The Way, Way Back (Dt.: Ganz weit hinten, Nat Faxon/Jim Rash, USA 2013)

Mal wieder einer von den Sneak-Preview-Filmen, die ich so liebe: kleiner, liebevoll gemachter Film, von dem ich noch nichts gehört habe und der vermutlich zwischen den ganzen Blockbustern im Winter (Hunger Games, Hobbit 2) untergehen wird – im Programm des Cinema taucht er auf jeden Fall erstmal nicht auf, obwohl morgen Deutschlandstart ist.

Der etwas schüchterne und unbeholfene (im Englischen würde mir am ehesten das Wort „awkward“ einfallen) 14-jährige Duncan (Liam James) muss mit seiner Mutter Pam (Toni Collette) und ihrem neuen Freund Trent (Steve Carell) und dessen Tochter Steph (Zoe Levin) in die Sommerferien nach Cape Cod fahren. Eigentlich ist diese Halbinsel im Südosten von Massachusetts ja wunderschön, aber für Duncan ist es zunächst die Hölle. Erstens ist Trent ihm gegenüber ein ziemliches Arschloch, zweitens führen sich seine Mutter, Trent und weitere Erwachsene (u. a. herrlich überkandidelt Allison Janney, die ich in West Wing liebte) so auf, als wären SIE die Jugendlichen – da wird täglich gesoffen, gekifft und auch ein bisschen „rumgemacht“. Die einzige, einigermaßen „normale“ Person in dem Umfeld von Trent und seinen Freunden ist die Tochter von Nachbarin Betty (Janney), Susanna (AnnaSophia Robb).

Duncan will einfach nur weg… und erkundet auf einem Kinderfahrrad die Umgebung, bis er den Wasser-Funpark Water Wizz entdeckt – und sich mit dem lockeren und etwas unkonventionellen Manager Owen (Sam Rockwell in einer seiner sympathischsten Rollen) anfreundet. Der nimmt ihn etwas unter seine Fittiche, gibt ihm einen Job im Water Wizz, den es übrigens tatsächlich unter dem Namen gibt gibt, und versucht ihn etwas aufzutauen und selbstbewusster zu machen. Duncan geht es immer besser – er lebt richtig auf. Leider wird die Situation zu Hause nicht besser, sondern eskaliert durch eine Entdeckung Duncans – Trent betreffend – sogar.

Eine witzige und zugleich anrührende Coming-of-Age Story, geschrieben von Nat Faxon und Jim Rash, die gleichzeitig auch Regie geführt haben und selbst mitgespielt haben (zwei Water Wizz Angestellte). Die beiden haben 2012 den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch gewonnen (für The Descendants); dieses neue Werk von ihnen gefällt mir eigentlich noch besser. Die Besetzung ist auch gelungen: Toni Collette und Steve Carell hatten schon in Little Miss Sunshine (2006 – habe ich damals auch in einer Sneak Preview gesehen) in einem ähnlich charmanten und überraschenden Film hinreißend zusammen gespielt, Sam Rockwell ist schlicht zum Verlieben, Allison Janney nervt sehr passend zu ihrer Rolle, und dann sind da noch die ganzen weiteren Nebenrollen, u. a. auch Rob Corddry, von dessen komödiantischem Talent ich hier schon beim DVD-Tipp zu Warm Bodies geschwärmt hatte. Und der junge Hauptdarsteller? Er stellt die Entwicklung, die er durchläuft, sehr überzeugend dar. Natürlich geht in Filmen so eine Entwicklung meist etwas zu schnell von statten, aber ich fand das hier eine durchaus angemessene Wandlung.

Eine kleine Perle, die es Wert ist zwischen den ganzen großen Mainstreamfilmen entdeckt zu werden! 9 von 10 Punkten!

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