World War Z (Marc Forster, USA 2013)

Ich habe ja relativ spät das Zombie-Genre für mich entdeckt. Erst seitdem es das Fantasy Filmfest (FFF) in Nürnberg gibt, sehe ich bewusst auch mal Zombie-Filme an. Am liebsten mag ich allerdings die abgedrehten witzigen Filme, so wie Shaun of the Dead oder Zombieland – oder amüsiere mich, wie beim letzten FFF, darüber, wie Senioren mit Rollatoren Zombies „davonlaufen“ (Cockneys vs. Zombies). Das liegt natürlich daran, dass Zombies sich in der Regel nur sehr langsam fortbewegen – und, erstaunlicherweise, trotzdem meistens alle Nicht-Zombies erwischen.

Nun, mit diesem Klischee räumt World War Z gründlich auf! Hier legen die „Zombies“ ein Tempo vor, dass ein Entkommen unmöglich scheint. Da zusätzlich die Zombies in diesem Film meist in Massen vorkommen (nun, das ist nun wiederum nicht so ungewöhnlich), führt das dazu, dass sie förmlich wie Wellen durch die Gassen schwappen. Die großartigsten, furchterregendsten Szenen sind dabei die in Jerusalem, als sich erst Tausende von Zombies über die Mauer, die den israelischen Teil vom palästinensischen trennt, wälzen und sich dann in die Gassen ergießen. Fantastische Special Effects!

Und trotz der Spannung und dem Gefühl der Ausweglosigkeit, die in diesen Szenen erzeugt werden, ist der Film für mich kein klassischer Horrorfilm, sondern eher ein Actionthriller. Es wird weitgehend auf Ekelmomente, die ja sonst oft Zombiefilme bestimmen, verzichtet, es gibt nur wenige Close-Ups, und auch dann sind die Zombies hier längst nicht so grauenerregend in ihrem Aussehen, dass nicht auch ein Mainstream-Publikum damit umgehen könnte.

Von der Handlung her erinnerte der Film anfänglich etwas an Contagion (Steven Soderbergh,  USA 2011), denn auch hier soll dadurch, dass man (= Brad Pitt als ehem. UN-Mitarbeiter Gerry Lane) den Ursprungsort der Pandemie sucht, ein Impfstoff gefunden bzw. entwickelt werden, um der sich rapide ausbreitenden Seuche (Gebissene verwandeln sich in 12 Sekunden!) Einhalt zu gebieten. Schnell wird klar, dass sich das mit dem Ursprung etwas schwierig gestaltet… erst als Gerry herausfindet, warum manche Menschen einfach von den Zombies ignoriert werden, scheint eine Eindämmung der Seuche denkbar, aber am Ende des Filmes ist keineswegs „alles gut“. Vielleicht wollte man sich auch die Option auf ein Sequel freihalten.

Viel mehr mag ich zum Plot nicht sagen, denn für mich war der Film auch deswegen so spannend, weil ich außer einem Teaser-Trailer („Oh, geil, schnelle Zombies!“) nicht viel darüber wusste. Und abgesehen von den typischen „Ja, klar, der Protagonist kommt aus allen brenzligen Situationen mit einigermaßen heiler Haut raus, auch wenn um ihn herum (fast) alle sterben“ Situationen (ich sage nur: Flugzeugabsturz!), hat mir World War Z sehr gut gefallen – von den ersten Szenen, als Gerry Lane mit seiner Familie (seine Frau wurde von Mireille Enos aus der hervorragenden Serie „The Killing“ dargestellt) im Stau steht – mal nicht in NYC, sondern in Philadelphia -, als der Zombie-Wahnsinn über sie hereinbricht, bis hin zu der vorläufigen „Lösung“, die allerdings erstmal nur verhindert, dass sich noch mehr Leute anstecken. Das Ende mit Voice-Over von Brad Pitt fand ich allerdings nicht so gelungen. Dafür haben mich die Special Effects bei den Massenszenen nur so weggeblasen.

7-8 von 10 Punkten.

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