Well done! :) #2

Eigentlich „wollte“ ich ja nicht mehr aus der Schule berichten, aber das muss grad raus… 😉

Auch wenn die Laune beim Korrigieren leicht „down the drain“ geht, wenn „brain drain“ als Krankheitsbild verstanden wird 😮 :mrgreen: , gegen das mit mehr Pausen und Sport vorgebeugt werden kann, erfreue ich mich am Positiven.

Ich habe gerade einen englischen Aufsatz (heißt an meiner Schulart Composition) zum Thema, ob die Konsumenten in den Industrieländern an der Ausbeutung und der Armut der Entwicklungsländer Schuld seien, gelesen, unter den ich ein schlichtes „Wow!“ setzen musste – und fast war ich zu Tränen gerührt, weil so etwas wie „Hoffnung in die junge Generation“ in mir aufkeimte. Ich kann das nicht so recht beschreiben, ohne aus der Arbeit zu zitieren (was ich ja nicht mehr mache), aber dieser junge Mensch zeigt einfach so viel Verständnis für die Vorgänge und Zusammenhänge in dieser Welt, dass mir ganz warm ums Herz wird. Dazu kommt ein Wortschatz, von dem ich in diesem jungen Alter nur träumen konnte. Wow! ❤ (Nein, das Herzchen habe ich nicht unter die Arbeit gesetzt. 😉 )

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Media Monday #304

Mit jedem weiteren London-Trip (das war schon der dritte in diesem Jahr) fällt es mir schwerer, wieder heimzufliegen. Wer hätte das gedacht, dass ich mich mal so heimisch dort fühlen würde! Bei meinem ersten Besuch als Erwachsene (2012) fühlte ich mich so fehl am Platz, jetzt ist diese wundervoll multikulturelle Stadt wie eine zweite Heimat! ❤ 🙂

Aber es hilft ja nichts: Das Alltagsleben spielt sich hier ab – und da kommt in den nächsten Wochen wieder sehr viel auf mich zu. Letzte Schulaufgaben in den Abschlussklassen sind zu korrigieren, in zwei Wochen steht schon die mündliche Gruppenprüfung in Englisch an – und in der Woche vor den Pfingstferien dann die (Fach-)Abiturprüfungen. Ich erzähle das alles, um vorzuwarnen, dass es vermutlich die nächsten Wochen wieder etwas stiller hier sein wird. :-/ 😥

Heute aber der Media Monday (am Flughafen Heathrow vorbereitet) – mit Schwerpunkt „Buch“ zum Tag des Buches, was es mir leider nur erlaubt, in einem Punkt etwas von meinem Theaterwochenende unterzubringen. 😉

1. Der Welttag des Buches ginge regelmäßig spurlos an mir vorüber, wenn nicht andere Blogger/innen darauf aufmerksam machen würden. Gleichwohl halte ich Bücher für sehr wichtig, Zukunftsszenarien wie in Fahrenheit 451, in denen Bücher verboten sind, finde ich unvorstellbar.

2. Bücher zu verschenken ist manchmal schwierig und manchmal leicht. Mein Problem ist oft, dass ich recht genau weiß, was dem Zubeschenkenden gefallen würde, dann aber unsicher bin, ob der- oder diejenige das nicht schon selbst gelesen hat. Leider rede ich wohl mit vielen Menschen zu selten über das, was sie gerade lesen… Schönstes Erlebnis: Eine Freundin und ich schenkten uns das gleiche Buch gegenseitig (ich glaube, es war The English Patient) am selben Tag (wir haben im gleichen Monat Geburtstag und trafen uns an meiner Feier), ohne es jeweils vorher selbst gelesen zu haben! 🙂

3. Lesen ist für mich etwas, das meine Schüler/innen viel häufiger tun sollten. Ich freue mich darauf, wenn es ab übernächstem Schuljahr an der Fachoberschule einen Wahlpflichtkurs „English Book Club“ geben wird. Ich gebe zwar zu, dass ich einen „English Film Club“ auch mal schön gefunden hätte 😉 , aber es bietet sich ja auch beim Buchclub an, dann Werke auszusuchen, die auch schon verfilmt worden sind… Steht sogar im Lehrplan, dass man Vergleiche mit den Verfilmungen ziehen kann (ich lese SOLL).

4. Am liebsten lese ich Bücher, die mich so richtig fesseln. Zuletzt war das bei Kingkiller Chronicle so, The Circle dagegen zieht sich für mich etwas, weil ich das alles so abstoßend finde, dieses ständige Bewertetwerden, diesen Zwang, sich an „social activities“ zu beteiligen…

5. Das Buch Die Unendliche Geschichte hat mich in meiner Kindheit (und Jugend) absolut begeistert, weil ich fasziniert war von diesem Zusammenprall zweier Welten und diesen ganzen Ideen Michael Endes. Ich sage nur: „Das Nichts“ – so wundervoll schwierig, sich das vorzustellen! Und dann die zwei verschiedenen Farben der Schrift – ach, ich fand das damals toll und heute auch noch. Leider habe ich kein eigenes Exemplar (wir hatten eins für vier Geschwister), dabei würde ich das wirklich gerne mal wieder lesen….

6. Und weil ja auch Welttag des Bieres heute ist: Bier konsumiere ich höchstens als Zutat in Brot oder Soßen.

7. Zuletzt habe ich – mal wieder – an zwei Tagen in London drei Theaterstücke gesehen und das war – mal wieder – ein Erlebnis, weil die Stücke höchst unterschiedlich waren und schauspielerisch fantastisch. David Tennant als Don Juan bekam wohl den längsten Blowjob, der je auf einer Bühne „gezeigt“ wurde, bei Damian Lewis‘ Erzählungen davon, wie er sich in eine Ziege verliebt hat („Then she looked at me with these eyes of her“) und von dem Treffen mit anderen „Animal lovers“, die es auch mit Hunden und Gänsen tun, wurde es dem Publikum kollektiv schlecht, und dann habe ich noch zwei umwerfende Performances von einer Schauspielerin und einem Schauspieler erlebt, die ich vorher gar nicht kannte: Adrian Scarborough als „Sidekick“ von Don Juan hat zurecht tosenden Applaus bekommen und Eve Best war der klare Mittelpunkt in dem Stück Love in Idleness, das ich eigentlich wegen Anthony Head gebucht hatte. Wow, was für eine Frau!!! ❤ Und dann noch das Zuckerl: Anthony Head begrüßte mich nach der Vorstellung an der Stage Door mit „Oh! Hi!“ Er kannte mich noch von der Prophecy! ❤ 🙂 

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Media Monday #303

Es ist Ostern – ich hoffe, ihr genießt das verlängerte Wochenende und habt etwas besseres Wetter dafür als wir hier in Südbayern. Zur Wochenmitte soll es sogar nochmal schneien! 😮 Auf der einen Seite ist das ganz gut, weil ich ohnehin noch jede Menge für die Schule zu erledigen habe, auf der anderen Seite habe ich nun schon den zweiten Tag hintereinander nicht annähernd mein Schritteziel erreicht. Immerhin war ich am Freitag Nachmittag laufen und habe darüber gestaunt, wie meine brandneue (und erste!) Fitness-Tracker-Uhr genau checkt, dass ich eine Einheit Laufen eingelegt habe, und ab da von alleine die gelaufenen Kilometer extra „abgerechnet“ hat. Beim Laufen dachte ich mir noch: Hmm, hätte ich da vorher in der App eingeben müssen, dass ich jetzt laufen gehe…? Nein, das checkt die Uhr ganz von allein. I’m impressed. Ich nehme mir fest vor, morgen (bzw. heute, am Ostermontag) wieder laufen zu gehen, egal wie das Wetter wird!

Aber jetzt erstmal der Media Monday:

1. Wenn es um gemeinsame, „mediale“ Freizeitbeschäftigung geht, bevorzuge ich persönlich das kollektive Erleben mit vielen Menschen zusammen, sei es im Kino, oder immer häufiger auch im Theater in London. Natürlich passiert das nicht ganz so häufig, wie das gemeinsame Fernsehen zu Hause, aber es ist einfach unschlagbar, wenn du im Kino bei der Sneak Preview 127 Hours siehst und du spürst, wie das Publikum sich vor Unbehagen in seinen Sitzen windet, wenn der Protagonist Aron (James Franco) erst seinen Arm einquetscht und später mit stumpfem Messer„absägt‟. Oder du sitzt im Theater – und alle haben an derselben Stelle das Bedürfnis Szenenapplaus zu spenden (wie z. B. bei Art erlebt). Und wenn man einmal einen Film wie Tucker & Dale vs. Evil im vollbesetzten Kino am Fantasy Filmfest (d. h. mit lauter Freaks, hier wirklich als Kompliment zu verstehen! 😀 ) gesehen hat, weiß man, warum man den Film noch besser bewertet, als wenn man ihn zu Hause angesehen hätte.

2. Und wenn Familie und/oder Freunde sich gemeinsam zum Spielen einfinden, landetn derzeit meist Skatkarten auf dem Tisch, denn das ist nun mal DAS Spiel in unserer Familie. Leider habe ich derzeit keinen Freundeskreis, der sich zum Spielen einlädt.

3. Ansonsten unterhalte ich mich ja gerne oft und ausgiebig über … Muss ich das wirklich beantworten?! 😉 Selbst meine Schüler wissen, wie sie mich trefflich vom Thema ablenken können… Obwohl: Das bewerkstellige ich eh meistens selbst. 😉

4. Hingegen bei meinem Faible fürs Bloggen würde ich mir ja oft wünschen, das würde sonst noch jemand (aus meiner Familie und meinem „alten Freundeskreis‟) interessieren, schließlich sind die große Mehrheit meiner Follower mir unbekannte Menschen. Ich habe da manchmal das Gefühl, dass IHR mich inzwischen fast besser kennt, als meine Freunde aus der Jugend… 😉

5. Immerhin was ein prinzipielles Interesse an Filmen/Serien/Büchern angeht, existiert eine gemeinsame Interessen-Basis, denn es gibt doch keine Menschen in meinem Freundeskreis bzw. in meiner Familie, die sich für keines dieser Medien erwärmen können.

6. Im Gegensatz dazu bleibt das Fangirling wohl mein ganz persönliches Interesse/Hobby, aber auch da habe ich ja Menschen gefunden, mit denen ich diese Leidenschaft teilen kann.

7. Zuletzt habe ich die Serie Rogue entdeckt und das war bisher sehr anregende Unterhaltung, weil die Chemie zwischen der (Ex-Undercover-)Polizistin Grace (Thandie Newton) und dem Crime Lord Jimmy Laszlo (Marton Csokas) einfach unglaublich prickelnd ist – da brennt die Luft zwischen den beiden! ❤ Leider ist Marton Csokas wohl nur in der ersten Staffel dabei. 😦 Sehr, sehr schade, denn es fasziniert mich, wie unterschiedlich diese Rolle zu dem Herrn über Lothlórien, Celeborn, in The Lord of the Rings ist! 

Ich habe Csokas durchaus auch schon vorher in anderen Rollen gesehen, doch so hat er mich noch nie in seinen Bann gezogen! Puh!

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Mit dem Fotoapparat unterwegs #26: Verregnete Ostern

Ich wünsche euch ein frohes Osterfest – auch wenn es vielleicht etwas nasser ausfällt als erwünscht (so zumindest hier in München)! 🙂

Aber irgendwie passt der Regen auch zum Fest der Auferstehung, denn Pflanzen und Blumen können ja nur mit Wasser „auferstehen“. Und als Hobby-Fotografin schätze ich natürlich Wassertropfen auf Blüten und Blättern als ein besonders reizvolles Motiv! Mein absolutes Lieblingsbild am Schluss! ❤

 

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Neulich beim SNEAKen: Get Out (Jordan Peele, USA 2017) – spoilerfreie Kurzkritik

Quelle: traileraddict.com

Ich hatte im Vorfeld von Get Out schon jede Menge Positives gehört, wusste aber inhaltlich nur so viel, wie der eine Trailer, den wir vorher einmal präsentiert bekommen hatten, verriet. Das war nicht viel, doch das sah doch schon ziemlich creepy und interessant aus. So freute ich mich sehr, als es klar war, dass uns dieser Film gezeigt würde. Und wie sah es am Ende des Films aus? Nun, ich habe mein Ticket in den Becher mit der Aufschrift „Gut‟ geworfen! Warum, erzähle ich euch jetzt – spoilerfrei.

Die Story um den schwarzen Fotografen Chris (Daniel Kaluuya) und seine weiße Freundin Rose (Allison Williams) beginnt eigentlich ganz harmlos: Rose will mit Chris zu ihren Eltern fahren und ihn als ihren neuen Freund vorstellen. Chris fragt noch, ob Rose ihren Eltern eigentlich erzählt hat, dass er schwarz sei, doch Rose meint, das wäre gar nicht nötig, ihre Eltern seien keine Rassisten – ihr Vater hätte Obama sogar ein drittes Mal gewählt, wenn er gekonnt hätte. Chris‘ Freund Rod (Lil Rel Howery) jedoch ist skeptisch und warnt: „Don’t go to a white girl’s parents’ house!“ Es ist wohl kein Spoiler, zu erwähnen, dass an einem Punkt im Film der selbe Freund sagt: „I told you not to go in that house!‟

Die Eltern von Rose werden von Bradley Whitford (The West Wing) und Catherine Keener gespielt – und ihre Freundlichkeit ist absolut creepy: „We’re huggers!‟ sagt Vater Dean Armitage und nimmt ihn gleich beim ersten Zusammentreffen in den Arm. Die Mutter Missy ist Psychiaterin und kann mit Hypnose Rauchern das Rauchen abgewöhnen – alles nur zu derem Besten. Dann taucht noch der durchgeknallte Bruder von Rose auf, Jeremy (Caleb Landry Jones)… Dazu kommen die beiden schwarzen Hausangestellten, die irgendwie an die Stepford Moms erinnern mit ihrem falschen Lächeln im Gesicht. Da stellen sich nicht nur bei Chris die Nackenhaare auf, auch als Zuschauer rutscht man ein bisschen tiefer in den Sessel und wartet darauf, was da wohl passieren wird, im Hinterkopf immer den Titel des Films – man möchte Chris zurufen: Nur raus da!

Und so entwickelt sich der Film zu einem Psychothriller/Horrofilm mit einer sozialkritischen Aussage, die in Zeiten von Trump durchaus, nun ja, unerwartet ist… Mehr darf und will ich aber nicht verraten, solange der Film bei uns noch nicht mal läuft.

Fazit: Der etwas andere Horrorfilm: schaurig und sozialkritisch, bissig und witzig. Anschauen lohnt sich: 8 von 10 Punkten.

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The Hollow Crown: The Wars of the Roses (BBC 2016)

Quelle: bbc.co.uk

2012 war die erste Reihe von Filmen (Richard II, Henry IV – Part 1, Henry IV – Part 2, Henry V), die auf den History Plays von William Shakespeare basieren, gedreht worden (im Zeichen der Olympischen Spiele in London) und die meinen Respekt und meine Liebe zu Tom Hiddleston (Prince Hal in Henry IV und Henry V in Henry V) – und Shakespeare – damals noch verstärkt haben. Ben Whishaw begeisterte mich zudem als Richard II – deswegen will ich ihn mir auch nicht entgehen lassen, wenn er im Sommer im Almeida in einem brandneuen Stück (Against) spielt.

2016 folgte die zweite „Staffel‟ (Henry VI – Part 1, Henry VI – Part 2, Richard III), diesmal u.a. mit Benedict Cumberbatch als Richard III, was ich besonders spannend fand, weil ich Benedicts Sherlock-Kollegen Martin Freeman ja schon live als Richard III erlebt hatte und Ralph Fiennes über NT Live ebenfalls. Die DVDs liegen schon seit einer Weile bei mir, nun habe ich sie mir endlich angeschaut. Es war ein tolles Erlebnis, die drei Filme innerhalb von zwei Tagen anzusehen, weil dadurch das Ganze im Grunde genommen wie eine Geschichte wirkte, die einfach als Trilogie abgefilmt worden war. Verstärkt wird dieser Eindruck sicherlich dadurch, dass Dominic Cooke bei allen drei Teilen Regie geführt hat, wodurch die drei Stücke wie aus einem Guss erscheinen. Ich habe nun auch einen besseren Zugang zu Richard III gefunden, weil mir die anderen Figuren in dem Stück/Film nun auch etwas sagten, weil ich sie schon in den vorhergehenden Filmen (v.a. in Henry VI – Part 2) kennengelernt hatte. Endlich wusste ich, wer gemeint ist, als Anne Richard – zu Recht – vorwirft, ihren Ehemann und (Schwieger-)Vater getötet zu haben. Oder die alte „Hexe‟ Margaret, die in Richard III auftaucht und Richard verflucht: Das ist ja die Witwe von Henry VI! Aha! So haben die Figuren an Kontur gewonnen und ich konnte auch mehr Empathie für sie empfinden.

Quelle: bbc.co.uk

Es gibt in diesen drei Teilen ein Wiedersehen mit vielen britischen Schauspielern: Hugh Bonneville hat eine der tragenden Rollen in Henry VI – Part 1 (Humphrey, Duke of Gloucester), Sally Hawkins spielt seine Frau Eleanor, Ben Miles ist der durchtriebende Somerset of Lancaster, der dem jungen König Henry (Tom Sturridge) zwar die französische Ehefrau vermittelt (Margaret von Anjou, gespielt von Sophie Okenodo), aber doch immer seine eigenen Ziele im Blick hat. Jason Watkins (Being Human, TABOO) ist auch mit von der Partie. Schließlich taucht in Henry VI – Part 2 Benedict Cumberbatch als einer der vier Söhne von Richard Plantagenet of York (Adrian Dunbar) auf, um dann in Richard III richtig aufzutrumpfen. Als Richards Mutter glänzt Judi Dench. Mini-Rollen bekamen Andrew Scott als frz. König Louis und Luke Treadaway als Richmond. Am meisten haben mich Hugh Bonneville, Sophie Okenodo und Benedict Cumberbatch beeindruckt.

Quelle: bbc.co.uk

Da freut es mich doch sehr, dass ich in einer Woche Sophie Okenodo (zusammen mit Damian Lewis) auf der Bühne sehen werde! Ihre Queen Margaret war sehr brutal und auf ihr Weiterkommen konzentriert, hatte aber doch auch verletzliche Seiten, wenn sie etwa ihren Geliebten, Somerset, geköpft auffindet oder miterleben muss, wie ihr Sohn ermordet wird. Dann hat man doch auch wieder Mitleid mit ihr, die man sonst wegen ihrer Intrigen verabscheut hat.

Quelle: bbc.co.uk

Cumberbatch hat mir als Richard III ausnehmend gut gefallen, besser als Martin Freeman und ja, auch besser als Ralph Fiennes, was aber vielleicht auch daran lag, dass ich nun den Hintergrund von Richard III kannte. Sehr aussagekräftig – vielleicht der Wendepunkt in Richards Leben – war die Szene (in Henry VI – Part 2), in der er mitansieht, wie sich Clifford (Kyle Soller) für den Tod seines Vaters rächt, indem er den jüngsten Sohn von Richard Plantegenet tötet. Richard greift nicht ein, ist aber gleichwohl schwer schockiert, als Clifford schließlich Edmund (Angus Imrie) tötet. Hier wird offenbar: Richard ist sich selbst der nächste, was ihn zwar zu diesem Zeitpunkt auch selbst schockiert, aber es ist einfach Richards Charakterzug. Trotzdem holt ihn seine villainy auch später ein: Diesen Horror, wenn ihn in der Nacht vor der Schlacht gegen Richmond die Geister derer, die er ermordet hat oder ermorden ließ, heimsuchen und ihm alle wünschen „Despair and die‟ (inzwischen eine meiner Lieblingsstellen aus Shakespeare), konnte man Benedicts Richard gut im Gesicht ablesen.

Etwas zwiespältig habe ich Tom Sturridge als King Henry VI empfunden – zunächst erschien er doch reichlich blass und sehr leicht beeinflussbar (und ohne allzu große gefühlsmäßige Regungen), später zeigte sich aber, dass das wohl Sinn der Sache war. Als er nach der Schlacht gegen die Plantagenets die Krone in den Fluss wirft und ab da halb nackt, halb verrückt durch die Wiesen und Felder streift, kann Sturridge beweisen, was er tatsächlich drauf hat. Da war ich dann doch schwer beeindruckt. Im Nachhinein war dann eben klar, dass die Figur Henry VI absichtlich so angelegt war.

Ich finde, die Hollow Crown-Reihe eignet sich hervorragend, um sowohl einen Zugang zu Shakespeare zu bekommen, als auch um etwas über die Geschichte Englands zu erfahren. Bei Ausstattung und Setdesign wurde nicht gespart, ebensowenig an schauspielerischem Talent, das Shakespeare-Englisch so intonieren kann, dass es überaus natürlich wirkt. Die Kamera ist bei wichtigen Monologen nah dran – etwas, das man so im Theater weniger erleben kann. Überhaupt handelt es sich hier überdeutlich um das Medium Film, zu keiner Minute hat man das Gefühl, man sehe ein Theaterstück vor sich (obwohl Dominic Cooke aus der Welt des Theaters stammt: Er ist ein Associate Director im National Theatre). Ein Pluspunkt – gerade für ein Publikum, für das die Sprache Shakespeares noch ungewohnt und fremd ist – ist die Tatsache, dass man sich die Untertitel dazuschalten kann. Sie lenken zweifellos etwas davon ab, den Schauspielern beim Reden ins Gesicht zu schauen, aber hilfreich ist es allemal. Ich habe allerdings festgestellt, dass ich inzwischen schon ganz gut geübt bin. 🙂

Für Shakespeare-Fans absolut sehenswert – und Fans von Benedict Cumberbatch sollten sich das auch nicht entgehen lassen. Richard III kommt seinem Talent sehr entgegen, weil er da ordentlich über die Stränge schlagen darf – und doch auch eine gewisse Verletzlichkeit tief im Innern mit sich trägt („There is no creature loves me“. Dieses Zitat erinnert an seine Rolle als The Creature in Frankenstein.). 8,2 (7,5/8/9) von 10 Punkten.

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Random Crap #18: Fitness Tracking mit Hindernissen

Toll, jetzt habe ich mir diese schicke Steel HR von Withings gekauft (für fast die Hälfte des regulären Preises):

Nur kann ich sie nicht installieren, geschweige denn verwenden, weil mein Handy viiiiiiiiel zu alt ist (iOS 6 :-o) UND mein Fire Tablet anscheinend auch nicht mit Android 6 kompatibel. Ersteres war mir eh klar, aber dass ich auf meinem Fire Tablet, das ständig Updates bekommt, trotzdem nicht die Version des Health Mate installieren kann, die ich bräuchte, ärgert mich jetzt schon. :-/ Siehe Update unten!

Tja, nun werde ich mir wohl doch endlich ein neues Smartphone kaufen müssen – ich wollte eh mal eins, mit dem ich an der Stage Door auch Selfies machen kann. Mein iPhone 3Gs (! 😀 ) hat ja nur EINE Kamera. 😮 Werde dann aber wohl zu einem Android-Handy greifen, wenn ich mir die iPhone-Preise so ansehe. Hmmm – immer diese Umstellungen… :-/

So lasse ich mir meine Gesundheit und Fitness einiges kosten! Ich werde aber wohl trotzdem keine „Sie läuft und läuft und läuft“-Beiträge à la bullions „Run, Fat Boy Run“ verfassen. Mein Kalorienverbrauch ist mir dann doch irgendwie zu privat… 😉

Warum habe ich mir das Ding überhaupt gekauft? Ich hoffe einfach, dass es mich dazu anspornt, mich mehr zu bewegen. Ich will das auf keinen Fall in irgendwelchen Foren öffentlich machen – das wäre mir viel zu sehr Richtung „gläserner Mensch“, aber da ich schon einen (virtuellen) Tritt in den Hintern brauche, damit ich mich mehr bewege, hoffe ich, dass mich das motiviert, wenn ich sehe, dass mir noch ein paar Schritte zu den 10.000 fehlen, oder wieviel Kalorien ich nach einer Runde Laufen verbrannt habe.

Was haltet ihr von solchen Fitness Trackern?

UPDATE: Jetzt konnte ich doch noch die aktuelle Version der Health Mate-App installieren. Schon gut, wenn man einen ITler im Haus hat. Der Trick war, Google Play APK auf meinem Fire Tablet zu installieren, denn vorinstalliert ist darauf nur der Appstore von Amazon, bei dem es viele bei Google Play vorhandene Apps nicht gibt. Da Google Play nicht einfach mit einem Klick auf dem Fire Tablet installiert werden kann, war ich jetzt schon froh, dass mein Freund da Hilfestellung leisten konnte.

Die Steel HR ist also schon im Einsatz! 🙂 

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