Filme für den Meeresgrund

Filmschrott hat sich – in Anlehnung an die Umfrage, welche Filme man mit auf die einsame Insel nehmen würde – überlegt, welche Filme er auf besagter Insel doch glatt wieder ins Meer zurückwerfen würde, würden sie angeschwemmt. Dabei geht es nicht um Filme, bei denen einem schon von vornherein klar war, dass sie einem nicht gefallen würden, sondern eher um solche, auf die man sich gefreut hat und die einen dann bitter enttäuscht haben.

Diese Fragestellung nehme ich doch allzu gerne auf! Der aufmerksame Leser meines Blogs wird zumindest bei den ersten zwei Titeln nicht sonderlich überrascht sein…

1. The Hobbit: The Desolation of Smaug (2013): Ich habe hier ausführlich beschrieben, warum Peter Jackson mit diesem Film für mich (das filmische) Mittelerde entzaubert hat.

2. Sherlock Holmes (2009): Monatelang hatte ich das Plakat mit Robert Downey Jr. angeschmachtet. Wochenlang hatte ich darauf gehofft, den Streifen in der Sneak Preview sehen zu dürfen – bis sich dieser Wunsch erfüllte. Be careful what you wish for! Jahrelang dauert nun schon das Unverständnis an, warum der Film von vielen so geliebt wird und warum es dazu sogar noch ein Sequel gab. Ja, es gab ein paar nette Ideen, wie z. B. als sich Sherlock in der Wohnung perfekt wie ein Chamäleon tarnte. Aber ansonsten habe ich mich im Kinositz hin- und hergewunden, damit ich nicht vor Langeweile einschlafe. Nun hatte ich bis dato keine Sherlock-Geschichte gelesen, aber trotzdem konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Downey Jr., der wohlgemerkt zu meinen Lieblingsschauspielern gehört, hier absolut fehlbesetzt war, und die Figur des Sherlocks auch eher für seine genialen Schlussfolgerungen als für seine vorausschauende Kampftechnik bekannt war. Wir „durften“ dann tatsächlich auch noch den zweiten Teil in der Sneak Preview genießen, der, gemessen an den sehr, sehr geringen Erwartungen, dann schon deutlich besser war, als der erste Teil.

3. Matrix Revolutions (2003): Hier schließe ich mich vollinhaltlich Filmschrott an. Ja, schon der zweite Teil ließ zu wünschen übrig, aber als im Kinosaal nach dem Triple Feature das Licht anging, war ich richtiggehend wütend! Wozu eine Trilogie bei so einem Ende? Ach, wieso haben die Wachowski-Brüder es nicht bei dem einen fantastischen Film belassen?

4. Hangover 2 (2011): Sowohl dieser zweite Aufguss als auch das „Original“ von 2009 haben wir in der Sneak Preview präsentiert bekommen, und während ich beim Film von 2009 Tränen gelacht habe und absolut begeistert, noch immer vor mich hinkichernd, die Karte in den „gut“-Becher geworfen hatte, fand ich Teil 2 nur noch infantil, gespickt mit rassistischem Humor (Ach, wie witzig, sich über die angeblich kleinen Penisse von Asiaten lustig zu machen! Und dann lassen wir auch noch ein Affen ran…) und zu sehr bemüht, den ersten Teil zu übertreffen. Furchtbar! Gott sei dank hat Bradley Cooper seitdem auch wieder in einer Reihe von guten Filmen mitgespielt (Silver Linings Playbook, A Place Beyond the Pines, American Hustle), denn er hatte meinen Respekt durch die Teilnahme an diesem Film schon etwas verloren.

5. Star Trek: Generations (1994): Auch wenn ST: Nemesis (2002) wahrscheinlich noch schlechter war: Dies war der erste Star Trek-Film mit der Besatzung der USS Enterprise NCC-1701-D, also der „Next Generation“, und da ich durch diese Serie zum Trekkie geworden war, hatte ich natürlich darauf hingefiebert. Das Ergebnis war nun kein Totalausfall, aber eben auch lange nicht so gut, wie erhofft. Gott sei dank kam dann schon zwei Jahre später ST: First Contact, bei dem Commander Riker (Jonathan Frakes) selbst Regie führte. Der war dann so großartig, dass er mein Lieblingsfilm aus der gesamten Star Trek-Filmreihe wurde.

6. Star Wars: Episode I (1999): Dieser Film hat zwei gute Sequenzen: das Pod-Race und der Laserschwertkampf zwischen Darth Maul, Qui-Gon und Obi-Wan Kenobi. Den Rest kann man sich getrost sparen, angefangen vom Casting für die Rolle von Anakin Skywalker als Kind (oder über die schlechte Regiearbeit, die ihm zuteil wurde), über die „Leistung“, es zu schaffen, dass auch solche Schauspieler, wie Ewan McGregor, Liam Neeson (in seiner besten Zeit!) und Samuel L. Jackson, nur mäßig überzeugen, bis hin zu dem wohl meistgehassten Charakter aller Zeiten Jar Jar Binks.

7. Jane Eyre (2011): Ich hatte erst relativ kurz vor der x-ten Verfilmung dieses Klassikers von Charlotte Brontë das Buch zum ersten Mal gelesen und mich sofort von dieser Liebesgeschichte zwischen Jane und Mr. Rochester verzaubern lassen. Und so freute ich mich auf die Verfilmung mit Michael Fassbender als Rochester, da ich diesen irisch-deutschen Schauspieler sehr schätze. Leider hat er mich dann als Rochester überhaupt nicht überzeugt, wie auch die gesamte Inszenierung aus meiner Sicht nicht gelungen war. Vieles wurde herausgekürzt, das für mich die Geschichte erst so interessant macht. Ich weiß, man muss bei Literaturverfilmungen meistens den Stoff kürzen (es sei denn, man will aus so einem dünnen Buch, wie dem Hobbit eine Trilogie machen), aber so wie es hier geschehen ist, hat es mir auf jeden Fall nicht gefallen. Und während Fassbender als Rochester zu gutaussehend war, war meines Erachtens Jamie Bell als St. John nicht gutaussehend genug. Übrigens gefällt mir die vierteilige BBC-Verfilmung von 2006, mit Toby Stephens und Ruth Wilson, am besten.

8. Live Free or Die Hard (Stirb Langsam 4.0): Die alte Die Hard-Reihe hat mir immer Spaß gemacht: Bruce Willis als John McClane hatte immer ein paar coole, lockere Sprüche auf den Lippen, die Action war gut gemacht und die Bösewichte waren charismatisch (insbesondere Alan Rickman und Jeremy Irons; Briten halt… 😉 ). Dann kam der vierte Teil. Und da wurde die Action und ihr Held einfach endgültig so unglaubwürdig, dass ich nur noch traurig mit dem Kopf schütteln konnte. Ich meine insbesondere diese Szene hier:

9. 300 (2006): Mal wieder ein Film, der in der Sneak Preview kam und der erstmal bejubelt wurde, als es klar war, dass es dieser Film war. Nun, zugegebenermaßen habe ich schon nicht mitgejubelt, da ich durch die vorher gesehenen Trailer schon eher skeptisch war. Trotzdem war es auch nicht so, dass ich schon eine vorgefertigte (schlechte) Meinung über ihn hatte. Ich kann auch gar nicht so genau sagen, warum er mir letztlich nicht gefallen hat – das Gesamtpaket hat einfach nicht überzeugen können. Da halfen auch die photogeshoppten Sixpacks von Gerard Butler, David Wenham, Michael Fassbender & Co. nichts mehr. Und die Tatsache, dass zu Beginn des Filmes geklatscht und gejohlt wurde, es nach dem Film aber mucksmäuschenstill war (in unserem Kino wird schon auch mal applaudiert nach einem Film, insbesondere in der Sneak), sagt eigentlich mehr als tausend Worte.

10. Pirates of the Carribean: At World’s End (Fluch der Karibik 3): Auch hier hatte mir schon Teil 2 deutlich weniger gefallen als der grandiose erste Teil, der das Abenteuerfilm-Genre wieder hat aufleben lassen und mit Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) eine Instant-Kultfigur erschaffen hatte. Aber der dritte Teil war nun noch überladener mit wahnwitzigen Situationen und Special Effects, dass er mir nur noch mäßig viel Spaß bereitet hat. Sicher, Johnny Depps Spielfreude zuzusehen, ist schon amüsant, aber dafür wäre auch weniger Tamtam außenrum nötig gewesen. Meine Abneigung geht ja so weit, dass ich die Möglichkeit, bei der Live-to-Projection-Aufführung am Osterwochenende im Chor mitzuwirken, ausgeschlagen habe. Im Gegensatz zu den IMDb-Usern und den Kritikern auf Metacritic fand ich erstaunlicherweise den vierten Teil wieder besser. Trotzdem bin ich entsetzt, dass es jetzt doch noch einen fünften Film in der Reihe geben soll…

Da habe ich jetzt doch wieder eine Weile gebrütet… Ich glaube, Filmschrott freut sich, wenn ihr auch mitmacht und bei ihm euren Beitrag verlinkt! Bin gespannt auf eure Wegwerffilme!

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7 Antworten zu Filme für den Meeresgrund

  1. bullion schreibt:

    Eine interessante Liste – mit ein paar Filmen, die ich auch auf dem Meeresgrund sehen würde; andere dagegen (z.B. „Hangover 2“) haben mir doch viel Freude bereitet. Mal sehen, ob ich auch noch zu meiner Liste komme…

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich glaube ja auch, dass die Zielgruppe von „Hangover 2“ eher Männer sind. auch wenn du jetzt sonst nicht unbedingt den typischen Männergeschmack hast (siehe z. B. „Moulin Rouge!“)… 😉

      • bullion schreibt:

        Ach, Männergeschmack, Frauengeschmack – wenn ich in solchen Kategorien denken würde, hätte ich wohl einige meiner Lieblingsfilme oder -serien verpasst… 😉

  2. filmschrott schreibt:

    Danke fürs mitmachen.
    Ich bin ja einer der Wenigen, dem der Vierte Die Hard durchaus gefallen hat, auch wenn ich die Kampfjetszene ebenfalls total behämmert fand. Der Rest hat mich aber sehr gut unterhalten.

    Beim dritten Fluch der Karibik kann ich nur zustimmen. Das war einfach viel zu viel abgefahrener Kram. Vor allem am Ende mit der Riesenvoodootante und dem Kampf im Sturm ist einfach nur noch Quatsch. Teil Vier gefiel mir dann auch wieder besser, aber noch mehr brauch ich jetzt eigentlich auch nicht. Reicht auch irgendwann mal.

  3. mwj schreibt:

    Darf man da auch mitmachen, SL?

  4. mwj schreibt:

    Ach ja, Star Wars Ep I hätte ich auch noch reinnehmen können:

    http://mwj2.wordpress.com/2014/04/16/filme-fur-den-meeresgrund/

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