Pacific Rim 3D (Guillermo del Toro, USA 2013)

Riesige Kampfroboter (Jaeger) versuchen riesige Seemonster (Kaijus) aus einer anderen Dimension zu besiegen. Klingt nach billigem japanischem B-Monster-Movie mit magerem Plot und schlechten Special Effects? Keineswegs! Pacific Rim kann durchwegs überzeugen:

  • Special Effects: Sowohl die Kaijus als auch die Jaeger sind WIRKLICH unglaublich riesig! Das wird immer wieder sehr überzeugend durch Größenvergleiche anschaulich gemacht, etwa wenn ein Jaeger ein Schiff hinter sich herzieht und es dann als „Keule“ gegen einen Kaiju benutzt. Kaum vorstellbar, diese Dimensionen! Und doch sind die Special Effects so gut, dass sie glaubhaft wirken. Die Kämpfe zwischen diesen Giganten haben eine zerstörerische Gewalt – dass dabei Hochhäuser eingerissen werden, scheint weitaus logischer als die Zerstörungsorgie bei Man of Steel (https://singendelehrerin.wordpress.com/2013/06/18/man-of-steel-zack-snyder-usacanadauk-2013/). Die Monster schauen auch recht interessant aus. Ein paar ganz nette 3D-Effekte gibt es, aber – wie so oft – man hätte auch gut darauf verzichten können.
  • Plot: Spannende Idee: die Jaeger werden (in der Regel) von zwei Piloten gesteuert (einer für die rechte Hirnhälfte, einer für die linke Hirnhälfte), die durch einen „neural handshake/bridge“ verbunden werden. D.h., beide Gehirne werden miteinander und mit dem Jaeger verbunden. Je besser der „Drift“, die Gedankenkoppelung, desto besser lässt sich der Jaeger steuern (dies geschieht übrigens durchaus durch harten körperlichen Einsatz: alle Bewegungen müssen von den Piloten durchgeführt werden). Deswegen funktionieren Teams am besten, die eine starke emotionale Bindung haben (z. B. Brüder, oder Vater und Sohn) und/oder besonders kompatibel sind (z. B. auch in ihrem Kampfstil). Dieses Konzept allein ist einfach schon außergewöhnlich. Ungewöhnlich auch die Tatsache, dass die „Außerirdischen“ in dem Fall nicht aus dem Weltall kommen, sondern aus dem Meer – besser gesagt, aus einem interdimensionalen Portal, genannt The Breach. Gut, letzten Endes ist es dann mal wieder der Kampf der Guten (Menschen) gegen die Bösen (Außerirdische, die den Planeten für ihre Spezies komplett übernehmen wollen) – weniger innovativ. Aber man sagt ja immer, dass im Prinzip alle Geschichten schon erzählt worden sind und es mehr um das WIE als um das WAS geht. Und da sticht beispielsweise positiv heraus, dass hier alle Nationen zusammenarbeiten – und nicht nur Männer, sondern auch Frauen als Piloten eingesetzt werden. Dies bringt mich zu den
  • Charakteren: Del Toro schaffte es, die Charaktere so zu gestalten, dass man mit ihnen mitfühlen kann. Es gibt wohl auch etwas stereotype Charaktere, so sieht das russische Piloten-Team (eine Frau und ein Mann) irgendwie so aus, wie man sie sich vielleicht als Bösewicht in einem James Bond aus der Zeit des Kalten Krieges vorstellt, und entsprechend kämpft auch der Jaeger (Nahkampf-Boxen, Schwitzkasten…). Und es gibt auch die üblichen Reibereien unter den Piloten – natürlich muss immer einer gegen den „Held“ sein -, aber immerhin wurde auf eine herkömmliche Love-Story verzichtet – es gibt KEINEN Kuss am Schluss, was ich sehr gut fand.

Folgende Schauspieler und ihre Charaktere fand ich besonders gut:

  • Charlie Hunnam als Raleigh Becket: Mir war der junge Mann noch so gut wie unbekannt, aber wer die TV Serien Queer as Folk (die britische Variante) oder Sons of Anarchy kennt, der wird ihn wohl wiedererkennen. Für mich war es aber schön, ein recht „frisches“ Gesicht in der Hauptrolle zu sehen – und er hat seine Sache sehr gut gemacht.
  • Rinko Kikuchi als Mako Mori, Raleighs neue Co-Pilotin (nach dem Tod seines Bruders): Großartig! Ich musste erst überlegen, woher ich sie kannte, dann fiel es mir spät nachts ein (OHNE bei imdb nachgeschaut zu haben!): sie spielte das gehörlose japanische Mädchen in Babel! Mako und Raleigh haben eine schöne Chemie zusammen, kommen sich durch die neurale Verbindung sehr nahe, aber ohne ins Romantische abzudriften. Toll übrigens auch die kleine Mana Ashida, die Mako als Kind (in ihrer Erinnerung) darstellt!
  • Idris Elba als Marshall Stacker Pentecost (Chef des Jaeger-Projekts): ich glaube, ich sollte mal in die Serie Luther, in der er die Titelrolle des DCI John Luther spielt, denn er hat eine Leinwandpräsenz, die Lust auf mehr macht. Vaterfigur, strenger Kommandant, selbstloser Held… das alles in einer Person, und absolut überzeugend!
  • Die Nerds, äh, ich meine: Wissenschaftler: Charlie Day als Dr. Newton Geiszler und Burn Gorman (u.a. durch die britischen Serien Torchwood und The Hour bekannt) als Gottlieb (!). Die beiden sorgen für viel „comic relief“ – man achte bitte insbesondere auf die Kloschüssel *lol*!
  • Last but not least wäre da noch einer der meistbeschäftigten Schauspieler (die Liste bei imdb ist extrem lang!), ein Guillermo del Toro-Veteran: Ron Perlman in einer gewohnt schrägen Rolle!

Ein paar Kleinigkeiten fand ich nicht so gut: für meinen Geschmack hätte man die Kampfszenen etwas kürzen können, dafür hätte noch etwas mehr auf Raleighs „Innenleben“ eingegangen werden können. Die klischeehaften Russen habe ich schon erwähnt… Irgendein Kritikpunkt war mir vorhin noch eingefallen, aber angesichts der fortgeschrittenen Stunde fällt er mir nicht mehr ein.

Insgesamt so, wie man sich einen Sommer-Action-Blockbuster vorstellt: 7-7,5 von 10 Punkten!

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Film und TV veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s