Schlimmer geht’s immer! (Stilblüten, Teil 4)

In den nächsten Wochen wird es auch mal wieder ein paar visualisierte Stilblüten geben, heute aber zwei wirklich wunderbare bzw. wunderSAME Versuche von Schülern der 12. Klasse, eine sog. Mediation-Frage zu beantworten. Dabei wird zu einem englischsprachigen Text eine Frage auf Deutsch gestellt, die dann auch auf Deutsch beantwortet werden muss. Wortwörtliche Übersetzungen sollen vermieden werden, es soll vielmehr relativ frei der Inhalt auf Deutsch wiedergegeben werden.

Dies ist die Textstelle, auf die sich die Frage bezog:

During a 2011 mobile-finances presentation at a major American bank, I noticed one of the bankers, an African immigrant, chuckling. U.S. tech vendors described “cutting-edge” mobile applications “due out in a year or two” that would allow Americans to use phones for basic banking. “Cutting edge? Man, we’ve had that stuff in Africa for years now,” the African banker said to me.

http://www.thedailybeast.com/newsweek/2013/01/28/africa-s-mobile-tech-boom.html

Nun die Aufgabenstellung:

1. Was meinen die amerikanischen Verkäufer, wenn sie von „cutting-edge“ Anwendungen sprechen?

Eine Schülerin schrieb:

Das meint „Schneiderand“. Das meint, dass es an der Grenze der Vernunft ist. Es funktioniert alles nur noch mobil. Es wird nur noch über Technologien kommuniziert.

Oh ja, das ist – indeed – an der Grenze der Vernunft!

Einen weiteren Einfall einer Schülerin aus der Klasse einer Kollegin kann ich leider nicht wörtlich zitieren, aber sie meinte wohl, dass das „cutting-edge“ für die abgerundeten Ecken bei den neuesten Handys steht… Ähm, ja…

Aber was heißt denn nun „cutting-edge“ tatsächlich? 😉

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3 Antworten zu Schlimmer geht’s immer! (Stilblüten, Teil 4)

  1. Libertarian Anonymous schreibt:

    …in diesem Zusammenhang: Die neueste, innovativste Entwicklung im Bereich (mobiler) Anwendungen.

    „Vendor“ würde ich übrigens nicht mit „Verkäufer“ übersetzen, sondern mit „Anbieter“ – m.E. steht „vendors“ im Textzusammenhang hier für die Unternehmen, die ihre Produkte präsentieren (wobei der Präsentierende nicht unbedingt ein Verkäufer sein muss, sondern alles sein kann, sogar CEO), und nicht einzelne Personen.

    Krieg‘ ich dafür einen Extrapunkt? 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Du hast völlig recht – on both counts! 🙂
      Nun könnte ich ja sagen, dass wir für die Fragestellung „Verkäufer“ genommen haben, weil wir es den Schülern leichter machen wollten… 😉 aber es war wohl eher so, dass wir uns da nicht genügend Gedanken darüber gemacht haben, da solche Vorgänge (Vorstellung von neuen (IT-)Produkten ) nicht soooo das Feld ist, mit dem wir uns tagtäglich beschäftigen…

  2. singendelehrerin schreibt:

    Nachtrag: die Schüler sollten hier auch noch schreiben, was in dem Fall die „neueste Entwicklung“ war, nämlich dass man einfache Bankgeschäfte mit diesen Anwendungen erledigen kann.

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