Media Monday #161

Fast schon Ferien! Da ich in diesem Schuljahr mal nicht mit den 11. Klassen auf Studienfahrt bin, hatte ich am Freitag schon meinen letzten Unterrichtstag und geh morgen nur noch zum Kollegen-Sommerfest in die Schule. Also konnte ich in aller Ruhe die Fragen des heutigen Media Monday beantworten. 🙂

1. Das Stilmittel, Splitscreens einzusetzen, hat mir u. a. bei 24 und Kill Bill ganz gut gefallen, bleibt mir aber meist nicht in besonderer Weise in Erinnerung, weswegen ich auch erstmal googeln musste, um Beispiele zu finden, bei denen ich mich daran erinnern kann.

2. Selten gab es eine unsympathischere Hauptfigur als Bella aus Twilight (ich musste die ersten beiden Teile in der Sneak Preview über mich ergehen lassen), denn ich mag einfach keine Frauenfiguren, die immer nur gerettet werden müssen, die ewig leiden und ihr Leben von der „großen Liebe“ abhängig machen, statt ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

3. Mit einer Besetzung von James McAvoy / Benedict Cumberbatch / Tom Hiddleston hat man mich im Grunde schon am Haken, weil ich diesen drei Briten einfach unheimlich gern beim Schauspielern zusehe. James McAvoy ist eine relativ neue Liebe; dafür habe ich in letzter Zeit wie am Fließband Filme mit ihm nachgeholt. Dazu mehr demnächst in meiner englischsprachigen Rubrik „Why I love…“.

4. Es wird allerhöchste Zeit, dass der Hype um 50 Shades of Grey ein Ende findet, denn ich würde einen Henry Miller jederzeit dieser im Grunde nur etwas längeren Fan-Fiction-Story – basierend auch noch auf den Charakteren Bella und Edward (siehe 2.) of all things! – vorziehen. Außerdem finde ich es ärgerlich, dass für die deutsche Ausgabe das „50“ weggelassen worden ist und so mit dem Buch Shades of Grey von Jasper Fforde verwechselt werden kann.

5. Bester Nebeneffekt, mich mit meinen Seh- und/oder Lese-Gewohnheiten auf meinem Blog auseinanderzusetzen, ist, dass ich meine Ausdrucksweise im Deutschen wieder etwas verfeinern kann. Da ich Filme und Serien nahezu ausschließlich in Originalsprache (und das ist meistens Englisch) sehe und fast nur englischsprachige Autoren lese, muss ich manchmal richtig nachdenken, um abwechslungsreiches Deutsch zu verwenden. Nicht immer gelingt mir das, denn z. B. ist mir unter 1. kein anderes deutsches Wort für „Erinnerung/erinnern“ eingefallen, wohingegen mir auf Englisch auf Anhieb zwei in den Sinn kommen („remember“ und „recall“).

6. Wenn ich sehe, was alles so fürs deutsche Fernsehen produziert wird, kann ich mich nur kopfschüttelnd abwenden, weil – mal ganz abgesehen von Formaten, die mir ohnehin nicht zusagen, wie Reality- und Castingshows, z. B. – das meiste von der inhaltlichen und „handwerklichen‟ Qualität nicht annähernd mit dem mithalten kann, was Amerikaner oder Briten von ihren Fernsehsendern (Free-TV und Pay-TV) geboten bekommen.

7. Zuletzt gesehen habe ich X-Men: The Last Stand und das war eine weitere Bestätigung dafür, dass mein vager Eindruck, dass die neuen Filme (X-Men: First Class und, insbesondere, X-Men: Days of Future Past) besser als die alte Trilogie sind, nicht nur dem zeitlichen Abstand zur letzten Sichtung der Trilogie geschuldet ist, weil meines Erachtens die inneren Konflikte der X-Men in den neuen Filmen viel besser dargestellt sind. Gerade The Last Stand hätte da eigentlich mit Jean Grey so viel Potential, das aber vorwiegend in bombastischen SFX-Spektakeln verpulvert wird. Fast erschreckend finde ich, dass ich James McAvoy fast besser als Patrick Stewart finde, weil er irgendwie „more intense“ (das deutsche Wort „intensiv“ hat für mich nicht ganz dieselbe Bedeutung) spielt. Man kann Xaviers Gefühlswelt viel stärker in McAvoys Gesicht ablesen als in Stewarts. Natürlich liegt das auch an der Entwicklung des Charakters, der „alte“ Professor X soll ja auch eine gewisse Weisheit und Gelassenheit ausstrahlen. Spannender zu beobachten finde ich aber den noch nicht so gereiften Xavier.

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25 Antworten zu Media Monday #161

  1. Libertarian Anonymous schreibt:

    Es gibt jetzt auch einen schon einen Trailer zu „50 Shades of Grey“… ich vermute mal, es wird auch im Sneak Preview kommen. LOL. 😉

  2. Wortman schreibt:

    Wer will denn 50 Shades gucken? So viele wie diese überflüssigen Feuchtgebiete?

  3. Jolie schreibt:

    Zu Nummer 2: Ja, solche „Charakterzüge“ bei weiblichen Figuren hasse ich auch total. Am Schlimmsten ist aber wenn sowas dann auch noch zum Massenhype wird (siehe Twilight, Fifty Shades of Grey etc.).

    Zu 4: Ich fürchte leider der Hype hat, dank der Verfilmung, gerade erst angefangen… 😦

    Zu 6: Ja, das deutsche Fernsehprogramm ist eine Katastrophe! Mal abgesehen von dem ganzen Casting- und Scripted Reality-Kram sind alle deutschen Serien billige Abklatsche von entweder amerikanischen oder britischen Produktionen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich finde es dann immer recht bedenklich, welche Vorbilder dann die Mädchen haben, für die eine Bella ihre Heldin ist! Dann lieber Hermione aus „Harry Potter“ oder Katniss aus „Hunger Games“!

      Wegen 4.: Ich hoffe, der Film ist so schlecht, dass sich der Hype dann schleunigst legt…

      • Jolie schreibt:

        Oder Ginny Weasley. 🙂 Ich finde es echt traurig und irgendwie auch schmerzhaft, dass tolle Bücher wie „Harry Potter“, „The Hunger Games“ (mit positiven, starken weiblichen Charaktern) fast schon „überhypet“ werden vom Gegeteil (Twilight, Fifty Shades of Grey, u.ä. Auswüchse). 😦

        • singendelehrerin schreibt:

          Immerhin – und das sollte man nicht vergessen – gibt es ja beides! Und meine Nichte z. B., die sehr viel liest, hat sich nie für „Twilight“ interessiert, dafür aber früher „Harry Potter“ verschlungen und gerade hat sie den 3. „Hunger Games“-Band auf Englisch gelesen, in Vorbereitung auf den 3. Film. Sie ist 16.

  4. An schreibt:

    Bei 2, 3, 4, 6 und 7 kann ich dir nur vollkommen zustimmen – Punkt 1 weiß ich nicht, ich kenne leider weder 24 noch Kill Bill. Und bei 5 – das Problem habe ich nicht, aber das es die Sprache verbessert, ist auf jeden Fall sehr positiv. 🙂

  5. hemator schreibt:

    Wusste ich’s doch, dass Bella bei Frage 2 die sich geradezu aufdrängende Antwort ist. Diese Ehre hat sie sich auch redlich verdient.

  6. oldboyrap schreibt:

    3. Mittlerweile würdige ich tatsächlich alle 3 als gute Schauspieler, wobei der erste und der dritte zu 90% in Crap-Filmen spielen, wo sie ihr Können null entfalten können – aber wenn sie es mal können, dann richtig.

    4. Es gibt einen Hype darum? Okay… hätte ich nach dem grauenvollen Buch und dem miesen Film-Trailer nicht erwartet.

    5. Das Problem hatte ich früher. Hat sich aber gelegt, weil ich 1. mit Rappen auf Deutsch angefangen hab und mein Vokabular massiv erweitert hab und 2. einfach nicht mehr viele Sachen anschaue, bei denen die Originalsprache Englisch ist.

    6. Nein, Mann, amerikanisches Fernsehen ist noch beschissener als das deutsche, also im Sinne von „noch dümmere Reality-Shows“ etc. – das japanische Fernsehen ist das absolut geilste 😀

    7. Boah, „X-Men: The Last Stand“ ist so ein Müllfilm.

    • Libertarian Anonymous schreibt:

      Ja, das japanische Fernsehen ist total anspruchsvoll:

      😉

      • oldboyrap schreibt:

        Ich rede nicht von „anspruchsvoll“, ich rede darüber, dass ich über japanische Spielshows zB richtig hart lachen kann, während ich das bei europäischen oder US-Shows nicht kann. Viele japanische Comedians, die später richtig gute Filme gemacht haben, haben ihren Ursprung in diesen Game-Shows zB Takeshi Kitano (und ich rede nicht nur von „Takeshi’s Castle“). Davon abgesehen laufen im japanischen Fernsehen die ganzen Anime-Serien und J-Dramas 😛

    • singendelehrerin schreibt:

      Ach, ist ja interessant, dass du deine Meinung zu Tom Hiddleston geändert hast – wie kam’s? 😉

  7. bullion schreibt:

    Ha! Die 50 Graustufen (wäre doch eigentlich ein schmissiger deutscher Titel, lieber Verleih!) habe ich auch gewählt. Allerdings mit verknappter Begründung. Ansonsten interessante Beobachtungen zu „X-Men“. Ich habe von den neuen ja erst „First Class“ gesehen, den ich auch gut fand. Allerdigs mag ich die ersten beiden mindestens ebenso gerne, die ja den gleichen Regisseur hatte wie der allerneueste. Verwirrend genug? 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Du musst dir echt „Days of Future Past“ anschaun! Ich mag schon „X-Men“ und „X2“ auch, aber der neueste Film hat mich einfach umgehauen.

      Ist ja mal wieder eine „schöne“ Übereinstimmung mit den 50 Grautönen… 😉

  8. mwj schreibt:

    Zu 1. hast du die „Coupling“-Folge „Split“ noch nicht gesehen?

    Zu 7. Da ist jetzt nicht dein Erst, McAvoy besser als Patrick Stewart????

    • singendelehrerin schreibt:

      Zu 1.: Oh, stimmt, doch, die habe ich schon gesehen – das war auch sehr gut eingesetzt! Bin ja leider schon komplett durch.

      Zu 7.: Oh, du musst ja SEHR entsetzt gewesen sein: „Da“ statt „Das, „Erst“ statt „Ernst“… 😉 Keine Sorge, um Patrick Stewarts heutiges Level zu erreichen, muss James McAvoy sicher noch ein paar Jahre arbeiten. ABER: ich finde den jungen, noch nicht so ausgeglichenen Charles Xavier einfach interessanter als den alten Professor X. UND ich glaube schon, dass McAvoy sehr, sehr, sehr viel Potential hat und sich nicht vor Stewart verstecken muss..

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