… 😉

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