The Grand Budapest Hotel (Wes Anderson, UK/Germany 2014)

Dieser Film ist der Beweis, dass man immer noch originelle Geschichten im Kino erzählen kann! Wes Anderson (Regie und Drehbuch), der uns schon solche skurillen Perlen wie The Royal Tenenbaums und The Life Aquatic with Steve Zissou (Die Tiefseetaucher) serviert hat, übertrifft sich meines Erachtens erneut mit einem Feuerwerk an Originalität, Witz, schrägen Charakteren und wunderbar gestalteten Bildern.

Dieser komplett in Deutschland gedrehte Film beginnt damit, dass ein Autor (Tom Wilkinson) in eine Kamera hinein erzählt, dass die Geschichten der Schriftsteller keineswegs deren Phantasie entspringen, sondern dass dies alles Geschichten sind, die sozusagen das Leben schrieb und die den Schriftstellern herangetragen werden. So auch die Geschichte des Grand Budapest Hotels in der Republik Zubrowka – Ähnlichkeiten mit dem Ungarn der Zwischenkriegszeit sind wohl nicht rein zufällig. Diese Geschichte wurde dem oben genannten namenlosen Autor erzählt, als er als junger Autor (Jude Law) selbst in diesem Hotel verweilte.

Zu diesem Zeitpunkt ist vom alten Glanz des Grand Budapest nur noch wenig übrig, doch die Erzählungen des Besitzers Zéro Moustafa (F. Murray Abraham) führen uns in eine glanzvolle Zeit zurück, als Zéro als junger Page (Tony Revolori) unter dem Concierge Monsieur Gustave H. (Ralph Fiennes) allerlei Erfahrungen sammeln durfte.

Viel mehr Details des Plots will ich gar nicht preisgeben, denn ein großer Reiz dieses Films sind die vielen unvorhergesehenen Dinge, die passieren. Dabei muss einmal ganz deutlich gesagt werden: Realismus sollte man hier nicht erwarten. Wie sagt doch Gandalf im Hobbit so schön: „All good stories deserve embellishment“ – und so ist die Version der Geschichte, die der Zuschauer zu sehen bekommt, natürlich ausgeschmückt (wie das ein Autor, der ja in der Rahmenhandlung die Geschichte erzählt, so tut): Mit überzogenen Charakteren, mit überaus bunten Kulissen und mit einer wahnwitzigen Verfolgungsjagd, um nur ein paar Aspekte zu nennen. Dabei ist dies keine reine Komödie, denn auch wenn der Staat Zubrowka fiktiv ist, die Vorgänge, die dann so ab 1933 die Ereignisse mitbestimmen, sind durchaus an reale „Vorbilder“ angelehnt.

Von der Besetzung über das Drehbuch bis hin zur fantastischen Musik von Alexandre Desplat ein rundum gelungener Film – wohl der beste, den ich bisher in diesem Jahr gesehen habe. Leider zu spät für die Academy Awards – und hoffentlich nicht zu früh für die Oscarverleihung im nächsten Jahr!

Absolut sehenswert! 10 von 10 Punkten!

 


2 Gedanken zu “The Grand Budapest Hotel (Wes Anderson, UK/Germany 2014)

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