Blogparade: 10 most surprising performances

Seit meiner letzten (und ersten) selbst gestarteten Blogparade sind ca. zweieinhalb Monate vergangen – aber die Idee für die heutige habe ich sogar schon länger, nämlich seitdem ich vor etwas mehr als einem halben Jahr Brothers mit Jake Gyllenhaal, Tobey Maguire und Natalie Portman gesehen habe. Eigentlich hat mich der Film hauptsächlich wegen Gyllenhaal interessiert, den ich schon seit Donnie Darko immer wieder gerne in Filmen sehe (vom hochgelobten Brokeback Mountain über den weniger hochwertigen Prince of Persia bis hin zu den beiden Filmen von Denis Villeneuve (Prisoners und Enemy)). Dann aber hat mich überraschenderweise die Performance von Tobey Maguire so dermaßen „wegggeblasen“, dass ich mir vorgenommen hatte, dieser Leistung durch einen Artikel Respekt zu zollen oder sogar eine ganze Artikelreihe zu „most surprising performances“ zu starten. Nun, viel interessanter finde ich es jedoch inzwischen, auch eure Meinungen zu diesem Thema einzuholen – und so bitte ich euch wieder um zahlreiche Beteiligung.

Veröffentlicht also auf eurem Blog eine Liste von 10 schauspielerischen Leistungen, die euch vollkommen – positiv – überrascht haben, und zwar entgegen eurer Erwartungen, die ihr mit diesem Schauspieler oder dieser Schauspielerin verknüpft hattet. Gerne gesehen sind natürlich auch kurze Erklärungen dazu und/oder vielleicht Ausschnitte aus den Filmen. Dann verlinkt euren Beitrag zu meinem und lasst mich in einem Kommentar hier wissen, dass ihr mitgemacht habt. Ihr habt bis 1. Oktober Zeit – danach soll es eine Auswertung geben.

Ein paar Einschränkungen gibt es, um es vielleicht etwas einfacher zu machen, sich nur auf zehn zu beschränken:

  • Kinderschauspieler und Debütanten sind ausgeschlossen (die wären mal eine eigene Parade wert).
  • Es sollten keine Rollen gewählt werden, für die sich der Schauspieler oder die Schauspielerin extremen körperlichen Veränderungen unterzogen hat, etwa durch starke Gewichtsreduzierung oder -zunahme (z. B. Christian Bale in The Machinist).
  • Es sollte eine Performance sein, die in dieser Form für euch völlig unerwartet war – von daher sollten es nicht gerade Lieblingsschauspieler von euch sein, von denen ihr schon vorher alles super fandet, es sei denn die Rolle ist so gegen das normale Typecasting besetzt oder anderweitig besonders, dass ihr das nicht von dem Schauspieler oder der Schauspielerin erwartet hattet, OBWOHL ihr ihn/sie sehr schätzt.

Zum Reinschnuppern hier meine Liste (die Reihenfolge stellt keine Wertung dar; die Tatsache, dass fast keine Frauen dabei sind, kann damit zusammenhängen, dass ich meinen Lieblingsschauspielerinnen ohnehin ALLES zutraue und deswegen selten überrascht werde… 😉 ):

1. Tobey Maguire in Brothers (Jim Sheridan, USA 2009)

Es gibt ja viele, die Maguires Schauspielkünste als nicht besonders hoch einschätzen. Ich mag ihn meistens schon ganz gerne, fand aber bis zu diesem Film, dass er häufig eher als „Bubi-Face“ eingesetzt wurde (von Pleasantville bis Spider-Man). Hier spielt er einen totgeglaubten Marine, der nach Wochen der Gefangenschaft durch Terroristen in Afghanistan wieder nach Hause zurückkehrt und enorme Schwierigkeiten hat, sich wieder in das normale Familienleben einzugliedern, nicht zuletzt aufgrund dessen, wozu er in Gefangenschaft gezwungen worden ist. Er spielt diese Gratwanderung zwischen Verletzlichkeit und Wutausbrüchen so glaubwürdig und intensiv, dass der weiche „Bubi“ voll und ganz verschwunden ist. Eine Wahnsinns-Leistung!

Ausschnitt:

2. Matthew McConaughey in Killer Joe (William Friedkin, USA 2011)

Für mich ist McConaugheys Darstellung des brutalen Auftragskillers/Polizisten Joe Cooper der Wendepunkt in seiner Karriere. Nach diesem Film erst folgten weitere echte Charakterrollen, die ihm mehr abverlangten, als nur gut auszusehen und mit texanischem Akzent zu sprechen. Ich behaupte mal, ohne diese Rolle wäre er vielleicht nicht für Dallas Buyers Club gecastet worden, ohne diesen Durchbruch hätte es True Detective nicht in dieser Form gegeben. Wer kann ihn sich heute noch als Romantic Lead vorstellen? He’s gone way beyond that.

Trailer:

3. Christoph Waltz in Inglourious Basterds (Quentin Tarantino, USA/D 2009)

Zu dieser Performance muss man nichts sagen, oder? Mind-blowing! Klar, das Gesicht hatte ich vorher schon mal irgendwann im Fernsehen gesehen, aber ein Österreicher, der SO spielen kann???! Um ihn mit reinnehmen zu dürfen, musste ich meine Einschränkung (keine Rolle, die mit dem Oscar ausgezeichnet wurde) wieder herausnehmen… Und seitdem hat er in etlichen Filmen, z. B. in Carnage (Der Gott des Gemetzels) oder natürlich in Django Unchained, bewiesen, dass er kein „One-Hit-Wonder“ ist.

Ausschnitt:

4. Daniel Brühl in Rush (-Alles für den Sieg; Ron Howard, UK/D 2013)

Noch ein deutschsprachiger Schauspieler – diesmal spielt ein Deutscher einen Österreicher, und zwar niemand geringeren als Niki Lauda. Und das tut er wirklich fantastisch: sein Niki Lauda ist draufgängerisch, unverblümt, witzig, ein bisschen verrückt, ehrgeizig und mutig! Hätte ich ihm so nie zugetraut (ich gebe es zu: ich traue oft deutschen oder deutschsprachigen Schauspielern nicht so viel zu… mag in manchem Fall auch ein Vorurteil sein). Ohnehin wird dieser Film unterschätzt – er war mein Oscarfavorit.

Ausschnitt:

5. Robin Williams in One Hour Photo (Mark Romanek, USA 2002)

Nicht dass Robin Williams nicht schon vor One Hour Photo seine Vielseitigkeit bewiesen hätte, doch dieser Ausflug auf die „böse Seite der Macht“ (nein, so schwarz-weiß ist der Film und seine Rolle nicht, ich weiß) war ganz und gar unerwartet und deswegen unglaublich faszinierend.

Trailer:

6. Benedict Cumberbatch in Frankenstein (National Theatre LIVE, Danny Boyle, London 2011)

Ich kannte Benedict Cumberbatch tatsächlich vor der Sichtung dieses Theaterstücks im Kino noch kaum. Von Sherlock hatte ich zwar schon gehört, aber noch nicht reingeschaut. Von daher war diese außerordentliche Performance sozusagen der „Trigger“, mich mehr mit seinem Schaffen zu beschäftigen. Cumberbatch und Jonny Lee Miller tauschten jeden Abend die Rollen – ich sah zuerst die Variante mit Cumberbatch als Creature und Miller als Frankenstein. Und schon die erste Szene – die „Geburt“ – war so intensiv, so körperlich, dass ich völlig in seinen Bann gezogen wurde. Ab diesem Abend war ich Fan von Benedict Cumberbatch. Das Stück habe ich inzwischen fünfmal gesehen… Ab Oktober gibt es wieder „Encores“ in etlichen deutschen Kinos (http://ntlive.nationaltheatre.org.uk/productions/16546-frankenstein) – unbedingt ansehen!

Trailer:

7. Jean-Claude Van Damme in JCVD (Mabrouk El Mechri, Belgien/Luxembourg/Frankreich 2008)

Jean-Claude Van Damme spielt Jean-Claude Van Damme – was ist daran überraschend? Oh, weil er sich als gescheiterte Existenz zeigt. Das ist wahnsinnig witzig im größten Teil des Films – und dann kommt dieser Monolog am Ende des Films, und du weißt einfach nicht mehr: redet hier wirklich JCVD über sein tatsächliches Leben – oder spielt er sich auch wieder nur sich selbst? Einer der überraschendsten Filme, die ich je beim Fantasy Filmfest gesehen habe.

(Achtung, dieser Ausschnitt wurde von demjenigen, der ihn auf YT gestellt hat, am Anfang und Ende etwas „bearbeitet“ mit seiner eigenen Botschaft. Ich habe kein besseres Video gefunden, das den ganzen Monolog im französischen Original mit UT zeigt. Es gibt auch eine Synchronversion, aber wer mich kennt, weiß, dass ich „sowas‟ vermeide…)

8. Claire Danes in Homeland (Season 1)

Die ganze Serie ist im Prinzip ein Showcase für die Schauspielkünste von Claire Danes und Damien Lewis, aber insbesondere die letzten beiden Folgen der ersten Staffel („The Vest“ und „Marine One“) haben mich umgehauen. Claire stellt diese manische Phase ihrer bipolaren Störung so… ja, manisch dar, dass ich wie gebannt vor dem Bildschirm saß. So hatte ich diese Schauspielerin, die ich aus so „netten Filmen“ wie Romeo and Juliet (na gut, das ist auch bisschen tragisch… ;)) und Stardust (Sternenwanderer) kannte, noch nie erlebt. Hut ab!

Ausschnitt:

9. Chris Evans in Snowpiercer (Joon-ho Bong, Südkorea/Tschechische Rep./USA/F 2013)

Ich kannte Chris Evans eigentlich nur als Superheld: als Johnny Storm (The Fantastic Four) und als Captain America. Andere Rollen haben bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen – und als Captain America fand ich ihn oft etwas zu „glatt“. Welch Überraschung dann seine Darstellung des Curtis in – dem übrigens ganz hervorragenden – Snowpiercer! Rein optisch schon kaum zu erkennen, ist es aber sein Spiel, das den Unterschied macht. Ja, auch hier ist er eine Führungsfigur, einer, der Hoffnung geben soll. Aber insbesondere in den letzten Minuten des Films gibt er eine Performance ab, die den Zuschauer schmerzhaft zum Mitfühlen zwingt. Grandiose Leistung, die weit über das hinausgeht, was er bisher auf der Leinwand gezeigt hat!

Trailer:

10. Alex O’Loughlin in Feed (Brett Leonard, Australien 2005)

Ja, als ich den Film angesehen habe, war ich schon Fan von Alex O’Loughlin (Moonlight, Hawaii Five-0), aber dennoch ist diese Performance von ihm SO unerwartet „ekelhaft gut“, dass er auch in diese Liste gehört. Er spielt hier einen sogenannten „Feeder“, der Frauen bis zum Tode mästet. Der Film ist wirklich schwer zu verdauen – mir war stellenweise richtig übel, weswegen ich auch keinen Clip hier reinstellen werde, sondern auf meinen Artikel auf meiner momentan brach liegenden Schwesterseite hinweise:

http://frellingfangirl.wordpress.com/2013/11/08/alex-oloughlin-in-feed-brett-leonard-australia-2005/

Eigentlich hätte ich gerne noch James McAvoy für Filth (Drecksau) mit reingepackt, aber da der demnächst eh einen kompletten (auch sehr langen *ähem*) Artikel in meiner Rubrik „Why I love…“ bekommt, muss er hier leider draußen bleiben.

So, und jetzt ihr! (Es darf bei euch auch kürzer werden… 😉 )


22 Gedanken zu “Blogparade: 10 most surprising performances

  1. Wow, na das nenne ich aber mal ausführlich. Falls ich dazu komme mitzumachen wird es bei mir deutlich kürzer ausfallen. Dennoch eine nette Idee! 🙂

  2. Wenn du Villeneuve magst, lies dir mal meine Review zu „Incendies“ durch 🙂

    http://oldboyrap.wordpress.com/2014/08/17/die-frau-die-singt-incendies-denis-villeneuve-2010/

    1. „Brothers“ hab ich nicht gesehen, weil es ein Remake ist.
    3. „ein Österreicher, der so spielen kann“… allein um diesen Satz in die Mülltonne zu werfen, könnte ich eine eigene Österreicher-Top 10 machen xDDDDD
    4. „Rush“ hab ich nicht gesehen, was aber am Regisseur liegt. Ron Howard verirrt sich meiner Meinung zu sehr in 08/15-Einstellungen und 08/15-Regie zu 08/15-Filmen, obwohl er wahrscheinlich mehr kann.
    5. „One Hour Photo“ war ganz okay, Williams war ganz witzig in seiner Rolle (der Film ist für mich eher schwarze Komödie, als wie für viele ein Thriller).
    9. „Snowpiercer“ muss ich noch sehen wegen Bong Joon-Ho. Wenn du den Regisseur magst, zu ihm hab ich schonmal ein „Aller guten Dinge“ gemacht.

    http://oldboyrap.wordpress.com/2014/06/06/aller-guten-dinge-bong-joon-ho/

  3. Oh ja, die Robbins, Evans und Brühl-Performances waren wirklich gut. Eine interessante Parade… da werde ich mich wohl auch mal an eine Liste setzen… könnte spannend werden 😉

  4. Hui, das klingt interessant, ich werde das mal ein paar Tage in mir, auf mir und um mich wirken lassen und mich dann dran machen. Danke für die schöne Aufgabe!

    1. Oh! Ich habe schon gar nicht mehr mit weiteren Teilnehmern gerechnet! 🙂 Danke fürs Mitmachen! Ich schaue mir das später genauer an – bin schon gespannt, ob wir aus insgesamt vier Teilnehmern ein aussagekräftiges Fazit ziehen können… 😉

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