Dem Alltag entfliehen: A Picture a Day (GCC München Edition 2)

So, liebe Filmfans, aus welchem Film stammt dieses Amulett? 😉

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German Comic Con München 2017: Tag 1 (Fangirl-Moments: Autogramme und Fotos)

Unser erster Eindruck beim Eintreffen an der MOC Halle in Freimann (1 1/2 Stunden vor Einlass): Ui, da ist aber wenig los! Ich hatte ja den direkten Vergleich mit der GCC in Berlin – da gab es schon lange Schlangen VOR dem Gebäude. Hier konnte man sich tatsächlich INNEN anstellen. Um 10 Uhr war auch da die Menge noch einigermaßen übersichtlich, auch wenn sich bei Öffnung schlagartig die bisher brav aufgereihten Warteschlangen in einen Pulk verwandelte. WhyTF funktioniert das in Deutschland nicht, dass man so fair ist und die zuerst reinlässt, die lange vor einem da waren? Nein, Hauptsache man ist selbst am schnellsten drin… :-/

Da so früh am Morgen bei den Autogrammtischen noch äußerst wenig los war, habe ich mir gleich mal drei Autogramme geholt, und zwar von:

  • der wunderschönen Julie Benz (Darla in Buffy und Angel, weiterhin bekannt durch Dexter und Defiance), der ich gesagt habe, dass ich sie auf der Fedcon verpasst hatte, worauf sie gleich witzelte, dass sie auch die ganze Zeit auf der Fedcon das Gefühl hatte, dass irgendetwas fehlte – und dass sie jetzt endlich wüsste, dass ich das gewesen bin. 😀 Habe ihr auch gesagt, wie bad-ass ich sie als Vampir fand und dass ich aber auch ihre Entwicklung in Angel sehr interessant fand. Außerdem musste ich ihr noch ein Kompliment zu ihrer sexy Stimme machen. ❤ Sie hatte eine lebensfrohe Ausstrahlung und rief mir auch noch nach: „Great to finally meet you!‟
  • Charisma Carpenter (Cordelia/Cordy in Buffy und Angel), der ich mitgegeben habe, dass ich es toll fand, wie sie diese immense Entwicklung ihres Charakters dargestellt hat. Zu meiner Überraschung hat sie sich offen dazu geäußert, dass sie aber ganz und gar nicht glücklich war, was die Schreiber mit ihr ab Season 4 (Angel) gemacht haben. Das fand ich sehr sympathisch und ehrlich von ihr – und ich habe ihr auch vollen Herzens beigepflichtet. Trotzdem ging von ihr ein eigenartiger Vibe aus. Irgendwie hatte ich das Gefühl, sie ist ein unglücklicher Mensch. Oder zutiefst unsicher. Sie hatte auf jeden Fall eine völlig andere Ausstrahlung als ihre Figur Cordy.
  • RJ Mitte (Walter Whites Sohn in Breaking Bad), der einfach so sympathisch wirkte und bei dem niemand anstand, weswegen ich mir dann entgegen meiner Vorüberlegungen doch ein Autogramm von ihm geholt habe. Er war wirklich SUPER nett, seine Behinderung merkt man nur etwas an der Sprache. Ich habe ihn etwas ausgefragt darüber, wie es ihm hier gefällt und erzählte dann, dass es schon seit Dienstag da sei und erstmal Skifahren war. Außerdem ist er ohnehin ein großer Fan von München und Deutschland (er war schon in Berlin, Hamburg und noch einigen anderen Städten), weil er auch Freunde hat, die hier leben. Dann wollte ich noch wissen, woher er denn ursprünglich ist, und dann sprachen wir noch ein bisschen über die Westküste (er lebt seit 13 J. in L.A., geboren ist er in Louisiana) und ich erzählte, dass ich den Pacific Northwest so liebe und letztes Jahr in Oregon war. Da empfiehl er mir, dass ich unbedingt mal nach Bend, Oregon müsse. Ein sehr schönes Gespräch – einfach von Mensch zu Mensch!

Schon im Vorfeld hatte ich mir ein Ticket für das Photoshooting mit Dean Cain gekauft, denn ich liebte in den 90ern Lois & Clark! Als Dean im Panel gestand, dass er weniger auf die neuen Superman-Filme steht, dafür aber auf Deadpool und Guardians of the Galaxy, habe ich mir extra für das Foto mit ihm das frisch gekauft Baby-Groot-T-Shirt angezogen. Mit Erfolg! 🙂 Als ich zu ihm trat, sagte er, „I like your shirt!!!‟, worauf ich ihm gleich steckte, dass ich es extra für ihn angezogen hatte. 😀 Dean war unglaublich herzlich zu den Fans. Gefühlt kannte er ohnehin jeden zweiten schon, sprach manche direkt mit ihren Namen an und umarmte sie fest. Aber er ging auch mit den Unbekannten sehr nett und individuell um. Das in dieser kurzen Zeit zu schaffen, ist wirklich toll! Thanks, Dean! ❤

Im Anschluss ließ ich mir dann auch gleich noch das Foto signieren. Er fragte, als ich ihm das Bild hinlegte, ob es gut geworden sei, ich gab zu, dass ich selten (ich glaube, ich sagte „never‟) mit Fotos von mir zufrieden bin… Ich gestand ihm dann, dass er für mich der einzige Superman ist, „who ever did something for me‟ und dass er wahrscheinlich mein erster Superhelden-Crush war, während ich nun ja so Figuren wie Groot (ich zeigte auf mein T-Shirt) toll finde. Er fragte, ob Vin Diesel ihn wieder gesprochen hätte, was ich bejaht habe und ihm außerdem ans Herz gelegt habe, das Sequel anzusehen, weil ich ihn noch besser fand als den ersten. Dann bezog ich mich noch auf etwas, das er im Panel gesagt hatte, als er gefragt wurde, welchen Superhelden außer Superman er gerne mal spielen würde. Und da sagte er nämlich, dass er sich hätte vorstellen können, Peter Quills Vater in Guardian of the Galaxy 2 zu spielen. Er fand nämlich, dass zwischen Chris Pratt und ihm eine gewisse Ähnlichkeit bestünde. Dies bestätigte ich ihm nun noch. Und – for whatever reason – dann sagte ich noch: „Your hair is great!‟ oder „You’ve got great hair!“ (Ich weiß nicht, ob ich das schon JEMALS zu irgendjemand gesagt habe 😀 ) Und er gab an: „And it’s still the same color!‟ Im Gehen folgte noch von ihm ein „It was nice meeting you, U.!‟ Ein sehr, SEHR netter Typ, sehr herzlich, sehr zugewandt. Ein super Mann! 😉 (pun intended!)

Nachdem ich vor allem von Julie Benz (die Frau ist schön und hat einen wunderbaren Humor!) nach dem Treffen am Autogrammtisch und nach dem Doppelpanel mit Charisma Carpenter so begeistert war, erwog ich, ob ich nicht doch ein Foto mit ihr machen sollte. Es gab auch ein Duo Shoot mit Julie und Charisma. Nun war es zwar so, dass ich nach wie vor Charismas Ausstrahlung irgendwie seltsam fand – nicht so kalt abweisend wie Famke Janssen, aber irgendwie abwesend -, gleichzeitig mir aber das, was sie im Panel gesagt hat, schon gefallen hat, habe ich mich dann doch zu dem Duo Shoot entschlossen. Hey, schließlich ist das Buffyversum eins meiner absoluten All-time Favorites!

Die Qualität ist jetzt hier schlecht, weil ich das Bild nur abfotografiert habe.

Das war Teil 1 von Tag 1 – in Teil 2 folgt noch ein kurzer Bericht zu den Panels (abgesehen von den bereits genannten Personen noch das TWD-Panel, das GoT-Panel und das DS9-Panel).

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Dem Alltag entfliehen: A Picture a Day #19 (GCC München Edition)

Was kann man sich besseres vorstellen (neben Theatertrips nach London 😉 ), um dem Alltag zu entfliehen, als einen Besuch auf der German Comic Con?! 😉 Erstmalig findet eine Comic Con in München statt – die erste Convention, nach der ich in gut 20 Minuten wieder zu Hause war. Schon cool!

So konnte ich schon mal die besten Aufnahmen von heute sichten. 🙂 Aber da es vielleicht sowieso noch einen ersten Artikel heute geben wird, hier quasi nur ein Teaser-Foto:

 

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Dem Alltag entfliehen: A Picture a Day #18

Ich habe es doch tatsächlich nicht geschafft, jemals einen Bericht über das Konzert Star Trek: The Ultimate Voyage in der Royal Albert Hall (Herbst 2015!!!) zu verfassen. 😳 😥

Deswegen bekommt ihr heute ein Bild der Decke dieser wunderschönen Halle, das auch in meine Reihe „Blau“ passt (mein Traum wäre es, einmal eine Art Postkartenbuch „herauszugeben“, in dem möglichst einfarbige Fotos gesammelt sind).

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Dem Alltag entfliehen: A Picture a Day #17 (Towel Day Edition)

Heute war Towel Day, der in Gedenken an den genialen Douglas Adams, Schöpfer des Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, auf der ganzen Welt von Fans begangen wird.

Ich habe also mein Handtuch mit aufs Alan Parsons Project Live Konzert im Circus Krone, München, genommen. 😀

Da das Bild mit Handtuch nicht viel vom Circus Krone, geschweige denn vom Konzert, zeigt, gibt es heute als Bonus noch ein paar Bilder vom Konzert.

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Don Juan in Soho (written and directed by Patrick Marber, Wyndham’s Theatre, 21.4.2017) – Review (enthält Spoiler)

Kritik:

Sometime around 1620, the Spanish dramatist Tirso de Molina borrowed a figure from popular legend for his new tragic drama. El Brulador de Sevilla presetned his audience with a great seducer, a man whose pursuit of women was morally abhorrent yet unmistakably impressive. That characters name was Don Juan, and now, 400 years later, he has appeared in at least 1,800 other plays, operas, novels, films and poems – becoming one of our culture’s most compelling anti-heroes.
(Auszug aus dem Programm zu Don Juan in Soho)

Patrick Marber (bei Filmliebhabern u.a. bekannt für Closer und Notes on a Scandal) hat diese Figur in das heutige (Erstaufführung 2006) London, genauer in den Stadtteil Soho versetzt:

Seductive and sinister, Soho has been the making and breaking of many talented artists. Today the area is flooded with tabloid celebrities and flashy clubs, but there has always been a dark undercurrent to this infamous square mile.

[…] Marber’s play is also urgently contemporary. Yes, it’s about sex – and nothing is ever funnier or more serious than sex, whatever the era. It also has a lot to say about our attitudes to religion, class and gender today. Fundamentally, though, it is about us, about who we are, what (and who) we desire, what we really think. Don Juan, after all, is a horrendous human being – but he is also utterly alluring. What does it say about us that we’re so completely seduced by him?

(Auszüge aus dem Programm zu Don Juan in Soho)

Ja, was sagt es über mich aus, dass ich mir ausgerechnet dieses Stück ausgesucht habe? Nun, erstmal war es sicher so, dass ich einfach David Tennant einmal live auf der Bühne sehen wollte, nicht nur wegen seiner großartigen Performances in Serien wie Broadchurch oder Jessica Jones, sondern vor allem – und vielleicht noch mehr – wegen seiner umwerfenden Darstellung als und in Richard II, die ich via RSC Live gesehen hatte. Aber ich gebe auch zu, dass ich solche Ankündigungen wie hier:

Foto von schauwerte.wordpress.com

schon besonders appealing finde. Außerdem wird auf der Website als Mindestalter 16 Jahre angegeben. Ein gutes Zeichen! 😀 😳

Und die Ankündigungen sind wahrlich nicht übertrieben, schließlich befinden wir uns in London, und nicht im prüden Amerika. Es gibt u.a. den wohl am längsten dauernden Blow-Job, der je auf einer Bühne oder im Film zu „bewundern‟ war. 😮 Nein, natürlich nicht explizit, dafür aber umso lustiger, weil Tennant hier ein Repertoire an Grimassen liefert, das zum Brüllen komisch ist. Das jeden Tag ohne Lachen zu bewerkstelligen alleine ist schon eine Meisterleistung! 😀 Außerdem hat er gleichzeitig versucht, schon die nächste Frau, die er gerade als Unfallverursacher zur Witwe gemacht hat, klarzumachen.

Photo by Helen Maybanks

Ja, aber macht das Don Juan (hier: DJ) nicht ausschließlich zum unmoralischen, verachtenswerten Mann? Ist das nicht zutiefst frauenverachtend, was er da so treibt? Nun, als DJs Diener und einziger Vetrauter Stan (Adrian Scarborough) ihn einmal darauf anspricht, meint dieser entrüstet, dass er ja keine Frau dazu zwingt, sondern dass sie ihm alle freiwillig verfallen: „I don’t grab pussy!‟ Schließlich weiß DJ genau, was die jeweilige Frau an Überredungskünsten braucht – Elvira (Danielle Vitalis) etwa musste er erst heiraten, um sie zu entjungfern.

Eine der besten Stellen im Stück ist jedoch ein Monolog, in dem er sich über die Scheinheiligkeit und den Verlust der Privatsphäre im Social Media-Zeitalter auslässt – da ist das Publikum völlig auf seiner Seite und plötzlich scheint er doch gar nicht so unmoralisch, sondern irgendwie vernünftig… Marber hat sein Stück auch noch ein bisschen up-to-date gebracht und so gab es auch einige Anspielungen auf Trump (siehe auch das Zitat oben), die auf sehr fruchtbaren Boden fielen: „Charlatan – (with a) fake tan – Orang-Utan‟.

Photo by Helen Maybanks

Überhaupt strotzt das Stück nur so von Dialogen voller Witz und Biss – und das brachten sowohl Tennant als auch der brillante Adrian Scarborough als Stan so treffsicher rüber, dass der Abend einfach ein voller Genuss war: Zurücklehnen und Lachen! Und wenn dann noch die Tolkien-Geeks mit solchen Aussagen bedient werden: „I’m an unfuckable hobbit!‟ (Stan), und es ein Duett zwischen DJ und Stan in bester „Bromance-Tradition‟ gibt, blieben zumindest bei mir keine Wünsche offen.

Photo by Helen Maybanks

Marbers Stück zeigt allerdings den Fall von DJ, denn der Tod will ihn heimholen – mit Ansage. Kurz denkt man, dass diese Aussicht in DJ noch einmal einen Wandel bewirken könnte, doch DJ bleibt sich sozusagen treu und geht ohne Reue in den Tod. Die Überlebenden bzw. das ganze Ensemble feiern seinen Abgang mit einem fröhlichen Tanz, womit dann auch das Stück endete.

Eine furiose Inszenierung mit zwei grandios aufspielenden Hauptakteuren! Adrian Scarborough hat mindestens genauso viel Applaus bekommen wie David Tennant, wenn nicht mehr – das Publikum hat ihn richtig gefeiert, und das völlig zurecht! Wieder ein Name, der auf die Liste mit Schauspielern gesetzt wird, die ich (wieder) auf der Bühne sehen will!

Photo by Helen Maybanks

An der Stage Door:

Tja, David Tennant hat halt einfach eine große Fangemeinde – und so befanden sich an der Stage Door eine riesige Menge an Fans, die ein Autogramm (und vielleicht auch ein Selfie) wollten. Anders als Daniel Radcliffe nach Rosencrantz and Guildenstern are Dead, hat David Tennant nicht den Anspruch, dass wirklich jede und jeder zu einem Autogramm und Foto kommt. Wer weiter hinten stand, hatte keine Chance, ein Selfie mit ihm haben sowieso nur die in der ersten Reihe „abgreifen‟ können. So kann ich keine Anekdote über Worte, die wir gewechselt haben, liefern – ich war schon froh, dass ich ihm mein Programmheft zum Signieren reichen konnte und ein (unscharfes) Foto von ihm machen konnte. (Das soll in keinster Weise eine Kritik an ihm sein – niemand hat ja einen Anspruch auf ein Autogramm oder Foto (ist ja nicht wie auf einer Convention, auf der man extra dafür zahlt)! Aber es unterstreicht noch einmal, wie hoch das Engagement von Daniel Radcliffe anzusehen ist, der jeden Abend mit, ich schätze, 100 Fans ein Foto machte und entsprechend viele Autogramme schrieb.)

Leider, leider kam Adrian Scarborough nicht (zeitnah) aus dem Theater – es wurde uns gesagt, dass er Beusch habe. Schade, denn ohne ihn wäre die Aufführung wirklich nur halb so gut gewesen!

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Into the Badlands (Season 1 + 2) – spoilerfrei

Quelle: AMC

Zu Beginn erst einmal ein paar Worte zum Vergleich Binge-Watching und – wie nennt man das? – Jede-Woche-eine-Folge-schaun: Die erste Staffel (nur sechs Folgen) habe ich vor ein paar Wochen ziemlich schnell hintereinander weggeschaut. Nicht unbedingt im Hardcore-Binge-Watching, aber eben jeden Tag eine Folge. Das war kurz bevor die 2. Staffel bei Amazon veröffentlicht wurde (jeden Dienstag eine neue Folge), und so habe ich die ersten zwei oder drei Folgen noch von der 2. Staffel nachschieben können, bis ich dann aufgeholt hatte und nun jeweils auf die nächste Folge warten musste.

Gerade jetzt bei der letzten Folge, die ich heute, am Mittwoch, (statt gleich gestern) gesehen habe, hat das mein Serienerlebnis irgendwie beeinträchtigt. Zwar spitzte sich ja in den letzten drei Folgen alles auf den „finalen Endkampf‟ zu, aber seltsamerweise hat mich der dann heute relativ kalt gelassen. Nun kann das natürlich auch daran liegen, dass die Folge einfach nicht so gut war, immerhin liegt sie mit Folge 5 zusammen mit „nur‟ 8,2 Punkten bei IMDb auf dem letzten Platz, was die 2. Staffel anbelangt. Allerdings ist das bei 175 (!) Stimmen nicht gerade ein aussagekräftiges Ergebnis. Aber ich schiebe es eher darauf, dass ich nicht mehr so in der Story war. Vielleicht also doch besser zu warten, bis alle Folgen gesendet worden sind? Bei einer kurzen Serie (2. Staffel hatte 10 Folgen) sicherlich überlegenswert!

Jetzt aber zur Serie selbst (enthält keine Inhaltsangabe). Ich zitiere mich mal für einen ersten Überblick selbst (aus dem Media Monday #306):

Die Kämpfe sind toll choreografiert, Daniel Wu spielt einen charismatischen (Anti-)Helden (und ist ein verdammt guter Kampfsportler – wow! ❤ ) und Bruce Lee wäre wohl glücklich zu sehen, dass ein Asiate die Hauptrolle (Sunny) in so einer amerikanischen Serie spielt. Darüber hinaus sind die Frauenfiguren weit davon entfernt, nur hübsche Staffage oder Opfer zu sein. Aramis Knight, der Bean in der Verfilmung von Ender’s Game gespielt hat, macht sich auch ganz gut. Und dann ist da noch Marton Csokas als Baron Quinn. Was der mit Mimik, Körpersprache und Tonfall ausdrücken kann, ist gigantisch! Macht mit seinem Grunzen fast Tom Hardy Konkurrenz! 😀

Fangen wir von hinten an: Marton Csokas als Baron Quinn.

Photo by Antony Platt/AMC

Csokas war es ja, warum ich der Serie nochmal eine zweite Chance gegeben hatte, nachdem ich sie (vor?)letztes Jahr nach zwei Folgen ruhen gelassen hatte. Doch Csokas war in der ersten Staffel von Rogue so faszinierend, dass ich mehr von ihm sehen wollte. Mehr habe ich auch bekommen. Und ja, er lässt sich mit seiner Darstellung des charismatischen und gleichzeitig brutalen und ziemlich durchgeknallten Quinn durchaus ein wenig mit Hardys James Delaney (TABOO) vergleichen. Beide Schauspieler legen eine unglaubliche Intensität an den Tag, beide Charaktere sind ein „bisschen‟ verrückt und provozieren auf der einen Seite treue Gefolgschaft, auf der anderen Seite aber auch erbitterte Gegner. Sowohl Hardys Delaney als auch Csokas‘ Quinn haben die Eigenart, manchmal auch nur zu „grunzen‟, was ihnen einen animalischen (nein, sie grunzen nicht wie Schweine!) Zug gibt. Mit ihren Gegnern kennen sie kein Mitleid und doch haben sie ein Bedürfnis nach Liebe – und sind besonders empfindlich, wenn sie verraten werden. Csokas geht mit seiner Darstellung, auch was seine Art und Weise zu sprechen anbelangt, gefährlich nahe ans Overacting heran. Das mag für manchen ein Tick zu viel sein, ich fand es sehr unterhaltsam und spannend, seine Mimik bis ins letzte Detail zu beobachten.

Dann gibt es jede Menge interessante Beziehungen (eine Auswahl):

  • Sunny (Daniel Wu) und M.K. (Aramis Knight): Mentor und Schüler – jeder würde für den anderen durchs Feuer gehen

M.K. und Sunny (Season1); Photo by James Dimmock/AMC

  • M.K. und Tilda (Ally Ioannides): Sie dienen unterschiedlichen Baronen, trotzdem besteht ein Band aus gegenseitigem Vertrauen zwischen ihnen

M.K. und Tilda; Photo by Antony Platt/AMC

  • Tilda und The Widow (Emily Beecham): Tilda nennt The Widow „Mother‟ und ist ihr zunächst komplett ergeben – bis sie eine Seite an ihr entdeckt, die zu tiefer Enttäuschung führt

Tilda und The Widow; Photo by Antony Platt/AMC

  • Sunny und Bajie (Nick Frost) und M.K.: Bajie ist sehr ambivalent: er hat seine eigene Agenda, die in der 2. Staffel noch nicht vollständig enthüllt wird, doch letztlich rettet er Sunny das Leben, weswegen er trotzdem irgendwie ein wichtiger Teil des Lebens von Sunny und M.K. wird.

Bajie und Sunny; Photo by Antony Platt/AMC

Ich muss sagen, der Neuzugang Nick Frost in der 2. Staffel hat mir schon sehr, sehr viel Freude bereitet, weil er naturgemäß (warum sollte man ihn sonst casten? 😉 ) ein wenig mehr Humor rein bringt. Gleichzeitig ist er aber auch nicht nur comic relief, he also kicks ass! (Das kann ich mal wieder nicht annähernd so treffend auf Deutsch ausdrücken, sorry…) Definitiv ein Plus!

Einer meiner Hauptgründe, warum mir die Serie gefällt, ist dieser: Das Verhältnis Mann-Frau, was die Hauptfiguren betrifft, ist relativ ausgewogen. Die Frauenfiguren sind alle keine klassischen Opfer, auch wenn manche in manchen Situationen keinen Ausweg finden. Das heißt aber nicht, dass sie es nicht versuchen, sich aus ihrer Lage zu befreien. Von den bereits erwähnten weiblichen Charakteren abgesehen, spielen (in beiden Staffeln) noch Orla Brady (als Quinns Erst-Ehefrau Lydia) und Madeleine Mantock (als Sunnys Freundin Veil) wichtige Rollen.

Und dann ist da Sunny.

Photo by Antony Platt/AMC

Daniel Wu erzählte in einem Interview, dass er ursprünglich als Executive Director gar nicht geplant hatte, selbst die Hauptrolle zu übernehmen. Erst als sie beim Casting feststellten, wie schwierig es war, einen guten Schauspieler zu finden, der auch noch ein guter Kampfkünstler war – oder vice versa -, sind sie irgendwann auf die Idee gekommen, dass er selber Sunny spielen könnte. Zwar war er da schon 40 Jahre alt und hatte deswegen durchaus auch Zweifel, ob er fit genug sei, aber ich finde, die Rechnung geht voll auf. Er hat mich sowohl schauspielerisch komplett überzeugt, als auch, was seine Kampfkunst anbelangt. Er hatte zwar doch auch einen Stuntman für die gefährlichsten Stunts, ich denke, die meisten Kämpfe, bei denen er nicht gerade gegen eine Wand geschleudert wird, oder ähliches, hat er selbst ausgeführt.

Die Kampfszenen sind äußerst akrobatisch und stark beeinflusst von chinesischen Martial-Arts-Streifen in einem Fantasy-Setting: Da wird auch schon mal durch einen Rückwärtssalto die Treppen hochgeflogen. Hier wird nicht auf harten Realismus gesetzt. Das muss man akzeptieren und mögen. Die Endkämpfe im Staffelfinale der 2. Season haben mich z. Tl. etwas an Kill Bill Vol. 1 erinnert – da fliegen schon mal abgetrennte Körperteile durch die Luft und Blut spritzt wie aus Fontänen. Vielleicht nicht ganz so stylish, wie bei Kill Bill, aber nicht minder brutal.

Zuletzt muss ich noch die Optik des Films loben: Kostüme und Settings sind vom Feinsten, die Farben oft etwas übersättigt, was dem Ganzen diesen Fantasy-Touch gibt, ohne es zu sehr zu übertreiben. Gerade in der letzten Folge habe ich mir sogar 3D gewünscht, denn da fing es zu schneien an – und das sah schon in 2D so umwerfend plastisch aus! Allerdings wird Zeitlupe ab und an doch etwas inflationär eingesetzt, wenn auch mit effektivem Ergebnis.

M.K. und The Widow; Photo by Antony Platt/AMC

Es sieht so aus, als würde die Serie eine dritte Staffel (2018) bekommen – ich freue mich darauf, denn es blieben am Ende der 2. Staffel doch etliche Handlungsstränge offen.

Schwankt zwischen 7,5 und 9 von 10 Punkten.

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