How to train your dragon 2 (Drachenzähmen leicht gemacht 2; Dean DeBlois, USA 2014)

Der erste How to train your dragon hat nicht nur durch Witz bestochen, sondern auch durch starke Charaktere, eine kluge Botschaft und den Mut, den jugendlichen Protagonisten einer Gliedmaße zu berauben. Diese Mischung aus Humor und Tragik bestimmt auch das Sequel, das fünf Jahre nach dem ersten Teil spielt und zu Beginn zeigt, wie Drachen und Wikinger in Berk inzwischen friedlich zusammenleben – einzig die Schafe müssen darunter „leiden“, weil sie Teil des Drachenrennens sind (wer mehr Schafe sammelt, hat gewonnen). Hiccup (im Deutschen Hicks, wie ich gerade nachgelesen habe) erkundet lieber mit Toothless (Ohnezahn) die Umgebung, um weitere Inseln/Länder zu entdecken und zu kartographieren. Dabei stoßen sie (zusammen mit Astrid) auf die Überreste eines Forts, das durch eine massive Eisformation zerstört worden ist. Neugierig wie sie sind, fliegen sie näher – und Astrids Drache geht Drachenfängern ins Netz. So erfahren sie durch den Anführer Eret (für die GoT-Fans interessant: er wird von Kit „Jon Snow‟ Harington gesprochen!) von Drago, der eine Drachenarmee aufbauen will.

Hiccup will Drago mit friedlichen Mitteln daran hindern, die Drachen aus Berk auch unter seine Macht zu stellen und Berk zu erobern. Auf dem Weg, sein Volk und die Drachen zu schützen, lernt er einen mysteriösen Drachenreiter kennen (wer das ist, soll nicht verraten werden), der sein Leben bereichern wird und ihm klar macht, wer er wirklich ist. Hiccup muss aber im Verlauf des Kampfes (es gelingt also nicht, das Ganze komplett auf friedlichem Wege zu klären) gegen Drago auch einen schweren Verlust beklagen. Trotz dieses tragischen Verlusts endet der Film doch positiv – für Menschen und Drachen.

Der Film überzeugt erneut auf vielen Ebenen: die Animation ist traumhaft, die unterschiedlichen Drachen liebevoll designt (das Wort steht schon im Duden!) – von süß bis hässlich, die (Haupt-)Charaktere eignen sich als Identifikationsfiguren (ein auf Ausgleich und Harmonie bedachter Protagonist, starke weibliche Charaktere), der Plot ist durchdacht und spannend, die Botschaft ist positiv und die Sprecher (u. a. Jay Baruchel, Cate Blanchett und Gerard Butler) überzeugend.

Ein paar wenige Schwachpunkte gab es jedoch für meine Begriffe auch. Der erste hat vielleicht auch mit der 3D-Technik zu tun: mir kam das Bild häufig sehr dunkel vor, und zwar auch bei Szenen, in denen z. B. Hiccup auf Toothless durch die Wolken geflogen ist. Außerdem gab es einfach auch Szenen an dunklen Orten, die ich irgendwie als etwas zu dunkel empfunden habe. Zweitens kommen in diesem Film Drachen vor, die einfach absolut überdimensional groß und massig sind (ich hoffe, so formuliert ist das noch kein Spoiler), was mir irgendwie zu viel des Guten war. Und zuletzt hat mich die Filmmusik von John Powell nicht immer ganz überzeugt. Es gab recht viel Chorgesang – was ich ja prinzipiell schon gerne mag, da ich ja selbst schon Filmmusik gesungen habe – , der aber meines Erachtens manchmal nicht so richtig gepasst hat.

Ein Film, den man Familien problemlos empfehlen kann, der aber auch Erwachsenen (ohne Kindern) Spaß macht – und dabei auch noch berührend ist.

7,5 von 10 Punkten.

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2 Antworten zu How to train your dragon 2 (Drachenzähmen leicht gemacht 2; Dean DeBlois, USA 2014)

  1. mwj schreibt:

    Ich hab den Film auch schon gesehen, war aber recht enttäuscht, weil das Ganze insgesamt zu überladen ist, weil das Drehbuch zu viel will. Aber immerhin mal eine Fortsetzung, die inhaltlich was zu bieten hat.
    http://www.kino.vieraugen.com/kino/drachenzaehmen-leicht-gemacht-2/

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja gut, fünf Punkte sind jetzt schon wenig, aber ich verstehe schon ein bisschen, was du meinst. Für mich war auch eher so das Gefühl beim Rausgehen: „Der erste Film war aber schon besser!“ Etwas überrascht war ich dann, dass der aktuelle Film sowohl bei IMdB als auch bei Metacritic leicht bessere Bewertungen bekommen hat als sein Vorgänger. Da hab ich mich schon fast nicht getraut „nur“ 7,5 Punkte zu geben. Irgendwie konnte ich es nicht so richtig an etwas festmachen (abgesehen von den drei Kritikpunkten, die ich erwähnt habe), warum ich zwar nicht direkt enttäuscht war, wie du, aber auch nicht euphorisch. Deswegen war ich mir mit der Bepunktung irgendwie unschlüssig.

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