Don Jon (Joseph Gordon-Levitt, USA 2013)

“Don Jon” is raunchy. The dialogue’s frank and much of what we see is explicit enough to make this a film exclusively for grown-ups. Luckily, the emotional places Gordon-Levitt takes his characters are pretty grown-up, too.

http://www.oregonlive.com/movies/index.ssf/2013/09/don_jon_review_a_raunchy_rom-c.html

Das ist eigentlich eine ganz gute Zusammenfassung des Films von und mit Joseph Gordon-Levitt um den Internetporno-süchtigen Jon. Irgendwo habe ich gelesen – leider weiß ich nicht mehr wo -, dass es eine ganz schöne Herausforderung für G.-Levitt war, Massen von Pornomaterial zu sichten, um das Richtige für die dann letztlich im Film eingespielten Clips zu finden. Na, hoffen wir mal, dass er dabei nicht selbst pornosüchtig wurde…

G.-Levitt ist wohl einer der wandlungsfähigsten jungen Schauspieler, die Hollywood momentan zu bieten hat: er kann Mainstream Action und Comic (Inception, The Dark Knight Rises, Premium Rush), Bruce Willis (Looper), romantische Komödie ((500)Days of Summer) und abgefahrenes Independent-Drama (Hesher). In Don Jon spielt er nicht nur die Hauptrolle, er hat auch noch das Drehbuch geschrieben und Regie geführt – und zwar richtig gut.

Es gibt richtig viel zu lachen, und so scheint in den ersten zwei Dritteln des Films das mit der Sucht nach Porno alles furchtbar lustig zu sein. Alles scheint in immer gleichen Bahnen abzulaufen: der Tages- und Wochenablauf (inkl. wöchentliche Beichte und Besuch bei den Eltern; göttlich: Tony Danza als sein Proll-Vater; fast ausschließlich im Unterhemd beim Football-Schauen zu erleben), das Sexleben, das Masturbieren, das Putzen der Wohnung… Doch dann meint Jon, dass mal eine richtige Freundin her muss – und das soll eine „10“ sein, nämlich Barbara (Scarlett Johansson). Aber trotz allem: Porno ist halt immer noch besser als „the real thing“.

Erst eine schon etwas ältere Kommilitonin aus dem Abend-College (Julianne Moore) zeigt ihm auf, wie er sich auch im „Real Life“ „verlieren“ kann. Und mit ihrem Auftauchen im Film kommt nun eine vorher nicht geahnte emotionale Tiefe (siehe Zitat oben) hinein, die in einer Szene gipfelt, in der deutlicher der Unterschied zwischen dem fast mechanischen Sex, den Jon bis dahin hatte, und einem Akt, in dem er sich emotional fallen lässt, nicht hätte dargestellt werden können. Da war so eine Intensität in einem so kurzen, zarten Moment – UMWERFEND. Allein für diese Szene muss man sich den Film schon ansehen.

Großartige Mischung – absolut sehenswert! Volle Punktzahl!

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2 Gedanken zu “Don Jon (Joseph Gordon-Levitt, USA 2013)

  1. Ich habe vorhin auf Rotten Tomatoes in einer Kritik gelesen, dass der Film 20 Minuten länger hätte sein können. Das stimmt – so witzig der erste Teil ist, als es richtig interessant wird, ist leider schon Schluss. Der Eindruck, dass der Film am Ende etwas hingehudelt wurde, wird auch durch das am Ende aus dem Off gesprochene „Fazit“ von Don Jon verstärkt. Deswegen eher 8 von 10 Punkten.

    Noch ein paar Anmerkungen aus männlicher Perspektive:

    1. Weil sie ihre Rolle so überzeugend spielt, wird mir Scarlett Johansson vorerst als nervtötende Zicke, die man(n) am liebsten an die Wand klatschen will, in Erinnerung bleiben. Frauen! Genau so wollt ihr nicht sein! Ausserdem: Kaugummikauen lässt jede Frau mindestens 20 IQ-Punkte dümmer aussehen.

    2. Julianne Moore ist trotz ihres fortgeschrittenen Alters immer noch ziemlich… „hot“ (Wo ist mein Sabberlätzchen?) Alter ist also durchaus relativ.

    3. Im Film wird es endlich mal angesprochen: Romantische Komödien sind das Gegenstück zu Pornos, nur eben für ein primär weibliches Publikum. Und sie fördern ebenso stereotype Erwartungen: Deswegen regt sich Barbara ja auch so auf, dass Jon seine Wohnung selbst putzt. Denn ein richtiger Mann macht das in einer anständigen RomCom nicht! Der ist nämlich wohlhabend und lässt putzen. Während allerdings die „Pornoproblematik“ inzwischen durchaus ein Thema ist, ist der massenweise Konsum von RomComs und dessen Wirkung dies nicht. Dabei dürften Fälle wie Barbara gar nicht so selten sein.

    4. Bei allem Unsinn, den Don Jon anfangs erzählt – mit seinem „Rant“ über die Missionarsstellung hat er teilweise dann doch nicht ganz Unrecht… 😉

    1. Zu 1.: Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine halbwegs emanzipierte und selbstbewusste Frau, die den Film sieht, sich mit der Rolle, die Scarlett hier spielt identifiziert.
      Zu 2.: Sie ist ja auch rothaarig… 😉 Aber ja, sie hat was – und ich spreche für alle „Cougars“ unter uns, dass sie uns Hoffnung gibt, auch für jüngere Männer noch attraktiv zu sein.
      Zu 3.: Zustimmung! Natürlich erwecken RomComs genauso unrealistische Vorstellungen wie Pornos. Gleichwohl finde ich den Pornokonsum insofern als „gefährlicher“ als diese unrealistischen Vorstellungen halt dazu führen können, dass sich vielleicht manche junge Menschen dazu gezwungen sehen, manchen sexuellen Praktiken gegen ihren eigentlichen Willen zuzustimmen, weil die Frauen (oder Männer) in den Pornos das ja auch machen.
      Zu 4.: JETZT wird’s aber interessant! 😉

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