Media Monday #163

Ferien. Es regnet. Da kommt der Media Monday gerade recht.

1. Serien oder Filme, die Drogenhandel oder –konsum thematisieren, sehe ich mir erstaunlich häufig an, obwohl ich selbst – von Schokolade (und Filmen, Serien und Bloggen 😉 ) mal abgesehen – völlig drogenfrei lebe. Interessanterweise ist Drogenhandel und/oder -konsum auch eins der wiederkehrenden Themen bei den Serien, die ich zusammen mit meinem Freund ansehe… (Breaking Bad, Weeds, Californication, davor auch schon Six Feet Under und Nip/Tuck) Womit ich allerdings GAR nichts anfangen konnte, war Fear and Loathing in Las Vegas – solche „Trips“ brauche ich einfach nicht…

2. Die heutzutage in Actionfilmen weitverbreiteten schnellen Schnitte bei Kampfszenen empfinde ich als anstrengend, denn da ich gut choreografierte Nahkampfszenen sehr schätze, versuche ich immer, zu erkennen, was die Kämpfenden für „moves“ haben – oft dann leider vergeblich. Da lobe ich mir alte Bruce Lee-Klassiker (und auch Jackie Chan-Filme), bei denen du einfach staunen konntest über die Kampftechnik und die Schnelligkeit.

3. Arztserien interessieren mich nicht mehr so, auch wenn ich einige in meinem Leben gesehen und geliebt habe: Chicago Hope, E.R. (allerdings nicht bis zum Ende), Nip/Tuck, Dr. House, A Gifted Man. Allerdings ging es mir immer weniger um die Fälle, als um das Drumherum, die Beziehungen, auch wenn es immer wieder mal Patienten gab, deren Schicksal mir nah gegangen ist. Three Rivers Medical Center, das ich mir nur wegen Alex O’Loughlin angeschaut habe, hat leider insbesondere auf der Beziehungsebene nicht viel zu bieten gehabt; kein Wunder, dass diese Serie nicht lang gelaufen ist.

4. Ich würde mir ja mal einen Tatort wünschen, der mich wirklich überraschen und emotional berühren kann. Meist ist ja schon bei den mitspielenden Gaststars klar, dass sie bestimmt irgendwie Dreck am Stecken haben – sonst hätte man sie ja nicht engagiert (oder sie hätten sich nicht dafür hergegeben). Und dann gibt es nur ganz vereinzelt mal Ausgaben des Tatort, in denen ich auch auf der emotionalen Ebene angesprochen werde. Am ehesten vielleicht noch beim Wiener Ermittlerduo – die Folge Kein Entkommen war einer der spannendsten Tatorts, die ich bisher gesehen habe, mit einem erschreckenden Ende. Für mich ist ja Polizeiruf im Grunde genommen auch nur ein Tatort unter einem anderen Namen – und da möchte ich nochmal den Münchner Polizeiruf: Der Tod macht Engel aus uns allen erwähnen, der mich mehrfach zu Tränen gerührt hat.

5. ______ schreit schon Kunstfilm, erscheint mir aber nur prätentiös, weil ______ . Frage: was ist denn eigentlich ein „Kunstfilm“? Ich hatte wirklich Schwierigkeiten mit dieser Frage. Der Film, der mir aber am ehesten zum Thema „prätentiös“ einfällt, ist Upstream Color, den ich letztes Jahr beim Fantasy Filmfest gesehen habe. Mir war das alles (Drehbuch, Kamera, Schnitt…) zu gewollt anders, zu gewollt symbolisch, etc. Meine Begleitung von damals wird sich sicher gleich zu Wort melden – er fand den Film nämlich großartig. Für mich war es verschwendete Zeit…

6. James McAvoy, das neueste Objekt meiner Fangirl-Begierde, ist nicht nur attraktiv, sondern überzeugt auch in seinen Rollen, speziell als abgefuckter, mental instabiler, erfolgshungriger, Drogen nehmender, saufender, manipulativer, depressiver, rumf*ckender schottischer Polizist in Filth (Drecksau) und als der junge Charles Xavier in den neuen X-Men-Filmen, insbesondere in Days of Future Past.

7. (Fast) Zuletzt gesehen habe ich Welcome to the Punch (mit James McAvoy und Mark Strong) und das war langweilig, weil dieser britische Actionfilm irgendwie nicht funktioniert. Da mussten mal wieder korrupte Cops herhalten, die eigentlich nur das Beste (mehr Geldmittel für die Polizeiarbeit) wollten, aber denen dann das Ganze entgleist ist, blablabla… McAvoy und Strong leisten solide Arbeit, aber nichts kann das schlechte Drehbuch ausgleichen. Definitiv der schlechteste Film mit James McAvoy, den ich bisher gesehen habe (immerhin schon 16 ;)).

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11 Antworten zu Media Monday #163

  1. oldboyrap schreibt:

    1. Ja, „Fear & Loathing“ kann man dann ganz gut feiern, wenn man schon entsprechende Drogen genommen hat, weil man dann während dem Film immer sagt „Jap! GENAU so ist es!“
    2. Jaaa, kommt voll oft vor, dass ich bei so 08/15-Filmen (die man zB in der Sneak Preview reingepresst bekommt) sagen muss „Ich weiß nicht, ob die Action gut war, ich hab nix erkannt“ 😀
    3. „Nip/Tuck“ ist echt geil. Da hab ich die 1. komplett und die 2. so zur Hälfte geguckt, bevor ich mit Serien gucken aufgehört habe. Könnte ich echt mal weiterschauen.
    7. Ohje, aber kein McAvoy-Film unterbietet „Ein russischer Sommer“ xD

    • singendelehrerin schreibt:

      Ach, ich fand jetzt „The Last Station“ (Ein russischer Sommer) gar nicht soo schlecht. Immerhin waren da – neben McAvoy – lauter großartige Schauspieler dabei, denen man gerne zusieht (Helen Mirren, Christopher Plummer, Paul Giamatti…). Aber ich hätte ihn mir wahrscheinlich nicht angesehen, hätte McAvoy nicht mitgepielt, das gebe ich zu… 😉

      • oldboyrap schreibt:

        Die Schuld liegt bei Last Station nicht bei den Schauspielern, sondern am Drehbuch. Voller unfreiwilliger Komik. Was in dem Film traurig sein soll, hat mich total zum Lachen gebracht.

  2. Schlopsi schreibt:

    2. Jepp, geht mir genauso. Wobei der gute Bruce Lee ja noch „langsam“ gekämpft hat, damit es die älteren Kameras noch gut einfangen konnten.
    6. Ja, „Drecksau“ muss ich mir unbedingt noch ansehen! Der liegt schon hier und ich freue mich auch schon drauf. So nach und nach finde ich McAvoy richtig klasse.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja, bei mir war es bei McAvoy auch nicht „Liebe auf den ersten Blick“, aber z. Zt. ist er der Auserwählte, dessen Wirken ich leicht obsessiv verfolge… 😉 Bin gerade dabei einen Artikel für meine „Why I love…“-Reihe zu schreiben. Da sind Tom Hiddleston und Benedict Cumberbatch auch schon verewigt (guggst du oben im „STOP-Banner). 😉

      • Schlopsi schreibt:

        Schon gesehen und abgecheckt! Sehr schön. Muss nur aufpassen nicht in Spoiler zu rennen, hatte ich bei Cumberbatch beinahe zu spät bemerkt *gg*
        McAvoy ist so einer, der Filme richtig interessant machen kann, obwohl ich sie zuweilen doof finde. Zuletzt bei „Trance“ erst wieder festgestellt, aber er hat auch so eine Präsenz, die in den Bann zu ziehen vermag.

  3. bullion schreibt:

    Mit „Tatort“ kann ich ja so überhaupt nichts anfangen. In den Franken-Tatort, der zurzeit gedreht wird, werde ich schon alleine aufgrund des „Oh, da war ich schon!“-Effekts reinschauen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Für meinen Freund gehört der sonntagabendliche Krimi halt irgendwie zur Tradition, deswegen habe ich angefangen mitzuschauen.
      Auf den Franken-Tatort bin ich auch schon gespannt, auch wenn ich mich immer fremdschämen muss, wenn jemand im Fernsehen fränggisch spricht… Dabei kann ich mit meinem rollenden fränkischen „r“ meine Herkunft selbst nicht verleugnen. Vielleicht spreche ich deswegen so gerne Englisch, da hört man das nicht! 😉

  4. Dominik Höcht schreibt:

    Zur 2: Rein in The Raid 2 oder The Raid auf Blu-ray kaufen. Es geht auch mit aktuellen Filmen ohne viel Gewackel. 🙂 Selten, aber es geht.

  5. Wortman schreibt:

    Der Vegas – Trip war doch schön freakig 😉

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