Gravity 3D (Alfonso Cuarón, USA/UK 2013)

Für solche Filme gibt es 3D! Für solche Filme gibt es Kinosäle! Wer diesen Film als Raubkopie auf seinem Tablet-PC anschaut, dem ist wirklich nicht zu helfen.

Die Kritiker haben schon Recht: Gravity ist ein weiterer Meilenstein in Sachen Tricktechnik, da gibt es absolut nichts daran zu rütteln: Sandra Bullock „schwimmt“ in der Schwerelosigkeit durch die ISS, Tränen lösen sich von der Haut und schweben auf die Kameralinse, Feuerbällchen hängen in der Luft, die Kamera fährt durch das Visier von Bullocks Helm und wieder zurück – ohne jeglichen wahrzunehmenden Schnitt oder CGI-Trick -, Satellitentrümmer schießen durch das Weltall und zerfetzen alles, was im Weg liegt… You get the picture? Nein, denn das muss man wirklich gesehen haben! Ich bin aus dem Staunen kaum mehr herausgekommen. Optisch – und akustisch – ein absolutes Meisterwerk!

Und die Story? Das TIME Magazine hat den Film in eine Reihe von Filmen eingeordnet, in denen es einen einsamen Helden gibt, der allen Widrigkeiten zum Trotz (meist) überlebt – von Tom Hanks in Cast Away (2000) über James Franco in 127 Hours (2010) bis hin zu letztjährigem Life of Pi und einem neuen Film mit Robert Redford (All is lost). Hier ist es (erstmalig?) eine Frau, die Medizintechnikerin Ryan Stone (Bullock), die mithilfe des Astronauten Matt Kowalski (George Clooney) die Zerstörung ihres Space Shuttles und später der ISS überlebt und es mit „MacGyver-in-space improv skills“ (Jessica Winter im  TIME Magazine vom 14. Oktober) schafft, ihren Weg zurück auf die Erde zu finden. Das Ganze ist äußerst spannend für den Zuschauer, man zuckt mit ihr zusammen, wenn sie auf die Außenhülle der Space Station kracht und ist ähnlich desorientiert, wenn sie nach dem ersten Zusammenstoß mit den Trümmern scheinbar völlig allein im Weltall rotiert. Trotzdem hat der Film für mich ein Manko: ich habe – trotz aller Spannung und Wow-Momente – nicht wirklich mit Ryan mitgefühlt. Vielleicht ist das der Nachteil an einem Aspekt, den ich eigentlich primär als positiv empfunden habe: der Film ist kurz. Ohne Abspann liegt er sogar unter 90 Minuten. Dadurch bleibt einerseits die Spannung komplett erhalten und es gibt kaum Zeit Luft zu holen (oder auf die Uhr zu schauen), andererseits fällt dadurch ein genaueres Kennenlernen der Protagonisten flach. Man erfährt zwar ein bisschen was über Ryans Vergangenheit, aber mir hat das für eine Identifikation mit ihr nicht gereicht.

Deswegen gibt es auch keine Höchstwertung von mir für den Film, sondern „nur“ 8 von 10 Punkten. Aber es gilt: UNBEDINGT im Kino und in 3D ansehen!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Film und TV abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Gravity 3D (Alfonso Cuarón, USA/UK 2013)

  1. Libertarian Anonymous schreibt:

    Die „einsame Heldin“ Ryan Stone ist eindeutig von Ellen Ripley aus „Alien“ inspiriert. Das wird an einer Stelle sogar ganz deutlich, als sie einen Funkspruch an Houston mit „…Ryan Stone, sole survivor of space shuttle Explorer.“ abschliesst. Es gibt am Schluss in Alien eine ähnliche Szene, in diesem Fall spricht Ripley allerdings in ihr Logbuch und schliesst ab mit „…Ellen Ripley, sole survivor of space freighter Nostromo.“

    Auch ein grosser Teil – letztes Drittel? – von Alien ist ja sozusagen eine One-Woman-Show im Weltraum… insofern ist Stone nicht die erste ihrer Art. 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      In gewisser Weise magst du Recht haben, wobei ich schon finde dass „Alien“ nicht ganz in die Reihe der oben angesprochenen Filme passt. Und ich sehe auch nicht, dass Ryan Stone von Ellen Ripley „inspiriert“ ist. (ICH habe auf jeden Fall an keiner Stelle die beiden in Zusammenhang gebracht – so völlig ohne Aliens und Rumballerei.)
      Wenn, dann ist dieser Funkspruch für mich eher eine Hommage – das ist für mich nicht dasselbe.

  2. petersausp schreibt:

    Freut mich, dass Dir der Film gefallen hat. Wenn der bei uns noch in einem (soundtechnisch) guten Saal laufen würde, würde ich glatt nochmal reingehen…

  3. Nummer Neun schreibt:

    Ganz toller Film – da hat sich das 3D tatsächlich mal gelohnt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s