Now You See Me (dt. „Die Unfassbaren“ von Louis Leterrier, F/USA 2013)

Schon komisch: im Real Life interessieren mich Zaubertricks und Zaubershows à la David Copperfield nicht wirklich – auf der Leinwand hat es schon ein paar Filme gegeben, die mich durchaus fasziniert haben, insbesondere „The Prestige“ (von Christopher Nolan, mit Hugh Jackman und Christian Bale, aus dem Jahr 2006) – und zuletzt eben „Now You See Me“.

Der Regisseur Louis Leterrier hat bisher eine Reihe von Filmen gemacht, die mich eher weniger interessiert haben, um es milde auszudrücken: „The Transporter“ (1+2), „Clash of the Titans“, und zwei, die ich zwar gesehen habe und die ich nicht so ganz schlecht fand („Unleashed“ mit Jet Li und „The Incredible Hulk“ mit Edward Norton), aber die mich auch nicht vom Hocker gerissen haben.

Sein letztes Werk lief nun letzten Freitag in der Sneak Preview und kann mit einem großartigen Cast aufwarten: Morgan Freeman, Michael Caine, Jesse Eisenberg, Mark Ruffalo, Woody Harrelson, Isla Fisher, Mélanie Laurent… Über Freeman und Caine braucht man eh kein Wort zu verlieren – da weiß man, dass man Qualität bekommt. Jesse Eisenberg gefällt mir außerordentlich gut in seiner Rolle – er sieht besser aus als je zuvor und spielt mit einer wunderbaren Leichtigkeit. Mark „The Hulk“ Ruffalo: ich stehe ja auf Stimmen – nun, dieser Mann hat auch eine unglaublich interessante Stimmfarbe und man sieht ihm einfach gerne zu. Muss ich zu Woody Harrelson etwas sagen? Der Mann hat ein Händchen für die skurillsten, durchgeknalltesten Charaktere – und auch hier hat man mal wieder das Gefühl, die Rolle ist ihm auf den Leib geschneidert. Isla Fisher, die ich eigentlich sehr mag, geht hier meines Erachtens etwas unter, aus meiner Sicht einer der schwächsten Charaktere, was aber eher am Drehbuch liegt, möchte ich meinen. Die Französin Mélanie Laurent habe ich das erste Mal in „Inglourious Basterds“ (Quentin Tarentino) gesehen, und danach nochmal in „Beginners“ (mit Ewan McGregor), und ich finde sie einfach reizend! Sie ist für mich so typisch französisch: zierlich, klein, hübsches, schmales Gesicht, charmant…

Aber wen stellen diese Schauspieler eigentlich dar?

Nun, der Film geht damit los, dass vier – mehr oder weniger erfolgreiche – im weitesten Sinne Zauberkünstler unabhängig voneinander eine geheimnisvolle Tarot-Karte mit einer Einladung des „Auges“ zu einer Adresse bekommen – wo sich dann die vier treffen: Daniel Atlas (Eisenberg) und Henley Reeves (Fisher) haben beide schon Erfolg und ihre eigenen Shows, Jack Wilder (Dave Franco, Bruder von James Franco) ist eher ein kleiner, aber sehr talentierter Trickbetrüger (der einzige, der die Tür zum Apartment, vor dem sich die vier treffen, aufbekommt) und der „Mentalist“ Merritt McKinney (Harrelson) nutzt seine Fähigkeiten schon mal, um Leuten Geständnisse und anschließend Geld aus der Tasche zu ziehen.

Ein Jahr später treten die vier als „The Four Horsemen“ (siehe Apokalypse ;)) in einer gigantischen Show in Las Vegas auf – und rauben während der Show durch eine Art „Wurmloch“ eine Bank in Paris aus; das Geld „regnet“ quasi auf die Zuschauer herab. Doch wer ist der Mastermind dahinter? Ist es der Versicherungsmagnat Arthur Tressler (Caine), der die Show sponsert? Welche Rolle spielt der „Zaubertrick-Enttarner“ Thaddeus Bradley (Freeman)? Wie haben sie das geschafft? Wird das der erste und letzte Coup sein – oder ist das erst der Auftakt zu etwas Größerem?

Nun, das versucht FBI-Agent Dylan Rhodes (Ruffalo) zusammen mit der Interpol-Agentin Alma Dray (Laurent) rauszubekommen – und irgendwie scheinen die Zauberer ihnen immer einen Schritt vorauszusein… Gibt es einen Maulwurf beim FBI? Warum schickt Interpol so eine unerfahrene Agentin?

Nun, mehr darf nicht verraten werden, denn es gibt schon ein paar Wendungen, die man so nun gar nicht vorausgesehen hat.

Die Aufnahmen der Shows mit einem riesen Live-Publikum sind großartig „choreographiert“ (nein, es wird nicht getanzt): Kamerafahrten, Schnitt, Beleuchtung – das alles sieht sehr elegant und beeindruckend aus. Die Stimmung bei den Shows ist fast zu vergleichen mit großen Rock-/Pop-Konzerten – muss für die Schauspieler auch toll gewesen sein, vor so einem großen Publikum live zu stehen und zu agieren. It’s magic! Die Tricks waren nicht leicht zu durchschaun – nur an zwei Stellen im Film war ich etwas schlauer als die ermittelnden Beamten. 😉

Die Auflösung am Schluss hat wohl niemand kommen sehen – schön, dass man noch überrascht werden kann! Das Einzige, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, waren die mysteriösen Anspielungen auf dieses „Auge“ („The Eye“, das irgendeine Geheimorganisation von Magiern sein sollte) – vielleicht hab ich’s auch letztlich nicht ganz verstanden.

Insgesamt ein Film, den man vielleicht nicht gesehen haben MUSS, der aber durchweg unterhaltsam ist und einen ganz schön auf falsche Fährten führt!

7 von 10 Punkten!

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