STAR TREK – Into Darkness (3D)

Ich hatte nun einige Tage, um „Into Darkness“ (ST:ID) nochmal nachwirken zu lassen – und bin nach wie vor etwas zwiegespalten in meiner Meinung zum neuesten Star Trek Film von J. J. Abrams.

Das Positive zuerst:

Visuell ist der Film atemberaubend! Obwohl ich im selben Kino und in der selben Reihe wie bei „Iron Man 3“ saß, hatte ich das Gefühl, die Leinwand wäre viel größer. Und ob sich das 3D lohnt, ist bei ST:ID keine Frage – anscheinend eignet sich das Weltall besonders gut für 3D-Effekte! 😉 Großartig! Auch von den Sets her fand ich den Film sehr beeindruckend. Schon in der ersten Szene haben mich die Farben begeistert: Kirk und Bones/Pille rennen durch einen roten Wald (o.ä.) auf einem fremden Planeten, verfolgt von Einheimischen mit einer weißen, baumrindenartigen Haut. Später fand ich dann den Kontrast zwischen den Kommandobrücken von zwei Raumschiffen sehr interessant: eine war in eher dunklen Tönen gehalten (inkl. der Uniformen), die andere  (Enterprise) sehr hell und bunt (letzteres v.a. durch die Uniformen). Außerdem sah man sehr viel vom Innenleben der Enterprise (insbesondere den riesigen Maschinenraum) – noch nie hatte ich so ein gutes Gefühl für die gigantischen Dimensionen dieses Schiffes bekommen!

Die Action fand ich ebenfalls überragend – von Explosionen auf der Erde über „Luftgefechte“ im Weltall, von Flügen durch Trümmerfelder im All bis hin zu Schießereien und „hand-to-hand combat“ auf fliegenden Objekten (in der Luft, nicht im Weltall).

Die Chemie zwischen den Schauspielern bzw. Charakteren ist auch überzeugend – insbesondere die Beziehung zwischen Spock (Zachary Quinto) und Kirk (Chris Pine), die auch hier im Vordergrund steht. Da gibt es schon ein paar sehr gute Dialoge zwischen den beiden. Ach, und Scotty (Simon Pegg) ist einfach herrlich! Ich liebe seinen schottischen Akzent! 🙂 Die anderen Crew-Mitglieder haben nicht so viel Gewicht: Uhura (Zoe Zaldana), Bones/Pille (Karl Urban) und Chekov (Anton Yelchin). Naja, immerhin darf Sulu (John Cho) mal auf dem „Captain’s Chair“ Platz nehmen…

Aber – um zu meinen Kritikpunkten zu kommen – durch den Kniff von J. J. Abrams im ersten Teil des Star Trek „Reboots“, den jungen Kirk & Co. in eine alternative Zeitlinie zu versetzen, um neue Geschichten erzählen zu können, ohne ständig auf die Kontinuität im Star Trek Universum achten zu müssen, hatte ich eigentlich eine komplett neue Story erwartet. Und so waren mir die Anspielungen auf die Original-Filme etwas ZU offensichtlich und zum Teil auch plump. Um etwas genauer zu erläutern, was ich damit meine, muss ich spoilern, deswegen ist der nun folgende Text in gelb gehalten – wer den Film noch nicht gesehen hat, aber noch sehen will, möge erst weiterlesen, wenn die Schrift wieder schwarz ist:

Gut, Benedict Cumberbatch ist also tatsächlich „Khan“ – angelehnt an den Khan aus Star Trek II (Der Zorn des Khan), aber schon auch wieder anders. Trotzdem gibt es eine Parallele, die mich einfach letztlich gestört hat, weil sie aus meiner Sicht zu platt war (und ich lachen musste, statt die Dramatik emotional mitzufühlen): statt Spock (Star Trek II) rettet nun Kirk die Enterprise, in dem er sich opfert, um den Warp-Reaktor wieder zum Laufen zu bekommen, wodurch die Enterprise gerade noch entkommt. Und – wie im „Original“ – gibt es dann eine „herzzerreißende“ Szene zwischen Spock und Kirk an der Glasscheibe, nur halt mit umgedrehten Rollen. Bis hin zum Schrei „KHHHAAAAANNN!!!“ (Diesmal von Spock) Das fand ich wenig originell – und, wie gesagt, emotional hat mich das dann nicht so mitgenommen, weil ich das irgendwie schon mal gesehen hatte… Und natürlich wird dann auch Kirk von den Toten auferweckt – nur diesmal noch gleich am Ende des Films, nicht wie Spock in Star Trek III.

Eine weitere Sache, die mich ein bisschen gestört hat – bei aller Liebe zu Benedict Cumberbatch und bei allem Respekt für seine Leistung (und seine Stimme! ;-)) -, sind Anspielungen auf „The Avengers“: wie Tom Hiddleston als Loki musste auch Cumberbatch seine hellen Haare lassen und als Bösewicht „natürlich“ schwarze Haare (und einen schwarzen Mantel) tragen. Nicht dass die ihm nicht stünden – aber ich musste da eben unweigerlich an Hiddleston/Loki denken. Zudem gab es auch bei ST:ID eine Szene, in der der Bösewicht (Khan) inmitten von – ich sage mal: Sicherheitsleuten zu seiner Zelle gebracht wird, die doch sehr stark an die ganz ähnliche Szene mit dem Bösewicht Loki erinnert. Und dann wird Khan auch noch in eine Zelle mit Glasfront gesteckt! Hallo? Gut, die war nicht rundum aus Glas, so wie in „The Avengers“ und konnte auch nicht im Notfall entkoppelt werden und aus dem „Luftschiff“ „rausfallen“, aber auch hier drängte sich der Vergleich allzu stark auf. 

Diese Punkte haben dazu geführt, dass ich eben nicht restlos begeistert aus dem Kino kam – und was mich besonders „getroffen“ hat, war, dass ich nicht vollkommen geflasht von Cumberbatchs Khan war. Wer meine Kritik zu „Parade’s End“ gelesen hat, weiß, dass ich seine Schauspielkunst enorm hoch einschätze, aber als Bösewicht hat er mich nicht so umgehauen wie etwa – um noch einmal mit „The Avengers“ zu vergleichen – Tom Hiddleston als Loki (schon in „Thor“, aber insbesondere dann in „The Avengers“). Weiß nicht, woran das lag, denn er hat die Rolle zweifelsohne exzellent gespielt. Trotzdem war ich eben nicht völlig hingerissen, wie bei anderen Rollen, in denen ich ihn gesehen habe. Und ich meine auch, dass der „alte Khan“ für mich damals auch irgendwie furchterregender war (auch wenn er eigentlich lächerlicher aussah mit seiner 80er-Frisur und den exzentrischen Klamotten).

Trotzdem gute Sci-Fi-Unterhaltung – nur eben nicht ganz so originell wie der erste Teil der Neuauflage! Und man sollte auch nicht vergessen, dass ja keineswegs die alte Reihe von vorn bis hinten super war…

Ich gebe mal 7 von 10 Punkten.

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5 Antworten zu STAR TREK – Into Darkness (3D)

  1. PS schreibt:

    Hab‘ die Spoiler (gut versteckt, danke) überlesen und hoffe, mir den Film diese Woche endlich mal ansehen zu können. Dann gibt’s auch noch meine Kritik…
    Mal was anderes – auch wenn Elektronische Musik nicht das Thema Deines Blogs ist, würde mich Deine Meinung zum neuen Daft Punk Album Album interessieren. Gibt’s grade komplett bei iTunes zum gratis vorhören. Ich bin bisher (jetzt bei 47:23) sehr angetan. Kein bißchen stumpf, Sommer-Sonne-Cabrio (oder halt SLK) Sound und macht einfach Spaß.
    Was denkst Du?

    • singendelehrerin schreibt:

      Ähm, ich gestehe, ich beschäftige mich – anhörender Weise – z. Zt. so gut wie überhaupt nicht mit Musik. Höre im Prinzip fast nur Musik im Auto (und ich fahr ja meistens nur 10 Minuten am Stück), da zwar auch mal nicht so kommerzielle Sender wie EGO FM, aber ansonsten bin ich nicht sehr up-to-date. Habe auch neulich was über David Bowies neues Album gelesen – fand ich interessant, aber angehört hab ich’s bisher nicht… Ich MACH halt lieber Musik (oder baller mich mit Serien und Filmen zu…). A bit lame, I know…

      • PS schreibt:

        LOL
        Du musst Dich nicht entschuldigen, dass Du Musik machst – ich muss eher mit Schamesröte im Boden versinken, weil ich keine mache:-)

  2. singendelehrerin schreibt:

    😉
    Aber ich mach ja nun auch keine Musik, die große Konzertsäle füllt… Naja, außer halt, wenn ich für Herr der Ringe auf der Bühne stehe. 🙂

  3. singendelehrerin schreibt:

    So, ich habe jetzt den Film noch ein zweites Mal gesehen – und da hat er noch etwas für mich gewonnen! Die eine Szene, die ich oben (in Gelb) angesprochen habe, hat mich nun tatsächlich zu Tränen gerührt, da ich nicht mehr über die Parallelen zu einem anderen Film (eigentlich finde ich, so langsam könnte ich aufhören, mich um Spoiler zu sorgen – schließlich läuft der Film jetzt schon ein paar Wochen…) lachen musste. Nur das „K****!!!!!“ am Ende fand ich immer noch übertrieben bzw. out of character. Eine der großen Stärken des Films sind die Dialoge, die auch noch beim zweiten Mal funktioniert haben.
    Insgesamt eine sehr interessante Erfahrung: oft verlieren ja Filme beim zweiten Mal etwas – für mich galt das z. B. extrem bei „Inception“ (Christopher Nolan, 2010, mit Leonardo DiCaprio), der mich beim ersten Mal sehr in seinen Bann gezogen hatte, der mir aber beim zweiten Mal deutlich weniger gefallen hat. Manche Dinge nervten dann richtig, wie z. B. der pompöse Soundtrack. Bei ST:ID jedoch ist es genau umgekehrt: einige Szenen waren beim zweiten Mal einfach noch besser.
    Ein paar Kleinigkeiten würde ich immer noch kritisieren (warum braucht ein Bösewicht eigentlich immer einen Mantel – auch wenn er gerade auf der Flucht (ohne Mantel) ist?), aber mein Urteil fällt insgesamt nun deutlich besser aus: 8,5 von 10!

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