Kick-Ass 2 (Jeff Wadlow, USA/UK 2013)

„I HATE REBOOTS“ – das steht auf einem T-Shirt, das Dave Lizewski alias Kick-Ass (Aaron Taylor-Johnson) in einer Szene trägt. Nun, Kick-Ass 2 ist zwar kein (Film-)Reboot (für alle, die nicht wissen, was das überhaupt ist: http://en.wikipedia.org/wiki/Reboot_%28fiction%29 Prominente Beispiele: Batman (die Dark Knight-Reihe), Star Trek, Superman (ich habe aufgehört zu zählen, wie oft da schon rebootet worden ist), Hulk, Spider-Man), aber ein Sequel – und da gibt es gute und schlechte. Leider fällt dieses Sequel eher unter die schlechteren.

Kick-Ass habe ich im März 2010 in der Sneak Preview gesehen und war absolut hingerissen! Wahnsinnig brutal, absolut unmoralisch/politisch unkorrekt – aber unglaublich witzig und unterhaltsam! Kick-Ass 2 ist NOCH brutaler (zumindest hat er FSK 18 bekommen), und es war mir am Ende nicht klar, was denn nun die „Moral von der Geschicht'“ ist. Wenn es überhaupt eine gibt. Sollte es eine geben?

Ich muss gleich wieder gestehen: ich kenne die Comics nicht, von daher fällt jede Beurteilung der Werktreue aus. Im Vergleich zum ersten Teil fällt Kick-Ass 2 jedoch deutlich ab, wie ich finde. Irgendwie ist die Mischung zwischen Coming-of-age-Story (typische Highschool-Probleme für Mindy/Hit-Girl (Chloë Grace Moretz)), Superhelden (und Superbösewicht)-Persiflage, Rachefeldzug, Drama, Komödie und Martial-Arts-Action diesmal nicht so gut gelungen. Vielleicht wurde da auch ein bisschen zu viel des Guten vermischt.

Dave hatte ja sein Superheldenkostüm an den Nagel gehängt, aber vermisst sein Alter Ego Kick-Ass. Und so lässt er sich von Mindy trainieren und hofft darauf, mit ihr ein Team zu bilden. Der erste gemeinsame „Ausflug“ endet so, dass Kick-Ass ordentlich eins auf Mütze bekommt und Hit-Girl von ihrem Vormund (und Polizisten) Marcus (sehr sympathisch: Morris Chestnut) sozusagen „auf frischer Tat“ ertappt wird und ihm versprechen muss, endgültig auf Hit-Girl zu verzichten. Sie hält sich (zunächst) daran, und so muss sich Kick-Ass eine neue Superhelden-Crew suchen – und findet sie in „Justice Forever“ (JF), einer Truppe, die vom Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey, der eindeutig die besten Lines hat, insbesondere diese hier: [SPOILER:]Nachdem der Superheld Insect Man erzählt hat, warum er Superheld geworden ist und keine Maske dabei trägt (er ist homosexuell und die Maske würde sozusagen sein Outing wieder rückgängig machen), sagt also der Colonel: „As long as the heart is in the right place, it doesn’t matter what you put in your mouth.“ [/SPOILER]) geleitet wird. Der Colonel hat außerden einen Deutschen Schäferhund, der u.a. auf das Kommando „Schwanz!“ (auch in englischer OV!) nicht etwa mit dem Schwanz wedelt, sondern… naja, sagen wir so, das Kommando funktioniert nur, wenn Männer anwesend sind. Wird Dave es schaffen, Mindy dazuzubewegen, auch bei JF mitzumachen?

Auf der anderen Seite haben wir “ The Supervillain formerly called Red Mist“ Chris D’Amico (Christopher Mintz-Plasse), der sich nun Motherfucker nennt – was durchaus in gewisser Weise wörtlich zu verstehen ist. Der schart nun auch eine Horde von Bösewichtern (inkl. einer russischen Ex-KGB-lerin, die alle Klischees erfüllt) um sich, um sich an Kick-Ass zu rächen. Und auch wenn „das Gute“ irgendwie am Schluss gewinnt, es gibt doch einen ziemlichen Blutzoll – und Motherfucker konnte zumindest Teile seines Racheplans umsetzen. Da konnte man dann nicht mehr lachen.

Vielleicht ist das das Hauptproblem des Films. Gut, auch bei Teil 1 gab es tragische Tode (Hit-Girls Vater Big Daddy), aber hier hat es für mich irgendwie nicht mehr so richtig reingepasst. Außerdem empfand ich den Final Showdown zwischen den „Heroes“ und den „Villains“ eher als langweilig denn als Höhepunkt des Films. Außerdem blieb für mich die Botschaft des Films (es klang durch das Voiceover ein bisschen so, als ob es eine geben sollte) im Dunkeln – braucht man nun die Superhelden oder nicht?

Ich habe mich zwar nicht gelangweilt – es gab schon sehr viele witzige Stellen und ab und zu sah man Aaron Taylor-Johnsons gestählten Oberkörper (der 23-Jährige ist übrigens mit einer 46-jährigen Frau verheiratet! Es besteht noch Hoffnung für mich… ;)), aber insgesamt hat mich der Film eher enttäuscht: 5-6 von 10 Punkten.

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4 Antworten zu Kick-Ass 2 (Jeff Wadlow, USA/UK 2013)

  1. Libertarian Anonymous schreibt:

    „…es gab schon sehr viele witzige Stellen und ab und zu sah man Aaron Taylor-Johnsons gestählten Oberkörper…“

    Jetzt musste ich aus Neugier doch glatt „Aaron Taylor-Johnson shirtless“ googeln. Okay. Geht schon. Du kennst offenbar noch nicht mein neues Profilfoto bei den …. oder? 😉

    Aber der hat auch bei „Savages“ mitgespielt? Da wäre ich ja nie drauf gekommen. Da sieht man mal wieder, wie man aus einem Darsteller allein durch das Styling schon zwei vollkommen unterschiedliche Charaktere machen kann. Immer wieder erstaunlich.

    • singendelehrerin schreibt:

      Zum neuen Profilbild: „Geht schon“… 😉 (Das sind NIE und NIMMER deine Oberarme! :P)

      Ja, die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Charakteren in „Kick-Ass“ und „Savages“ gehen wirklich fast gegen Null. ich weiß noch, wie wir damals (bei „Savages“) gerätselt haben, wer dieser (extrem gut aussehende) Typ ist und dann einigermaßen schockiert waren, herauszufinden, dass er Kick-Ass gespielt hatte. In „Anna Karenina“ hat er ja wieder ganz anders ausgesehen – mit blonden Locken und Schnurrbart.

      Ich finde einfach, Aaron ist einer dieser Männer, die mit längeren Haaren verdammt gut aussehen, wie z. B. in „Savages“ oder hier: http://www4.pictures.zimbio.com/pc/Aaron+Taylor+Johnson+world+premiere+Anna+Karenina+FOU3ktpdVD6l.jpg

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        „Das sind NIE und NIMMER deine Oberarme!“

        Du irrst. 😉 Und abgesehen vom geschwärzten Hintergrund ist an diesem Foto auch kein einziges Pixel gephotoshoppt. Also anders als z.B. bei Ryan Gosling. 😉

  2. singendelehrerin schreibt:

    Pfff – das glaub ich erst, wenn ich’s sehe! 😛

    PS: Und – hat’s dir mehr Klicks gebracht? 😉

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