The Amazing Spider-Man 2 in 3D(Marc Webb, USA 2014)

Ehrlich gesagt, war es mir ein Rätsel, warum es schon relativ kurz nach dem letzten Spider-Man-Film mit Tobey Maguire ein Reboot des Franchise gab (2012), und so hatte ich keine besonders hohen Erwartungen an den Film. Dann allerdings hat mir die Neuauflage mit Andrew Garfield als Peter Parker/Spider-Man und Emma Stone als Gwen Stacy richtig gut gefallen, und ich bin jetzt schon mit höheren Erwartungen an die Fortsetzung rangegangen.

Leider müsste ich The Amazing Spider-Man 2 meiner Liste der Filme für den Meeresgrund hinzufügen, denn für mein Empfinden war der „Ton“ des Films (ich meine hier nicht den „Sound“, sondern die Atmosphäre oder Stimmung) überhaupt nicht in sich stimmig: mal leicht und witzig, dann etwas schwermütig, mit einem grüblerischen Peter Parker, dazwischen wieder etwas nette Chemie zwischen Peter und Gwen (Andrew Garfield und Emma Stone sind ja auch im richtigen Leben ein Paar), bevor dann die Tragödie zuschlägt. Das Problem ist dabei vielleicht nicht unbedingt die Mischung – das gab es durchaus auch in den Iron Man-Filmen, zum Beispiel -, sondern die mangelnde Kohäsion. Es wirkt vieles so aneinandergereiht, ohne wirkliche logische Zusammenhänge.

Das liegt meines Erachtens auch daran, dass es zu viele „Baustellen“ gibt: der „Rise of Electro“ (Jamie Foxx), das Zweifeln Peters daran, ob er die Beziehung mit Gwen fortsetzen soll (schließlich hatte er ihrem Vater versprochen, sie nicht mehr in Gefahr zu bringen), das Suchen Peters nach Antworten darauf, warum seine Eltern ihn damals im Stich gelassen haben, die Entwicklung von Harry Osborn (Dane DeHaan) zum „Green Goblin“.  Wie will man schon all dieses sinnvoll miteinander verknüpfen? Und dann findet Peter eine große Sache über seinen Vater heraus – und es gibt dazu irgendwie gar kein „Follow-Up“, weil dann die Einleitung zum tragisch endenden Showdown kommt.

Was mich außerdem – durchaus überraschenderweise – völlig kalt gelassen hat, war die Action. Ich weiß nicht, woran es genau lag, aber ich fand die meisten Action-Szenen, auch von den Visual Effects her, wenig überzeugend und zum Teil auch lächerlich (Paul Giamatti im „Rhino-Anzug“). Es wollte sich überhaupt keine Spannung bei mir einstellen. Im Gegenteil – ich habe mich richtiggehend gelangweilt. Leider war ich dadurch dann auch nicht in der richtigen Stimmung für das eigentlich schockierende Ende des Showdowns. So war ich zwar schockiert, aber so richtig berührt hat es mich auch nicht.

Vielleicht kann ich aber auch immer weniger mit den typischen Comic-Bösewichten anfangen, die sich ja ach so ungerecht behandelt fühlen und dann durch einen Unfall (Electro) oder um sich gleichzeitig zu retten und zu rächen (Harry/Green Goblet) zu Typen mit Superkräften mutieren, die sich dann aber am liebsten an der gesamten Menschheit rächen wollen…

Der Film funktioniert immer dann, wenn es um das Zwischenmenschliche geht. So sind die Szenen zwischen Peter und seiner Tante (Sally Field ist fantastisch!), zwischen Peter und Gwen und zwischen Peter und Harry durchaus überzeugend. Leider passt nur das ganze Drumherum nicht so ganz. Das enttäuscht mich übrigens besonders, weil die beiden Drehbuchautoren Alex Kurtzman und Roberto Orci durchaus sowohl als Drehbuchautoren, als auch als Produzenten von diversen Filmen (z. B. Star Trek und Star Trek: Into Darkness) und Serien (von Alias über Fringe bis Hawaii Five-0), die ich mag, in Erscheinung getreten sind. Gut, es befinden sich in ihrem Lebenslauf auch Filme, die ich weniger gut finde, wie z. B. Transformers 2 oder Cowboys and Aliens, aber insgesamt hatte ich schon eher Hoffnungen auf sie gesetzt…

Meine Lieblingsszene kommt kurz vor Ende des Filmes und enthält einen „Mini-Spider-Man“ – der wahre Held ist ein kleiner Junge, der den Glauben an Spider-Man nicht verloren hat. Eine sehr bewegende Szene!

5 von 10 Punkten.

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2 Antworten zu The Amazing Spider-Man 2 in 3D(Marc Webb, USA 2014)

  1. Libertarian Anonymous schreibt:

    Schade, dass der Film nur mittelmässig zu sein scheint. Werde ihn mir trotzdem anschauen müssen, da Emma Stone mitspielt… sabber… 😉

  2. Libertarian Anonymous schreibt:

    Nun, ich habe ihn nun auch gesehen. Absichtlich NICHT in 3D, weil mich das langsam nervt und ich eigentlich jedesmal Kopfschmerzen davon kriege, mehr oder weniger stark.

    Ein lautstarker Kritiker ein paar Reihen hinter mir hat es auf den Punkt gebracht: „Ich habe schon schlechtere Filme gesehen.“ Stimmt. Leider auch viel bessere.

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