Media Monday #165

Meine Nichte ist zur Zeit zu Besuch, und da sie inzwischen 16 Jahre alt ist und nicht mehr SO viel eher ins Bett geht als ich, ist es gar nicht so einfach, den Media Monday unterzubringen. Also „musste“ ich das quasi gleich heute Nacht noch erledigen:

 

1. Wenn SchauspielerInnen unter die SchriftstellerInnen (wahlweise alternativ: MusikerInnen) gehen, bekomme ich das nicht immer mit. Einige Beispiele, bei denen ich Ergebnisse eines solchen Schrittes mitbekommen habe: Ethan Hawkes Buch Ash Wednesday (ganz gut); James Marsters (Spike aus Buffy): Live-Konzert seiner früheren Band Ghost of the Robot in Frankfurt erlebt (Musik langweilig, weil immer ähnlich und nicht meine Musikrichtung) und Jahre später Solo-CD von ihm gekauft (direkt aus seinen Händen auf der Fedcon – mit Widmung auf meinen Namen 🙂 ); leider auch nur „ganz netter Blues“); Danny Strong (wiederkehrender „Bösewicht“ bei Buffy) als Drehbuchautor (The Butler: ganz gelungen; bin gespannt auf die Drehbücher von Hunger Games: Mockingjay, Part 1 + 2). Sehr bekannt und professionell macht natürlich Jared Leto schon seit Jahren Musik mit 30 Seconds to Mars, aber deren Musik habe ich nie verfolgt.

2. Biografien lese ich selten. Im Filmbusiness ist die Darstellung einer realen Person in einer Biografie oft ein Garant für einen Oscar. Das ist zwar auch oft berechtigt (z. B. Sean Penn für Harvey Milk oder Daniel Day-Lewis für Abraham Lincoln), aber manchmal finde ich das auch etwas langweilig.

3. Mikrofone (unabsichtlich) im Bild sollte man heutzutage eigentlich nicht mehr sehen müssen, denn die meisten filmen ja inzwischen digital, da kann man solche Fauxpas ja retuschieren. Früher war das ja oft ein Aufreger, wenn plötzlich das Aufnahme-Mikro oben am Bildrand zu sehen war.

4. Dass Benedict Cumberbatch nächstes Jahr als Hamlet in London auf der Bühne stehen wird war für mich die großartigste Überraschung der jüngeren Vergangenheit, weil ich mir nicht hatte träumen lassen, ihn einmal live in einem Shakespeare-Stück zu erleben. Für Überraschungen, was Filme anbelangt, weise ich doch einfach glatt auf meine Blogparade zu den überraschendsten Performances hin – da könnt ihr gleich 10 (nicht ALLE aus der jüngeren Vergangenheit) sehen – und mitmachen! 🙂 

5. An Büchern schreckt mich am ehesten die Länge ab, denn – außerhalb der Ferien – komme ich nicht mehr so viel zum stundenlangen Lesen. Ein Grund dafür auch: das Bloggen! Eigentlich wollte ich jetzt z. B. The Road weiterlesen…

6. Aus Filmen/Büchern/Serien zu zitieren, kann entweder richtig Spaß machen – wenn das Gegenüber etwas damit anfangen kann – oder komplett verpuffen. Ich merke das oft im Kino, wenn nur eine handvoll Zuschauer mit Zitaten aus anderen Filmen etwas anfangen können. Ich lache dann oft laut auf – und bekomme verständnislose Blicke zugeworfen…

7. Zuletzt gesehen habe ich Moulin Rouge mit meiner 16-jährigen Nichte und das war seltsam, weil ich mir bis zum Schluss nicht sicher war, ob er ihr gefallen würde. Ich liebe diesen Film, habe aber manche Szenen heute – insbesondere die chaotischen (z. B. Christians erster Moulin Rouge-Besuch oder die Szene, in dem die Truppe bei Satine dem Duke den Plot von „Spectacular Spectacular‟ vorspielt) – auch versucht mit den Augen eines jungen Mädchens, das so eine Art von Film noch nie gesehen hat, zu sehen und war mir dann plötzlich völlig unsicher, ob das der richtige Film für sie war. Er hat ihr aber tatsächlich gefallen, auch wenn sie jetzt nicht so enthusiastisch war wie ich nach dem ersten Sehen. Aber sie ist da eh etwas anders gestrickt als ich… Ihr fehlt irgendwie das „Fangirl-Gen‟ und das Musik-und Tanz-Gen ist leider bei ihr auch nicht so stark ausgeprägt. 😉 Ich habe für MICH wieder festgestellt, dass eigentlich die beste Szene die „Roxanne‟-Szene ist: Musik, Choreografie, Schnitt… das ist alles so perfekt! Natürlich liebe ich auch das Elephant-Medley – und alle Stellen, bei denen Ewan McGregor singt. Und wie immer, musste ich am Schluss mit ihm weinen…

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22 Antworten zu Media Monday #165

  1. oldboyrap schreibt:

    1. „30 Seconds to Mars“ hab ich früher hart gefeiert, bevor ich ihn so wirklich als Schauspieler kannte, aber mittlerweile verfolg ich die auch nicht mehr.
    3. Ich weiß ja nicht, was für ältere Filme du gesehen hast, aber abgesehen von Ed Woods Filmen hab ich noch nie ein Mikro gesehen xD
    7. Bisher nie gesehen.

  2. diefilmguckerin schreibt:

    Ich glaube, der Jared Leto war zuerst als Musiker am Start. Hab neulich mal wieder geguckt, ob ich mit „30 Seconds to Mars“ was anfangen kann – nein, gefällt mir immernoch nicht. Schade.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja, Jared hat wohl mit seinem Bruder „schon immer“ Musik gemacht. Ich meine aber, der Durchbruch mit 30 Seconds to Mars kam erst nach den ersten Rollen…

  3. mwj schreibt:

    Ich habe zwar „Moulin Rouge“ jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen (u.a. weil ihn meine Freundin nicht mag), aber ich denke, dass mich die ein oder andere Szene immer noch zu Tränen rühren vermag.

  4. bullion schreibt:

    Ah, schön zu lesen, dass der Film deiner Nichte gefallen hat. Ich denke gerade die schnellen, unübersichtlichen Szenen sollten bei der Jugend heute mit der Videoclip-Ästhetik doch gut ankommen? Vielleicht täusche ich mich da aber auch. Am Ende muss ich ürbigens auch jedes Mal weinen. Für mich eines der tragischsten Filmenden. Aber so schön. Einfach zum Heulen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Wenn Männer weinen, muss ich immer mitweinen… Leider habe ich schon lange keinen Mann mehr erlebt, der beim Filmeschauen heult. *schnief*

      • bullion schreibt:

        Ich bin da aber auch sehr empfänglich. Bei „Beginners“ neulich hätte ich nahezu den kompletten Film durchheulen können. Echt schlimm.

    • singendelehrerin schreibt:

      Gar nicht schlimm: schön! 🙂 (Auch wenn das bei dir im Fall von „Beginners“ ja auch persönliche Gründe hat, die weniger schön sind.) Meistens ist das für mich ein gutes Zeichen, wenn ich bei einem Film weinen kann. Dann hat der Film mich berührt, also kann er nicht ganz schlecht sein.

      • bullion schreibt:

        Genau das ist auch immer meine Argumentation. Selbst wenn ein Film aus rein formalen Aspekten nicht perfekt ist, so rechne ich es ihm immer viel höher an, wenn er Emotionen bei mir hervorruft — egal welche, ob Freue, Trauer oder Wut. Da hat der Film bei mir schon fast gewonnen.

  5. phyXius schreibt:

    Nanu, dabei ist doch „The Road“ gar nicht so lang. Und lohnen tut es sich auf jeden Fall 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja klar, „The Road“ ist relativ kurz – es ging mir bei dem Beispiel nur drum, dass ich halt, statt zu lesen, geschrieben habe. 😉 Ich bin bei „The Road“ ungefähr bei der Hälfte und kann mir jetzt schon vorstellen, dass der Film bestimmt nicht ganz einfach zu ertragen ist. Sehr düster das Ganze!

  6. Wortman schreibt:

    Ich finde es überheblich, wenn lebende Stars schon Biographien schreiben… vor allen Dingen unter 60 oder war das unter 25 🙂 🙂

  7. Dominik Höcht schreibt:

    Das mit den Mikrofonen ist lustig. Erinnert mich an Black Dynamite, in dem man extra Mikros reinhängen ließ und bewusst schlecht geschnitten hat. Mein Gott, war der Film dämlich(-gut)! 🙂

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