Media Monday #154

So stellt man sich den perfekten Kurztrip zum zweitägigen Fest von Freunden vor: man wird im Laufe des ersten Tages (immerhin erst am Abend) von einer fetten Grippe so erwischt, dass man den zweiten Tag komplett im Hotelbett verbringt, Husten, Fieber, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen inklusive. Ein Zeichen, dass es mir wirklich nicht gut ging: ich hatte nicht mal Lust, mir ein paar Serienfolgen auf dem mitgebrachten Netbook anzusehen… (!)

Nun geht’s mir heute – wieder daheim – deutlich besser und ich schaffe es, wenn ich nicht zu lange rumüberlege, gerade noch, beim aktuellen Media Monday mitzumachen:

1. Filme werden für das Kino gemacht – sagt man ja so schön. Doch dann gibt es da ja auch noch Fernsehfilme. Die zeichnen sich für mich zuvorderst dadurch aus, dass es ganz krasse Unterschiede zwischen deutschen und britischen, u. U. auch amerikanischen Fernsehfilmen gibt. Die BBC macht meines Erachtens zum Teil richtig gute Fernsehfilme, wozu ich jetzt einfach auch mal so Miniserien, wie Parade’s End, North and South oder Jane Eyre (2006). Und dann gibt es solche Perlen aus den USA, wie Behind the Candelabra (Liberace)gegen den mancher Kinofilm ganz schön alt und konservativ aussieht. Es mag auch gute deutsche Fernsehfilme geben, aber meistens gehen die an mir vorbei…

2. Als Literatur kann man ja vieles bezeichnen. Für mich kommen zwar mit dem Begriff am ehesten Assoziationen mit „Dinge, die in Büchern veröffentlicht werden“ auf, wenn jedoch auch solche Werke wie „Fifty Shades of Grey“ (und ich meine hier nicht das Buch von Jasper Fforde, das – wie die „deutsche“ Version des o.g. Buches – „Shades of Grey“ heißt) als Literatur gelten sollen, warum dann nicht auch die Millionen von Texten, die Fans als Fanfiction im Internet veröffentlichen (wie eine Freundin von mir)? Oder warum dann nicht das, was wir als Blogger verfassen?

3. Übermächtige Helden, die nicht sterben zu können scheinen, sind für mich in Comics oder Genres, in denen es passt (bei Vampiren, z. B.), völlig OK. Was ich auf Dauer nicht mag, sind übermächtige MENSCHLICHE Helden OHNE Superkräfte, die einfach nicht totzukriegen sind.

4. Nicht, dass man den Namen des Kameramannes kennen müsste, aber gerade Michael Ballhaus ist mir im Gedächtnis geblieben (ob der ungewöhnlichen Blickwinkel und des einzigartigen Looks), denn er ist einfach der einzige Kameramann, dessen Namen ich mir gemerkt habe. Er ist eine lebende Legende – IMdB nennt 114 Filme, bei denen er als Kameramann mitgewirkt hat!

5. Animes sehe ich eher selten, finde sie aber manchmal sehr schön, auch wenn ich nicht immer so den Zugang zur japanischen Kultur finde. Außerdem ist es für mich meist etwas anstrengend, weil ich sie am liebsten in Originalsprache mit Untertiteln sehe, es dann aber schwierig wird, diese Bildgewalt richtig aufzunehmen.

6. Mobile Games – sprich Apps – zu aktuellen Kinofilmen interessieren mich nicht im Geringsten.

7. Zuletzt gesehen habe ich Atonement (Abbitte) und das war eine Achterbahn der Gefühle, weil der Film zugleich eine der für mich erotischsten Szenen zeigt (James McAvoy und Keira Knightley in der Bibliothek des Hauses) und eine der emotional bedrückendsten Kriegsszenen, die völlig ohne Kampf stattfindet. Als Robbie mit seinen zwei Kumpanen da in Dunkirk am Strand ankommt und dann diese großartige Kamerafahrt kommt, auf der die drei fünf Minuten OHNE SCHNITT auf ihrem Weg durch die Massen an Soldaten begleitet werden, da hat es mich jetzt bei der zweiten Sichtung fast noch mehr erschüttert. Mit dazu beigetragen hat bestimmt der hervorragende Score von Dario Marianelli, der dafür mit einem Oscar belohnt wurde.

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3 Antworten zu Media Monday #154

  1. oldboyrap schreibt:

    1. Jap, es gibt schon viele Gute. „Behind the Candelabra“ lief ja dann in vielen Ländern auch noch im Kino.
    7. Atonement liebe ich auch, genau diese Szene ohne Schnitt ist mir davon immer im Gedächtnis geblieben.

  2. mwj schreibt:

    Oh ja „Shades Of Grey“. *grusel*

  3. bullion schreibt:

    Guter Punkt mit den internationalen Unterschieden, was den Fernsehfilm angeht.

    „Atonement“ steht übrigens auch schon laaaaange auf meiner Liste. Mal sehen, wann ich endlich dazu komme. Was du schreibst klingt ja echt gut!

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