Much Ado About Nothing (Joss Whedon, USA 2012)

Es ist ein „Who’s who?“ von Joss-Whedon-Serien-und Film-Darstellern, an dem Whedon-Fans der ersten Stunde ihre wahre Freude haben werden:

Amy Acker (Angel, Dollhouse, Cabin in the Woods) als Beatrice

Alexis Denisof (Buffy, Angel, Dollhouse, The Avengers) als Benedick

Clark Gregg (The Avengers, demnächst: Agents of S.H.I.E.L.D.) als Leonato

Reed Diamond (Dollhouse) als Don Pedro

Fran Kranz (Dollhouse, Cabin in the Woods) als Claudio

Sean Maher (Firefly) als Don John

Nathan Fillion (Buffy, Firefly, Dr. Horrible’s Sing-Along-Blog) als Dogberry

Tom Lenk (Buffy, Cabin in the Woods) als Verges

… und selbst relativ unbedeutende Nebendarsteller aus Whedon-Projekten sind dabei, so z. B. – als Hero – eine bis dato völlig unbekannte Schauspielerin namens Jillian Morgese, die eine „uncredited“ (d.h. sie tauchte nicht mal im Abspann auf) Minirolle in The Avengers hatte.

Whedon selber sagte über das Projekt (genaues Zitat und Quelle habe ich gerade nicht zur Hand), dass er einfach mal mit guten Freunden einen kleinen Film drehen wollte – tja, und dafür hat er sich meine Lieblingskomödie von Shakespeare ausgesucht und das Ganze in 12 Tagen in seinem Haus gedreht – auf Schwarz-Weiß. Die Musik hat Joss Whedon – neben dem Drehbuch, basiert natürlich auf Shakespeare – auch gleich mal selbst geschrieben (gespielt und gesungen dann von seinem Bruder Jed und dessen Ehefrau Maurissa Tancharoen)

Das Ergebnis macht richtig Spaß – insbesondere die Kabbeleien zwischen Amy/Beatrice und Alexis/Benedick und die Szenen, als die beiden reingelegt werden, indem sie jeweils „zufällig“ hören, dass der jeweils andere in sie verliebt ist! Amy und Alexis beweisen in diesen Szenen wirklich großartiges komödiantisches Talent!

Weniger überzeugend – es fällt mir schwer, das zu sagen – war Fran Kranz als Claudio. Ich liebte ihn in Dollhouse als Topher (auch wenn der Charakter über weite Strecken eher weniger liebenswert war) und hätte mir niemand anderen für die Rolle, die er in Cabin in the Woods gespielt hat, vorstellen können. Aber als „romantic lead“ (naja, „lead“ war er ja nicht ganz, aber mir fällt jetzt gerade kein passenderer Begriff ein) fehlte ihm das gewisse Etwas. Sorry, Fran!

Clark Gregg und Reed Diamond haben mir außerordentlich gut gefallen, Sean Maher als intrigierender Don John blieb für mich etwas farblos.

Ach, und dann diese beiden als „Cops“: Nathan Fillion (inzwischen noch bekannter durch seine Rolle in Castle) und Tom Lenk! Nathan als Dogberry, der sogenannte Malapropismen https://de.wikipedia.org/wiki/Malapropismus (und für die Rolle passender: https://en.wikipedia.org/wiki/Malapropism) verwendet (DESWEGEN habe ich ihn so schlecht verstanden!) und Tom als sein etwas ungeschickter „Kollege“ haben schon für viele Lacher gesorgt – natürlich insbesondere bei den Fans, die die beiden aus anderen Rollen kennen.

Das moderne Setting, die Kameraführung und die Musik haben mir sehr gut gefallen; ich fürchte aber, dass die Tatsache, dass der Film SW ist, eventuell  (bei mir) dazu beigetragen hat, dass Fran Kranz etwas an Wirkung verloren hat. Er hat nämlich eine sehr interessante Augenfarbe:

(Wow, das ist wirklich DAS schönste Bild, das ich je von Fran gesehen habe! Zum Verlieben!)

 

 

Insgesamt für Fans des „Whedonverse“ ein riesen Spaß! Wie aber sieht’s mit Shakespeare-Fans aus? Hält der Film dem Vergleich mit dem Film von und mit Kenneth Branagh (1993) stand? Ich finde schon. Puristen mögen sich daran stören, dass Shakespeares Englisch hier amerikanisch ausgesprochen wird; und ja, ich gestehe, dass mich rein sprachlich gesehen eine britsche Produktion mit britischen Schauspielern vielleicht noch mehr in ihren Bann ziehen könnte (ich freue mich z. B. schon sehr auf die neue Saison von National Theatre Live (http://ntlive.nationaltheatre.org.uk/), in der drei Shakespeare-Stücke live in in „mein“ Kino übertragen werden), aber trotzdem finde ich, dass diese Version von „Much Ado About Nothing“ genau den Witz und Charme versprüht, den man sich bei dem Stück vorstellt und wünscht.

9 von 10 Punkten! 🙂

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