Enough Said (dt.: Genug gesagt, Nicole Holofcener, USA 2013)

Was für ein wunderschöner Abschied von James Gandolfini (gest. am 19. Juni 2013), der hier in – wenn ich das richtig sehe – seinem vorletztem Film spielt, und zwar mal keinen Gangster oder Mafioso, sondern einen richtig netten, lustigen und charmanten Mann mit kleinen Eigenheiten (er „sammelt“ z. B. Zahnbürsten, schmeißt also die alten einfach nicht gleich weg).

Die Hauptrolle jedoch wird von Julia Louis-Dreyfus eingenommen: sie verkörpert Eva, eine geschiedene, alleinerziehende Mutter einer Tochter, Ellen (Tracey Fairaway), die kurz vor dem Studienbeginn steht. Sie arbeitet  als Masseurin und hatte schon lange keinen Partner mehr. Auf einer Party, zu der sie ihre beste Freundin (Toni Collette) mitnimmt, lernt sie zum einen die Dichterin Marianne (Catherine Keener) kennen, die sie als neue Massagekundin gewinnt, und Albert (J. Gandolfini), den sie zunächst gar nicht anziehend findet („He is kinda fat“). Trotzdem lässt sie sich zu einem Date einladen, das sich als eines der witzigsten und gleichzeitig realistischten Dates herausstellt, die ich je auf der Leinwand (oder im Fernsehen) gesehen habe. Es wird nicht das letzte Date bleiben – Alberts Humor und Charme lässt Eva seine von ihr vorher festgestellten äußerlichen „Mängel“ vergessen.

Zwischen Eva und Marianne entwickelt sich gleichzeitig eine Freundschaft. Marianne ist ebenfalls geschieden und hat auch eine Tochter im Alter Ellens. Doch warum gibt es diese Figur in dem Film eigentlich? Nun, wir erfahren es irgendwann – ich möchte es jedoch nicht verraten.

Ein großes Lob an die Drehbuchautorin und Regisseurin Nicole Holofcener für die Dialoge, die voller Witz sind und Situationskomik, die kein bisschen übertrieben oder platt ist, aber auch für ihr Feingefühl und ihren genauen Blick auf das Leben! Der Film ist grandios besetzt – ein richtiger „actors‘ movie“. Zu schade, dass James Gandolfini uns nicht noch länger mit seiner Schauspielkunst erfreuen kann. Am Ende der credits stand dann auch ein einfaches: For Jim.

Sehenswert: 9 von 10 Punkten!

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