Media Monday #156

Hurra – meine (Fach-)Abituraufgaben sind abgegeben und die Noten eingetragen! Die Zweitkorrektur habe ich auch geschafft, und so kann ich mich ganz entspannt dem Media Monday von Wulfs Medienjournal widmen.

1. Der DEN EINEN perfekten Film für einen Mädelsabend gibt es für mich nicht, weil ich ganz unterschiedliche Freundinnen mit ganz unterschiedlichen Geschmäckern habe. Eine schaut z. B. mit „ihren Mädels“ am liebsten Action-Trash, wie Clash of the Titans, außerdem habe ich mit ihr schon viel Spaß mit Quentin Tarantino gehabtmit einer anderen Freundin wäre Crazy, Stupid, Love der ideale Film zum gemeinsamen Sabbern… Aber mit ihr habe ich auch schon Lawrence of Arabia angeschaut. Und meine Nicht suchte sich bei ihrem letzten Besuch Argo, Slumdog Millionaire und X-Men: First Class aus, drei völlig verschiedene Filme!

2. Keinohrhasen soll ja ein toller Film sein (zumindest laut Zuschauerzahlen in Deutschland), aber allein, dass Til Schweiger mitspielt, hält mich schon davon ab, ihn eines Blickes zu würdigen, weil ich ihn und seine Stimme nur ganz schwer ertragen kann.

3. Die WM ist im vollen Gange. Steht der Film- oder allgemeine Medienkonsum nun hinten an oder flieht ihr ganz bewusst in fremde Welten, um dem Fussball-Trubel zu entgehen?

Ja, das ist so eine Sache, bei der ich aus mir auch nicht ganz schlau werde: Vereinsfußball interessiert mich absolut nicht, aber alle zwei Jahre – zur EM und WM – sitze ich auf einmal vor dem Fernseher und schaue mir nicht nur die deutschen Spiele an, sondern auch die von Italien, Frankreich, USA, Portugal, Ghana, Brasilien, England… Und nicht nur das: Ich schaue mir danach manchmal auch noch die Analysen an und lese Kommentare im Internet (so z. B. im The Guardian nach dem letzten England-Spiel und im Spiegel nach dem letzten Deutschland-Spiel – SEHR hoher Unterhaltungswert, wenn man selbst nicht so leidenschaftlich-verbissen ist!). Also: Ja, schon ein bisschen weniger Film- und Serienkonsum.

4. Wenn schon historische Geschichte, dann aber bitte am liebsten aus der Epoche ? . Da habe ich wirklich keine Vorlieben. Gut erzählt muss die Geschichte sein, neue Aspekte beleuchten, interessante Charaktere (fiktiv oder real) begleiten, und wenn sie den Anspruch hat, historisch belegt zu sein: authentisch. 

5. Found-Footage-Filme nebst obligatorischem Kameragewackel können mir weitgehend gestohlen bleiben. In Erinnerung bliebt mir nur Blair Witch Project, der für mich hauptsächlich wegen des Endes gruselig war. Das ganze Kameragewackel inkl. Pseudoauthentizität nervt mich auf Dauer.

6. Manches, was meine Schüler so in ihren Englisch-Aufsätzen an Argumenten fabrizieren, ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass ich mich manchmal frage, ob sie und ich wirklich in so völlig verschiedenen Welten leben. Jüngstes Beispiel: Zum Thema „Playing games is just as important to adults as it is for children. Do you agree?“ (zugegebenermaßen ein schwaches Thema, das  das KuMi da gestellt hat) schreibt ein Schüler gleich in der Einleitung (sinngemäß ins Deutsche übertragen): „Früher gab es so Spiele wie Memory oder Monopoly, aber heute spielen alle nur noch Computerspiele.“ Folglich argumentiert er seinen ganzen Aufsatz lang nur über Computerspiele… Da kommen dann so Argumente wie „Eltern sollen nicht spielen, sondern sich lieber um ihre Kinder kümmern.“ Gemeinsames Spielen von Eltern und Kindern wird nicht einmal erwähnt… Gibt’s das echt nicht mehr?

7. Zuletzt gelesen gehört habe ich Storm Front (das erste Buch in der Reihe der Dresden Files von Jim Butcher) und das war so unterhaltsam, dass ich mir weitere Bücher aus der Reihe downloaden werde, weil James Marsters (Spike aus Buffy; allerdings mit seinem „echten“ amerikanischen Akzent, so klingt er doch recht anders als Spike) alle Audiobooks liest, und das sehr gut. Die Bücher sind in erster Person geschrieben, und entsprechend gut kann man sich den Protagonisten Harry Dresden („professional wizard“) auch vorstellen, so wie ihn Marsters darstellt. 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Media Monday abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Media Monday #156

  1. hemator schreibt:

    Ich finde ja, „Clash of the Titans“ ist vor allem wegen des Overacting-Duells von Liam Neeson und Ralph Fiennes (der hier ja praktisch eine bärtige, haarige und mit Nase ausgestattete Version von Lord Voldemort spielt) amüsant. Darauf hätten sie sich konzentrieren und den Rest streichen sollen :mrgreen:

  2. bullion schreibt:

    Ich gebe ja offen zu, dass ich „Keinohrhasen“ damals bei der Sichtung im Kino (als noch niemand von dem Film geredet hat) wirklich toll fand. Sehr erfrischend und einem Look, der hochwertiger war, als sonstige deutsche RomComs. Dafür fand ich die Fortsetzung ganz doof.

    • singendelehrerin schreibt:

      Und ich gestehe, dass ich Schweiger damals in „Der bewegte Mann“ und „Knockin‘ on Heaven’s Door“ richtig gut UND verdammt attraktiv fand. Geschmäcker verändern sich… 😉

  3. Miss Booleana schreibt:

    Keinohrhasen kann man meiner Meinung nach vergessen und wenn du mich fragst, hast du also nichts verpasst 😉 Und ja, bei uns gibt es noch gemeinschaftliches Spielen in der Familie. Früher öfter als jetzt, aber ja: das gibts 🙂 Blair Witch Project ist ja eigentlich eine sehr dünne Story. Aber die haben enorm davon profitiert, dass sie den Found-Footage-Hype angestoßen haben.

    • singendelehrerin schreibt:

      Dann bin ja beruhigt, dass doch noch gespielt wird… 😉 Naja, der Fairness halber sollte ich noch erwähnen, dass es auch Schülerinnen gab, die leidenschaftlich fürs Spielen (und zwar NICHT Computer spielen) argumentiert haben. 🙂

  4. fuenfschoenedinge schreibt:

    Ja, der Til, den braucht’s jetzt wirklich nicht. Ich hätte fast „Inglorious Basterds“ nicht geguckt, weil der da ja auch mitspielt. Zum Glück war der Waltz so gut, dass ich den Schweiger, der ja leider seinem Namen keine Ehre macht, und auch meine andere Hassgestalt Pitt das Brett gerade noch verschmerzen konnte.

  5. oldboyrap schreibt:

    1. Original oder Remake bei „Clash of the Titans“?
    2. Wenn Zahlen einen guten Film machen würden… dann Peng. 😀

    • singendelehrerin schreibt:

      Remake. Ich selbst hab den jedoch gar nicht gesehen, auch wenn die Besetzung ja spannend klingt. Aber ich seh grad: das Original ist mit Laurence Olivier und Maggie Smith – das klingt nich besser!

      • oldboyrap schreibt:

        Ich hab beide gesehen, sind aber beide gleich trashig xD

        • singendelehrerin schreibt:

          Erstmal: ich meinte natürlich „das klingt NOCH besser“…
          Dann sind die Filme vielleicht doch ABSICHTLICH trashig?!

          • oldboyrap schreibt:

            Nein, das Original ist mit Harryhausen-Effekten, die zur damaligen Zeit echt was waren, wirken natürlich nur heute trashig.
            Das Remake ist einfach schlecht und deshalb trashig 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s