Blogparade: Einmal und nie wieder: 10 großartige Filme, die ich trotzdem kein zweites Mal sehen will

Eine Kollegin hat mich auf einen Artikel hingewiesen, in dem es um Filme geht, die man auf keinen Fall ein zweites Mal ansehen will, obwohl man sie großartig fand. Da ich zum einen auf Anhieb einige solche Filme nennen konnte und zum anderen auch bei allen in dem Artikel genannten Filmen, die auch gesehen habe, zustimmen konnte, dachte ich, das wäre doch auch mal eine tolle Idee für eine Blogparade!

Also, macht mit und listet auf eurem Blog 10 Filme auf, die euch zwar richtig gut gefallen haben, die ihr euch aber nicht ein zweites Mal ansehen wollt. Interessant fände ich auch eine kurze Begründung, insbesondere vielleicht bei Filmen, bei denen es nicht so offensichtlich ist oder die weniger bekannt sind. Verweist dabei bitte mit einem Link auf diesen Beitrag und hinterlasst wiederum einen Link zu eurem Posting in einem Kommentar zu meinem Artikel hier. (Oje, etwas umständlich beschrieben – ich mache das zum ersten Mal! 😉 )

Ihr habt bis zum 11. Juni Zeit, danach wird es dann auch eine Auswertung geben. Ich bin gespannt! 🙂

Hier ist meine Liste – die Reihenfolge gibt keine Wertung wieder:

 

1. Se7en (Sieben): Dieser Film mit seinen grausamen Bildern (insbesondere zum Thema „Lust“ und „Fresssucht“) hat mich noch nächte- und tagelang verfolgt. Ich hatte nie wieder das Bedürfnis, mir das noch einmal anzutun, obwohl ich den Film überragend fand.

2. The Green Mile: Ich kann einfach die Szene nicht ertragen, als der eine Gefangene qualvoll auf dem elektrischen Stuhl verbrennt, weil der Schwamm – absichtlich – nicht nass gemacht worden ist. Mir ist bis heute ein Rätsel, warum dieser Film – so gut ich ihn finde – eine FSK-Freigabe ab 12 hat.

3. Revolutionary Road: Was sich Leonardo DiCaprio und Kate Winslet da an verletzenden Worten an den Kopf werfen, fand ich zwar schauspielerisch unglaublich stark, aber auch so deprimierend, dass ich mich dieser Stimmung nicht noch einmal aussetzen will.

4. Shame: Dieser Film über einen Sexsüchtigen, dargestellt von Michael Fassbender, ist stellenweise wirklich schmerzhaft. Man kann absolut nachempfinden, dass bei Sexsucht Sex absolut nichts mehr mit Lust – oder gar mit Liebe zu tun hat. Interessanter Blick, aber nicht zur Wiederholung einladend.

5. Feed: Okay, ich gestehe es: diesen Film hätte ich mir IM LEBEN nicht angeschaut, hätte nicht Alex O’Loughlin (“Moonlight”, “Hawaii Five-0”) mitgespielt. Worum es geht, habe ich hier beschrieben. Mir war zum Teil wirklich körperlich schlecht. Trotzdem bin ich froh, mich überwunden zu haben, diesen Film anzusehen, weil Alex O’Loughlin zeigt, dass er weitaus mehr als nur ein “pretty face” ist. Er spielt erschreckend gut! Aber ich könnte niemandem guten Gewissens diesen Film empfehlen.

6. We need to talk about Kevin: Ein perfekter Film, um sich einen Kinderwunsch abzugewöhnen. Eine Schlüsselszene: das Baby von Tilda Swinton schreit quasi ununterbrochen. Die Mutter ist mit dem Kinderwagen auf der Straße unterwegs und bleibt hoffnungsfroh an einer Baustelle stehen, an der ein Presslufthammer so viel Lärm macht, dass sie hofft, das Schreien des Babys nicht mehr zu hören. Doch die “Ruhe” dauert nur kurz – und man hört die Schreie noch den Baulärm durchdringen.

7. Snowtown: Dieser Film über einen Serienmörder in Australien lief 2011 auf dem Fantasy Filmfest und zeigt in absolut bedrückender Form, wie ein 16-jähriger Junge in den Sog des Serienmörders John Justin Buntings gerät. Erst gegen Ende des Films wird dann auch die Gewalttätigkeit Buntings richtig greifbar – insbesondere in einer Szene im Badezimmer, die nahezu unerträglich ist. Ein besonderer Film, aber zweimal sehen? Nein, danke.

8. Dancer in the Dark: Lars von Trier ist ja nicht gerade für Feel-Good-Movies bekannt und so fand ich zwar diesen Film mit Björk in der Hauptrolle emotional unglaublich intensiv, aber eben so intensiv, dass ich nie das Verlangen verspürt habe, Björk nochmal so leiden zu sehen. Das gilt im Prinzip für alle von-Trier-Filme (wobei ich schon lange keinen mehr gesehen habe), z. B. auch für „Dogville“.

9. Carrie (das Original): Vielleicht müsste ich diese Stephen-King-Verfilmung mit meinem heutigen “Filmkonsumwissen” noch einmal ansehen. Als ich den Film damals im Fernsehen sah, hat er mir sehr große Angst gemacht. Allerdings hatte ich damals auch noch mehr Angst vor so etwas wie dem Teufel, dem Ur-Bösen. das hat sich inzwischen etwas gegeben, habe jetzt mehr Angst vor dem, wozu Menschen fähig sind…

10. Tyrannosaur: Einer dieser kleinen, unbekannten britischen Filme, die bei uns oft in der Sneak Preview laufen. Deprimierend. Hoffnungslos. Brutal. Erniedrigend. Da uriniert z. B. James (Eddie Marsan) auf seine schlafende Frau (Olivia Colman). Gut, schlussendlich wehrt sich diese sich am Ende gegen ihren gewalttätigen eifersüchtigen Mann. Aber dafür landet sie im Gefängnis. Und Joseph (Peter Mullan) sollte wohl auch mal einen „Anger Management“-Kurs besuchen… Eine faszinierende Sozial- und Charakterstudie, brilliante schauspielerische Leistungen von allen, aber  ich ging so schlecht gelaunt aus dem Kino, dass ich das erneute „Durchleben“ dauerhaft spare.

Und jetzt ihr! 🙂

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29 Antworten zu Blogparade: Einmal und nie wieder: 10 großartige Filme, die ich trotzdem kein zweites Mal sehen will

  1. filmschrott schreibt:

    Interessante Idee. Mal schauen, ob mir da auch was einfällt.

    Von deiner Liste kenne ich nur die ersten Beiden. Sieben ist für mich einer der besten Thriller der 90er und den kann ich mir immer wieder mal geben.
    Green Mile hab ich auch schon ein paar mal gesehen. Fand den jetzt nicht überragend, aber zumindest so gut, dass man ihn alle paar Jahre mal wieder reinschmeißen kann.

  2. Nummer Neun schreibt:

    Oh We Need To Talk About Kevin war wirklich stark! So ruhig wie am Ende habe ich es im Kinosaal noch nie erlebt.

  3. olivesunshine91 schreibt:

    Bei „Sieben“ kann ich das durchaus verstehen – einige Szenen waren wirklich grenzwertig. Aber ich hab den schon mehrere Male gesehen und kann sagen, dass es beim zweiten Mal nicht ganz so schlimm ist 😉

    Übrigens eine wirklich coole Idee! Ich bin allerdings nicht sicher, ob mir da ganze 10 Filme einfallen… Ich versuche auf jeden Fall mal, sie aufzulisten, ist ja noch ein bisschen Zeit 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich habe von „Sieben“ Teile nochmal gesehen, weil er bei Freunden mal lief, als ich da war aber im Ganzen habe ich ihn nie wieder angesehen, obwohl ich dadurch (leider) nicht in den Genuss kam, Kevin Spacey und die anderen im Original zu hören.

      Dann bin ich mal gespannt, ob dir 10 Filme einfallen! 🙂 Ich war erst auch bei skeptisch, habe dann aber festgestellt, dass es noch deutlich mehr gibt. Einige davon fallen allerdings in die Kategorie „Horror“ („Saw“, „The Ring“ (das japan. Original), z. B.), und waren mir deshalb auch irgendwie zu offensichtlich.

  4. oldboyrap schreibt:

    schau dir mal lars von triers „nymphomaniac“ an, das ist imho der bessere „shame“, aber den willst gerade deshalb dann auch kein zweites mal sehen 😀
    „Tyrannosaur“ ist doch nicht unbekannt, der hat ja schon vor Erscheinen damals einen kleinen Hype erzeugen können.
    „Carrie“ hab ich glaub ich erst diesen oder letzten Monat gesehen, mit massivem Filmwissen. Macht ihn nicht schlechter 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      EIN Film über Sexsucht reicht mir eigentlich zum Abgewöhnen. 😉 Lars von Trier hat ja dann auch gleich noch zwei Teile draus machen müssen…
      Also, in meinem Freundes- und Bekanntenkreis (außerhalb des Sneak-Preview-Kreises) kenne ich keinen einzigen, der „Tyrannosaur“ kennt. „Unbekannt“ heißt bei mir immer erstmal „unbekannt unter Mainstream-Kinogängern“, nicht „unbekannt unter Cineasten, die sich ständig über neu anlaufende Filme informieren“.

      • oldboyrap schreibt:

        Wrong, „Nymphomaniac“ ist EIN Film und kam auch in Dänemark zB so raus. Nur wurde entschieden, dass 4 Stunden vielen „normalen“ Kinogängern zu lang sind und er wurde für viele Länder unterteilt. Man merkt auch im Schnitt, dass die Trennung am Ende von Vol. 1 und Anfang von Vol. 2 sehr sehr provisorisch daherkommt.

  5. Miss Booleana schreibt:

    Tolle Idee, dazu werde ich mich demnächst auch mal äußern. Im ersten Moment war ich mir gar nicht sicher, ob ich 10 zusammenbekomme zu diesem speziellen Thema. Jetzt habe ich aber schon 5 und bin ganz zuversichtlich, dass der Rest dann noch kommt. 😉
    Die Filme aus deiner Liste die ich kenne, finde ich allesamt sehr stark. Aber bei Shame hast du mir den richtigen Anstoß gegeben, der wird wohl auch auf meiner Liste landen. Könnte ich mir kein zweites Mal anschauen. Fand das sehr deprimierend seine Unfähigkeit glücklich zu werden zu beobachten.

  6. bullion schreibt:

    Wirklich eine gute Idee! Ich hoffe sehr(!), dass ich es bis zum 11. Juni schaffe – habe sehr viele Blogartikel auf Halde, doch zurzeit komme ich zu nix.

  7. bullion schreibt:

    So, ich habe es nun auch endlich geschafft:
    http://moviescape.wordpress.com/2014/06/03/blogparade-einmal-und-nie-wieder/

    Hat Spaß gemacht 🙂

  8. Wortman schreibt:

    Ich glaube, da mache ich auch mit 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Schön ;), dass du dich beteiligt hast! Hab auch schon rein geschaut; sind ja wieder ganz andere Filme! Demnächst mehr, wenn ich aus dem Kurzurlaub zurück bin!

    • singendelehrerin schreibt:

      Super, dass du mitgemacht hast – hatte mir ja erhofft, dass Bullions Teilnahme noch was ins Rollen bringt. 🙂

      Leider habe ich mir im Kurzurlaub eine fette Grippe geholt, weswegen ich jetzt noch nicht ausführlich auf deine Auswahl eingehen kann. 😦

  9. singendelehrerin schreibt:

    Aufruf: Ich habe schon zwei Teilnehmer an der Blogparade nur durch Zufall entdeckt, weil sie nicht hier in den Kommentaren den Link zu ihrem Beitrag gepostet haben – könnte ich noch mehr verpasst haben?

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