American Hustle (David O. Russell, USA 2013)

Ha, noch ein Oscar-nominierter Film wurde uns in der Sneak Preview präsentiert! Brav!

Hier die 10 (!) Nominierungen:

  • Bester Hauptdarsteller (Christian Bale)
  • Bester Nebendarsteller (Bradley Cooper)
  • Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams)
  • Beste Nebendarstellerin (Jennifer Lawrence)
  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bester Schnitt
  • Bestes Originaldrehbuch
  • Bestes Kostümdesign
  • Bestes Szenenbild

Aber auch das ist nicht mein Favorit. Ohne Zweifel ist der Film schauspielerisch eine Augenweide, was man von den Männern in dem Film wahrlich nicht behaupten kann! Insbesondere Christian Bale beweist Mut zur Hässlichkeit, wenn er in der Eingangssequenz sein „Toupet“ (es ist eigentlich einfach eine Art Haarknäuel) am Kopf festklebt und dann seine länglichen Seitenhaare darüberlegt und ebenfalls festklebt. Äußerst attraktiv! Und dann die folgende Einstellung auf einer Party: der erfolgreiche Trickbetrüger Irving Rosenfeld (Bale) fläzt sich in einem Gartenstuhl: weiße Shorts, weißes, offenes, kurzes „Lochhemd“, Bauch… ach, schaut’s euch an:

Meine Sneak-Begleitung meinte: „DAS ist Batman!!!“ Was Christian Bale mit seinem Körper macht, kann auf keinen Fall gesund sein, für The Machinist 30 kg abnehmen, für Batman Muskeln aufbauen ohne Ende, für American Hustle sich einen Bauch anfressen… Ob sein Körper ihm das mal dankt? Aber er ist – wie immer – großartig, er schlüpft wieder so komplett in die Rolle, dass man den Schauspieler dahinter gar nicht mehr wahrnimmt.

Auch die anderen Männer sahen schon mal besser aus: Bradley Cooper als FBI Agent Richie DiMaso hat „hübsche“, selbstgewickelte Löckchen und Jeremy Renner als Bürgermeister Carmine Polito hat eine Tolle, die Elvis‘ in den Schatten stellt. Schrecklich!

Dafür sehen die Frauen umso heißer aus: Amy Adams spielt Irvings wahre Liebe und Partnerin bei seinen Tricksereien, während Irvings manisch-depressive Frau von Jennifer Lawrence dargestellt wird. Beide tragen äußerst offenherzige Kleider, Blusen, etc. BHs sind – ganz im Geist der 70er Jahre – überflüssig (wobei die beiden Damen auch relativ wenig Oberweite haben…).

Wie kommen die beiden „Con Artists“ mit dem FBI Agenten und dem Bürgermeister zusammen? Nun, DiMaso tut so, als möchte er über Irving und „Lady Edith Greensley“ einen Kredit bekommen (das Hauptgeschäft der beiden: Sie sagen, sie können nicht versprechen, ob es tatsächlich klappt mit dem Kredit, die Bearbeitungsgebühr ist allerdings „non-refundable“, wird also auch nicht zurückerstattet, wenn der Deal platzt.), lässt sie dann aber im entscheidenden Moment festnehmen. Er bietet ihnen einen Deal an: Sie sollen ihm dabei helfen, eine ganze Reihe von bestechlichen Politikern hochgehen zu lassen, inklusive dem Bürgermeister, der mithilfe von Investitionen des (fiktiven, vom FBI engagierten) Scheichs Abdullah (Michael Peña – Irving kann es kaum glauben, dass das FBI einen Latino heranzieht, um einen Araber darzustellen!) und Bestechungsgeldern an diverse Kongressabgeordnete Atlantic City wieder zum Mekka des Glücksspiels zu machen und damit Camden, New Jersey, zu einem Aufschwung zu verhelfen. Diese FBI-Operation basiert anscheinend auf einem echten Fall, so heißt es auch am Ende der Opening Credits: „Some of this is actually true.“

Wie das alles klappt – oder auch nicht – möchte ich nicht verraten. Da gibt es nämlich schon ein paar ganz nette Wendungen und einen Cameo-Auftritt, von denen man vorher am besten nichts weiß. Ich bin schon wieder ein bisschen verärgert, dass DIE ZEIT diesen Cameo in ihrer Rezension verraten hat. Der Name des Schauspielers taucht nicht mal im Abspann auf – dann sollte man anderen Kinogängern wirklich nicht die Überraschung verderben! Aber leider bin ich das von DER ZEIT schon gewohnt (sie haben mal den Cameo-Auftritt von Iron Man in The Hulk verraten – und ich hatte dummerweise die Kritik gelesen, bevor ich im Kino war), weswegen ich die meisten Reviews erst lese, wenn ich den Film bereits gesehen habe.

Kameratechnisch, schauspielerisch, musikmäßig und schnitttechnisch ist der Streifen großes Kino – und doch fehlt mir persönlich irgendwas, das den Film – für mich – zum besten Film des Jahres 2013 machen könnte. Da hat mir der Vorgänger von David O. Russell (Silver Linings Playbook) noch einen Tick besser gefallen. Interessant ist ja hier auch mal wieder, dass die Kritiker auf Metacritic.com mit ihrer Wertung (90 von 100) wesentlich höher liegen als die „Normalo-Kinogänger“, die auf IMDb ihre Wertung abgegeben haben (7,6 von 10). Ich tendiere auch eher Richtung der IMDb-User, bin allerdings mit den Oscarnominierungen für Bale, Cooper, Adams und Lawrence absolut einverstanden. Das sind wirklich herausragende Performances, die die vier da hinlegen, und schon aus diesem Grund lohnt es, sich den Film anzusehen. Bei Bale bin ich diese Höchstleistungen schon gewöhnt, aber Jennifer Lawrence haut mich immer wieder um: das „Mädel“ ist erst 23 Jahre alt und spielt in jedem Film so hammerartig gut, als würde sie das schon seit Jahrzehnten tun. Respekt!

7,5-8 von 10 Punkten!

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5 Antworten zu American Hustle (David O. Russell, USA 2013)

  1. Libertarian Anonymous schreibt:

    Meine Güte, musstest du dieses eklige Foto ins Profil tun? Da kann man vor lauter Schock ja kaum mehr weiterlesen.

    Ach, und: Ich sag‘ doch schon immer, dass DIE ZEIT nichts taugt. 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      😀

      Den Film haste ja auch weitergeschaut! 😉

      Und zur ZEIT: Jaja… 😛

      PS: Ins „Profil“ hab ich gar nichts getan! 😉

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        ..meine natürlich „ins Blog“…

        Ich schlage trotzdem vor, dass du das Foto von C. B. gegen das hier austauschst:

        😉

  2. Nummer Neun schreibt:

    Bin mit dem Film nicht so richtig warm geworden. Klar, die Schauspieler sind top, die Musik fantastisch und Amy Adams Ausschnitt hinreißend, aber mitfiebern konnte ich bei American Hustle nicht. Da war Silver Linings deutlich besser.

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