Filth (dt. Drecksau, Jon S. Baird, UK 2013)

Dieser Film, der auf dem gleichnamigen Roman von Irvine Welsh basiert, ist eigentlich unbeschreibbar. Was kommt vor? James McAvoy und weitere Schotten, Sex, Drogen, Alkohol, Sex, Intrigen, Medikamente, Sex, Halluzinationen, Schuldgefühle, Sex, Tod, Sehnsucht, Sex, Drogen, Intrigen, Drogen, Schuldgefühle…

Selbst in England ist der Film ab 18, für Deutschland scheint es immer noch keine Angabe zur FSK-Freigabe zu geben (ich hab zumindest nichts gefunden), ich schätze aber, auch hier wird der ab 18 sein, für die USA ist noch gar kein Datum für den Filmstart angegeben.

Ein Film, bei dem ich davor zurückschrecke, ihn pauschal zu empfehlen, denn „schön“ ist er nicht gerade. Mal lacht man über bissige Bemerkungen und skurrile Situationen, mal bleibt einem das Lachen im Halse stecken, mal sagt man über den Protagonisten „Was für ein Arschloch!“, mal hat man Mitleid mit ihm… und der Sex ist eigentlich nie sexy. Vielleicht nicht ganz so schmerzhaft wie in Shame, aber Spaß macht der Sex in diesem Film auch nicht. Im Grunde gibt es nur ein paar ganz wenige „versöhnliche“ Szenen. Trotzdem für mich ein ganz besonderer Film, nicht zuletzt auch durch James McAvoy, der sich die Seele aus dem Leib spielt! Was für ein Unterschied zu dem Jungen aus Atonement (Abbite)!

In weiteren Rollen zu sehen (u.a.): Eddie Marsan (zuletzt in The World’s End zu sehen), Jamie Bell, Jim Broadbent, Joanne Froggatt (aus Downton Abbey)…

Für Nicht-Muttersprachler, die den Film in der englischen Originalversion ansehen wollen, ist der Film ein Härtetest – der Film spielt ja in Schottland und die Jungs sprechen auch schön schottisch, und das noch dazu meistens nicht gerade langsam. Erst ab etwa der Hälfte des Films hatte ich mich einigermaßen reingehört – vorher habe ich bestimmt bis zu einem Drittel der Dialoge (und Monologe) nicht verstanden. Da hätten Untertitel Wunder gewirkt – und ich kann eigentlich fast nur dazu raten, sich ein Kino auszusuchen, das den Film mit Untertiteln zeigt.

Ein abgefahrener britischer Film ohne Happy End: 8 von 10 Punkten!

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4 Antworten zu Filth (dt. Drecksau, Jon S. Baird, UK 2013)

  1. Miss Booleana schreibt:

    Ein gradnioser Film! Die letzten Minuten werde ich nicht so schnell vergessen. Zwar empfand ich einen Teil der Auflösung um seine Frau als echten Quark, aber McAvoy schauspielert ja praktisch um sein Leben, von der einen Minute so bemitleidenswert zur nächsten Minute – so ein Arsch! Du bringst es auf den Punkt beim Vergleich mit Abbitte. 🙂
    Über die Rolle von Joanne Froggat/Anna aus Downton Abbey habe ich mich auch sehr gefreut, v.A. weil ich keine Ahnung hatte, dass sie mit dabei ist.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja, die Auflösung fand ich auch nicht so prickelnd, aber ich war so geflasht von McAvoys Tour de Force, dass ich darüber hinweggesehen habe. Ich mochte ihn ja vorher schon, aber mit dieser Performance hat er mich absolut umgehauen! That reminds me: ich wollte mir den Film ja eigentlich nochmal mit Untertiteln ansehen… Hast du ihn denn im Original gesehen?

      • Miss Booleana schreibt:

        Nein :-/ Ich tue mich enorm schwer mit dem schottischen Dialekt. So für ein paar Passagen gehts meist ganz gut. Aber dann … . Kommt auch auf den Film/die Serie an. In Downton Abbey redet ja manchmal die Verwandschaft etwas mit schottischem Dialekt, aber nie so doll. Bei dem Film war es denke ich recht stark, deswegen habe ich es gleich ganz gelassen. Du kommst damit besser klar, vermute ich mal 😉

  2. singendelehrerin schreibt:

    Naja, ich habe ja geschrieben, dass ich auch meine Schwierigkeiten hatte… In den schottischen Dialekt muss ich mich – als Amerikanistin – schon auch erstmal reinhören. Und du hast Recht, in diesem Film war es echt extrem, weil auch so schnell geredet wurde. Aber trotzdem liebe ich halt James McAvoys Stimme – gerade, wenn er „schotteln“ darf! 🙂 Aber, wie gesagt, Untertitel sind sehr zu empfehlen bei diesem Film!

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