Lee Daniels‘ The Butler (USA 2013)

Besetzung (es sind einfach zu viele große Namen, um sie alle hier einzeln zu erwähnen): siehe http://www.imdb.com/title/tt1327773/?ref_=nv_sr_1

Das Drehbuch von Danny Strong – mir insbesondere bekannt durch seine Rolle als Jonathan in Buffy – The Vampire Slayer – wurde durch einen Artikel in der Washington Post von Wil Haygood über Eugene Allen inspiriert (http://www.washingtonpost.com/politics/a-butler-well-served-by-this-election/2013/08/13/961d5d78-0456-11e3-9259-e2aafe5a5f84_story.html), der über 30 Jahre im Weißen Haus gearbeitet hat – unter acht Präsidenten. Trotzdem ist The Butler von Lee Daniels kein Dokumentarfilm, sondern eine Fiktion, auch wenn mindestens zwei Stellen aus dem oben genannten Artikel direkt in den Film übernommen worden sind: die Einladung von Nancy Reagan an Eugene Allen und seine Frau, am Dinner mit dem Präsidenten und dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl teilzunehmen; und der Dialog zwischen Eugene und seiner Frau kurz vor der Wahl 2008. Aber der Butler im Film heißt Cecil Gaines (gespielt von Forest Whitaker) und die meisten Ereignisse, die ihn und seine Familie betreffen, sind wohl erfunden. (Der Reporter Wil Haygood hat auch einen wunderbaren Artikel über seine Erlebnisse bei den Dreharbeiten geschrieben: http://www.washingtonpost.com/lifestyle/magazine/the-butler-movie-forest-oprah-and-me/2013/07/24/7e38d738-d386-11e2-a73e-826d299ff459_story.html )

Für mich liegt die Stärke dieses Films darin, dass die private Geschichte von Cecil Gaines mit der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung verknüpft wird. Das beginnt mit den schrecklichen Ereignissen aus Cecil Gaines‘ Kindheit als Sklave und wird fortgeführt durch Gaines‘ Sohn Louis (David Oyelowo), der sich den „Freedom Riders“ anschließt und so immer wieder eingesperrt wird. Eine der stärksten Szenen ist eine der ersten Aktionen, an denen Louis als Student teilnimmt: eine Gruppe von jungen Schwarzen (plus ein paar wenige weiße Sympathisanten) setzen sich in einem Diner in die Bereiche, die für Weiße ausgewiesen sind und verlangen, bedient zu werden. Das wird ihnen verwehrt, trotzdem wiederholen sie ihren Wunsch und bleiben sitzen – obwohl sie beleidigt, angeschrien, angespuckt, und schließlich auch mit Gewalt entfernt werden. Der traurige „Witz“ ist ja, dass sie danach auch noch festgenommen werden, obwohl sie NICHTS getan haben außer im Bereich „Whites only“ zu sitzen. Des weiteren sieht man eine ganze Reihe von Ereignissen, die man von Fotos kennt, wie z. B. bei den Demonstrationen in Birmingham, als die Polizei Wasserwerfer und Hunde eingesetzt hat.

So bietet dieser Film einen Schnelldurchlauf (in 132 Minuten) von der Sklaverei bis hin zur Wahl Barack Obamas. Da wird dem Zuschauer nochmals klar, wie förmlich unglaublich es für Cecil Gaines, der als Kind erleben musste, wie seine Mutter vom weißen Plantagenbesitzer vergewaltigt wurde und sein Vater von diesem erschossen wurde, gewesen sein muss, zu sehen wie ein Schwarzer zum amerikanischen Präsidenten gewählt worden ist. Zu wissen, dass es eine reale Person gab, die das so ähnlich erlebt hat, ist schon sehr bewegend. Helene, die Frau von Eugene Allen ist übrigens 2008 ganz kurz vor der historischen Wahl Barack Obamas gestorben.

7,5 von 10 Punkten.

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