USA 2016: Snoqualmie Falls

Auf dem Weg von Seattle – also der grünen Küstenregion von Washington – nach Sunnyside im Yakima Valley (eher trockeneres Klima, viel Anbau von Wein und Obst) wollte ich mir die Snoqualmie Falls ansehen. Ich habe eine Schwäche für Wasserfälle, auch wenn mir diesmal keine besonders guten Fotos gelungen sind, weil ich genau zur Mittagszeit da war. Ähm, kleine Recherche hat soeben ergeben, dass ich mir diesen Wasserfall noch aus einem anderen Grund hätte ansehen sollen (ich bin ein schlecht informierter Serienfan:-/ ): Der Wasserfall und die Salish Lodge & Spa, die links oben quasi über dem Wasserfall thront, spielten eine Rolle in Twin Peaks. Das Äußere der Lodge diente als Außenansicht des „Great Northern Hotel“. Leider – shame on me – kann ich mich nicht daran erinnern, da ich doch tatsächlich diese Serie nur einmal, und das vor vielen Jahren, gesehen habe.

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Hier der Vorspann zu Twin Peaks (ab Minute 1:40 schauen, da hat der Wasserfall seinen Auftritt):

Tja, so war mir die mediale Bedeutung dieses Wasserfalls gar nicht bewusst, sondern ich genoss die Umgebung und das Rauschen des Wasserfalls einfach so – übrigens mit vielen anderen Besuchern, Snoqualmie Falls ist wohl eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Washington.

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Ich wollte mir den Wasserfall auch von unten ansehen, so machte ich mich auf den Weg durch einen wunderschönen Wald Richtung Fluss.

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Nun dient der Snoqualmie River nicht nur als Touristen-Hotspot, sondern es wird auch Wasserkraft gewonnen – und das schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

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Deswegen stürzt auch relativ wenig Wasser den 82 Meter tiefen Wasserfall hinunter.

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Was hier verboten ist:

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Unten am Snoqualmie River habe ich mich dann etwas ausgeruht und die Füße ins Wasser gehalten, denn es war ganz schön heiß in der Mittagshitze – ein sehr hübscher Fluss!

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Neulich beim SNEAKen: Kubo and the Two Strings 2D (dt. Untertitel: Der tapfere Samurai, Travis Knight, USA 2016)

Quelle: denofgeek.com

Quelle: denofgeek.com

Magie. Pure Magie. Das neueste und bisher beste Werk aus der Stop-Motion-Schmiede Laika (mit Sitz in Portland) hat mich regelrecht verzaubert. Abwechselnd blickte ich einfach nur mit großen Augen auf die unfassbar schönen Bilder, die sich über den Weg der Augen in mein Herz stahlen, lachte herzlich über die Dialoge oder fühlte Kubos Schmerz des Verlustes, und staunte über die detailverliebte Animation: Zusätzlich zur Stop-Motion-Technik wurde 3D-Druck (hauptsächlich zum Erzeugen von mehr Gesichtsausdrücken) und CGI eingesetzt. (Im Abspann sieht man übrigens im Zeitraffer, wie die bisher größte Stop-Motion-Puppe hergestellt wurde – wow!)

Da ich mich noch gestern Nacht beim Reinlesen in einige Kritiken geärgert habe, dass der Plot hier z. Tl. falsch wiedergegeben wird, muss ich wohl doch ein paar Worte zur Handlung verlieren: Der Film beginnt mit der Flucht von Kubos Mutter über das stürmische Meer, um ihr Baby Kubo zu retten. Wovor, weiß man als Zuschauer an dieser Stelle noch nicht. Stück für Stück lernen wir die Hintergründe kennen, denn Kubo (inzwischen ein selbstbewusster, aber auch melancholischer Junge) erzählt fast jeden Tag im Dorf die Geschichte seines Vaters, Samurai Hanzo, und zwar mit Hilfe seiner Shamisen (ein japanisches dreisaitiges Lauteninstrument), durch deren Töne er aus Origami-Blättern Figuren erschaffen kann, die seine Geschichte äußerst lebendig darstellen. Allerdings: Er erzählt die Geschichte nie zu Ende…

Seine Mutter, die nur stundenweise klar bei Sinnen ist, schärft ihm ein, dass er immer vor Sonnenuntergang zu Hause sein muss, sonst würde ihn der Mond-König (Moon King, Kubos Großvater) oder seine Tanten (the Sisters) finden. Natürlich hält Kubo das eines Abends nicht ein… Ich will nicht zu viel verraten, deswegen sei an dieser Stelle nur noch so viel gesagt: Kubo muss ohne seine Mutter fliehen – seine einzige Rettung ist es, die Rüstung, den Helm und das Schwert seines Vaters zu finden. Und so begibt er sich auf die Suche danach, mit der Hilfe von Monkey und Beetle. Es geht hier nicht darum, wie in ein paar Kritiken gelesen, dass Kubo den Tod seines Vaters rächen soll; die Rüstung ist die einzige Möglichkeit, wie er sich gegen den Moon King und die Sisters wehren kann. Die magischen Kräfte, die Kubo innewohnen, nämlich die Fähigkeit, aus Blättern (nicht nur aus Papier) Dinge zu erschaffen, helfen dabei, diese Reise zu bestehen. Doch muss Kubo auch schwere Verluste erleiden… Ach, es ist schade, dass ich noch nicht vom Ende erzählen darf/will. Der Film läuft ja erst Ende Oktober bei uns an – da möchte ich wirklich nicht zu viel preisgeben.

Kubo and the Two Strings ist irgendwie melancholisch, aber auch hoffnungsvoll. Es geht um die Liebe zwischen Eltern und Kind, um Verlust, um Erinnerung, um das Erzählen von Geschichten. Und Travis Knight (übrigens Präsident und CEO von Laika) schafft es, diese Geschichte so mit Witz und Herz und wunderschönen Bildern zu füllen, dass sein Film für mich jetzt schon der beste Animationsfilm des Jahres und einer der besten Filme des Jahres überhaupt ist. Laut IMDb hat der Film noch nicht sein Budget von ca. 60 Mio Dollar eingespielt, ich hoffe, das wird sich noch ändern! Ich werde ihn mir auf jeden Fall ein weiteres Mal – und dann in 3D, das ich bei Stop-Motion durchaus schätze – ansehen. Schaut ihn euch im Kino an (ab 27. Oktober) – und lasst euch von der Magie des Films verzaubern!

10 von 10 Punkten!❤

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Anomalisa (Charlie Kaufman & Duke Johnson, USA 2015)

Quelle: filmstarts.de

Quelle: filmstarts.de

Ich habe ein Herz für Stop-Motion-Filme, angefacht vor Jahren von Wallace and Gromit. Mein Herz schlägt außerdem auch für Filme von Charlie Kaufman: Seine brillanten, originellen Drehbücher zu Being John Malkovich, Adaptation und Eternal Sunshine of the Spotless Mind sprechen da für sich (Synecdoche, New York liegt leider noch originalverpackt hier, shame on me!). Und so hatte ich den Film Anomalisa schon irgendwie auf dem Schirm, aber leider trotzdem im Kino verpasst. Schön, dass Amazon Prime ihn derzeit im Programm hat, und so konnte ich ihn endlich nachholen.

Mich haben insbesondere zwei Aspekte des Films besonders fasziniert (SPOILER sind enthalten, sofern man wirklich, so wie ich es tat, vorher so gut wie NICHTS über den Film weiß – ich habe sie diesmal nicht gekennzeichnet, weil sonst der Text komplett zerrissen wird.):

1. Die Stop-Motion-Technik lässt die Figuren unglaublich real wirken! Am stärksten kommt dies bei der Sexszene heraus: Wie hier (u.a.) die Klamotten ausgezogen werden, scheint näher an der Realität als viele, VIELE Sexszenen, die man in Filmen mit Schauspielern zu sehen bekommt. Wie oft habe ich mir schon gedacht: So reibungslos und sexy läuft das doch im realen Leben nie ab… Da wirkten die Puppen tatsächlich irgendwie menschlicher als jede Hochglanz-Sexszene, in der alles perfekt durchchoreografiert aussieht. Dieses Gefühl beim Zuschauer zu erzeugen, und zwar mit Puppen, denen man (gewollt) ansieht, dass sie Puppen sind, das ist schon hohe Kunst. Toll!

2. Wieder einmal hat Charlie Kaufman eine wahrhaft originelle Idee: Alle Menschen, die der Kundenservice-Guru Michael Stone (David Thewlis) trifft, klingen für ihn gleich. Seine Frau, sein Sohn, der Mann am Empfang im Hotel, seine Ex-Freundin… (alle werden von Tom Noonan gesprochen) Da ich mal wieder vorher so gut wie nichts über den Film gelesen hatte, hat mich das extrem irritiert, als Michael zu Hause anruft und eine Männerstimme sagt, dass sie „pre-menstrual‟ ist. Und dann spricht Michael sie auch noch als Donna an – hä? Mit der Zeit habe ich dann schon gecheckt, was da vor sich geht, aber das ist auf jeden Fall ein WTF?-Moment gewesen – und ich liebe es, wenn mich ein Film noch überraschen kann. Michael ist gelangweilt, gleichgültig, der Small-Talk mit dem Taxifahrer und den Hotelangestellten ist reine Pflichterfüllung. Und dann plötzlich hört Michael aus dem ganzen Einheitsbrei eine weibliche Stimme (Jennifer Jason Leigh) – und er MUSS diese aufspüren! Endlich tut sich etwas Aufregendes, etwas Anderes in seinem Leben! Lisa ist keine Schönheit, aber ihre Stimme macht sie für Michael zu etwas Einzigartigem, zu einer Anomalie, für die er seine Frau und Familie verlassen will. Doch wie lange hält der Zauber?

In diesem Film steckt so vieles an Wahrheit über unser Leben, obwohl die Idee, dass alle Menschen gleich klingen, auf den ersten Blick so abgefahren scheint. Aber ist es nicht so, dass das Alltägliche oft gleichförmig wirkt, und wir aufatmen, wenn ein frischer Wind das alles etwas durcheinander wirbelt? Doch der Film hört an dieser Stelle nicht auf. Der frische Wind bleibt ja nicht ewig frisch…

Mich bestärkt der Film im Grunde genommen darin, das Außergewöhnliche auch im Alltäglichen zu entdecken. Seitdem ich wieder mehr fotografiere, bemerke ich ja viel mehr „Schönheit am Wegesrand‟, die vielleicht der flüchtige Betrachter nicht als schön, sondern allenfalls als unbedeutend oder gar hässlich empfindet. Und irgendwie gilt das auch für Menschen. Vertraute Menschen vielleicht auch mal wieder neu entdecken, oder zumindest sich darin erinnern, was an ihnen so besonders ist, dass sie Vertraute geworden sind. Das nehme ich aus diesem Film mit, der aber sicher auch Raum für andere Interpretationen lässt.

Ein Film, der zum Nachdenken anregt, und das auf unterhaltsame Weise, denn Kaufman hat sich auch wieder ein paar nette, kleine Details einfallen lassen. Nach einer Nacht Drüberschlafen komme ich zu 8 von 10 Punkten.

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USA 2016: Seattle #3 (Architektur)

Irgendwie übten heuer die Wolkenkratzer und die Skyline von Seattle insgesamt nicht so eine hohe Faszination auf mich aus. Vielleicht verblasst auch alles etwas mit dem, was ich letztes Jahr in San Francisco und 2011 in Vancouver, B.C. gesehen habe… Außerdem – ich berichtete – war ich einfach schlecht drauf an meinem Tag in Seattle.

Trotzdem habe ich dann doch ein paar Gebäude fotografiert – seht hier die Ergebnisse!

Von weitem:

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Etwas näher:

Ganz nah:

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The Path (Season 1): Kurzkritik

Quelle: hulu.com

Quelle: hulu.com

Wow, hat mich diese Hulu-Serie (z. Zt. exklusiv bei Amazon Prime) in ihren Bann gezogen – (fast) so sehr, wie Cal (Hugh Dancy) es mit seinem Charisma immer wieder schafft, Leute vom Meyerismus zu überzeugen.

Eine Serie über eine Sekte könnte vor Klischees nur so strotzen: Vom Geld-aus-der-Tasche-Ziehen über erzwungenen Sex bis hin zu Waffenvernarrtheit, um nur ein paar zu nennen. Ja, „normale‟Anwärter auf eine Stufe auf der Leiter zum Licht sollten auch etwas spenden, aber tatsächlich geht es den Meyeristen – so sieht es zumindest nach der 1. Staffel aus – nicht um das Anhäufen von Geld. Oder doch? Ja, es gibt Sex, aber im gegenseitigen Einvernehmen, wie in der „normalen‟ Gesellschaft (von ihnen I.S. genannt: ignorant systemites). Gewalt lehnen sie ab.

Eins aber hat diese (fiktive!) Bewegung (u. a., es gibt schon noch mehr Parallelen, aber ich will auch nicht zu viel verraten) mit vielen Sekten gemein: Zweifel ist unerwünscht – und so weiß Eddie (Aaron Paul) nicht recht, was er tun soll, als er nach seinem Aufenthalt in Peru, der spirituellen „Quelle‟ der Meyeristen, mit Zweifeln an seinem Glauben an das Licht und die Leiter zurückkehrt. Er liebt seine Frau Sarah (Michelle Monaghan), die ihn als jungen, verzweifelten und wütenden Mann zum Meyerismus gebracht hatte, und seine Kinder, will diese also nicht verlieren…

Cal ist der Anführer der meyeristischen Siedlung, in der die Serie spielt. Er ist eine äußerst komplexe Figur – charismatisch und mit prinzipiell good intentions, aber mit einer dunklen Seite, die er trotz der „Nähe zum Licht‟ nicht immer unterdrücken kann. Hugh Dancy ist unfassbar gut in dieser Rolle – egal, ob er gerade eine inspirierende Rede hält, sein sexuelles Begehren kaum im Zaum halten kann, oder seine dunkle Seite ans Licht tritt (pun intended), was ihn wiederum in tiefste Verzweiflung stürzt, ich konnte mich nicht satt sehen an ihm. UNBELIEVABLE!!! Ich hätte es kaum für möglich gehalten, dass Dancy seine Leistung in Hannibal noch übertrifft – aber ich finde, er tut es hier. I’m completely and utterly in his thrall!

Was das „Fiese‟ an dieser Serie ist: Sie macht es dir nicht leicht, dich eindeutig auf die Seite der Non-Believer zu schlagen. Hey, klar, wir sind aufgeklärt und gegen fundamentalistische Religion aller Arten, also natürlich ist das mit dem Licht alles Quatsch und die Leute sind da eigentlich in dieser Gemeinschaft letztlich Gefangene von zum Teil drogeninduzierten Illusionen und Visionen. Hm, aber dann passieren da so ein paar Dinge, die a) zeigen, dass hier wirklich Menschen geholfen wird, und b) leichte Zweifel auftreten lassen, ob da nicht irgendwie doch was dran ist an der Geschichte mit dem Licht… Ich finde das sehr geschickt von den Schreibern, denn so bleibt alles etwas ambivalent, man weiß nicht schon vorher, wie alles enden wird oder wer die Wahrheit für sich beanspruchen kann.

Auf mein bisher Geschriebenes zurückblickend, stelle ich fest, dass es bei dieser Serie also hauptsächlich das exzellente Drehbuch und die fantastische Besetzung sind, die den Reiz für mich ausmachen. Anders als etwa bei True Detective (Season 1) oder Peaky Blinders, hatte ich nicht so viele Momente, in denen ich voll Ehrfurcht das Zusammenspiel von Kamera und Musik bewundert habe. Das ist relativ unspektakulär bei dieser Serie (ist nicht als negative Kritik gemeint). Ich war vielmehr gebannt von den Beziehungen und Beziehungsproblemen, von der Vielschichtigkeit des Cal (und durchaus auch anderer Figuren), von der sexuellen Energie, die vielfach zu spüren war, von der insgesamt ambivalenten Annäherung an eine Sekte (We’re not a cult – we’re a movement!). Und wenn man sich am Ende der Staffel das obige Foto nochmal ansieht, bekommt es eine sehr interessante Bedeutung!

Ich vergebe ja selten Punkte für Serien(staffeln) – diese hier verdient aber locker 9 von 10 Punkten, schon allein, weil es mir ein dringendes Bedürfnis war, sofort nach Beendigung der letzten Folge meine Begeisterung mit euch zu teilen!🙂 Absolut sehenswert!!!

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USA 2016: Seattle #2 (Kunst + Krempel)

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„Kunst + Krempel“ – das steht für alles, das nichts mit Gebäuden oder der Skyline von Seattle zu tun hat. Da sind ein paar Fotos dabei, die mir richtig gut gefallen (z. B. das obige), und die mir dann im Nachhinein die Unzufriedenheit über den Verlauf des Tages wieder ein bisschen genommen haben – und mich mit Seattle wieder etwas versöhnt haben.

Zur Erklärung: Schon auf der Fahrt vom Flughafen SeaTac zu meinem Motel in Kirkland (nördlich von Seattle) zwei Tage zuvor, habe ich das Verkehrschaos auf den Freeways rund um Seattle erleben dürfen. Nachdem außerdem die Preise für die Parkplätze im Zentrum von Seattle ziemlich gesalzen sind, habe ich mich entschieden, mit dem Bus nach Seattle reinzufahren. Da der relativ lang unterwegs war, dachte ich, es sei vielleicht klug, erst ein Stück mit dem Auto zu fahren und dann erst bei einer Park&Ride-Station zuzusteigen. Am Abend davor sah ich mir noch auf Google Maps an, wie ich da fahren müsste. Da ich mir kein Roaming im Ausland leiste und ich auch sonst kein GPS-Gerät bei mir hatte, musste ich nach Erinnerung dann am nächsten Morgen losfahren.

Tja. Hätte ich mir doch WENIGSTENS nochmal vor der Abfahrt den Weg angeschaut! Stattdessen verpasste ich die richtige Ausfahrt und habe auf dem verstopften Freeway in einer halben Stunde etwa 2 Meilen „abgespult“. Als ich dann bei der nächstmöglichen Ausfahrt rausfuhr, sah ich meine Rettung: Dort befand sich tatsächlich eine Freeway Station für den Transit-Bus. Nur war das definitiv keine Park&Ride-Station – alle Parkplätze in der Nähe (Wohngegend) hatten eine Beschränkung auf drei Stunden. Allerdings stand dort kein einziges Auto, sodass ich mir dachte, wen kann das dann stören, wenn da EIN Auto länger als drei Stunden steht. Zur „Sicherheit“ legte ich noch einen Zettel ins Auto: „German tourist. Didn’t know where to park. Took the bus to Seattle, will be back by evening.“

Also endlich an der Bushaltestelle. In praller Sonne. Bei mindestens 27 Grad. Erster Bus: Voll. Prima. Zweiter Bus: Na toll, das ist der Express-Bus, der 30 Cent mehr kostet (und man kann im Bus nur passend zahlen), und ich hatte gerade so die 2,50$ abgezählt in der Hand. Der Busfahrer (selbst genervt wegen des Verkehrschaos) winkt ab: „Give me as much as you have!“ Puh, gut.

Über die Toll Bridge ging es dann nochmal im Schneckentempo, denn da waren die Fahrbahnen verengt und die Spur, die für Busse und Car Pools (mind. drei Personen im Auto) vorbehalten sind, war nun genauso verstopft wie alle anderen Spuren.

So kam ich dann nach einer gefühlten Ewigkeit (gegen 11:30 – also fast schon zur Mittagszeit!) endlich in Downtown Seattle an – toll, der Vormittag war so gut wie gelaufen. Also erstmal Richtung Meer/Hafen!

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Seit 2003, als ich das letzte Mal in Seattle war, hat der Hafen eine neue Attraktion gewonnen – vielleicht von London abgeschaut?

 

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Ich bin zwar nicht damit gefahren, aber fotogen ist Seattle Great Wheel schon!🙂

Dann ging es erstmal zum Pike Place Market, da ich aus nostalgischen Gründen unbedingt wieder den Golden Age Collectables Shop aufsuchen musste.

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Auf der Suche nach dem Laden fiel mir dieses doch etwas ungewöhnliche Hinweisschild auf😀 :

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Dann, endlich, wiesen diese „Pappkameraden“ auf den Eingang des Ladens:

Lange, lange habe ich in dem Geschäft gestöbert – und dann doch relativ wenig gekauft:

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Nach einem höchst leckeren Burger zum Mittagessen

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ging es weiter Richtung Olympic Sculpture Park. Auf dem Weg fand ich jedoch auch noch ein paar Motive.

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Auch wenn der Olympic Sculpture Park für mich an diesem Tag eher „underwhelming“ war, sind doch auch ein paar ganz nette Bilder entstanden (ich habe nicht alle Skulpturen gefunden, geschweige denn fotografiert). Wer findet das Selfie?😉

„Echo“ (Jaume Plensa)

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„Father and Son“ (Louise Bourgeois)

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„Eagle“ (Alexander Calder)

„Seattle Cloud Cover“ (Teresita Fernández)

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„Perre’s Ventaglio III“ (Beverly Pepper)

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„Wake“ (Richard Serra)

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„Split“ (Roxy Paine; Material: Edelstahl!)

Vom Sculpture Park aus bin ich dann zum Seattle Center gelaufen. Danach nahm ich die Monorail, um zurück nach Downtown zu kommen. Nun, so dachte ich, könnte ich noch „schnell“ zu einem Wolkenkratzer laufen, von dem aus man laut meiner Tourist City Map einen tollen Ausblick auf die Skyline von Seattle hat. Tja, mal wieder hatte ich mich im Vorfeld nicht gut genug informiert: Das Gebäude war nur bis 16:00 für Besucher geöffnet.:-/

Na gut, dachte ich, dann läufst du wenigstens noch zum Plymouth Pillars Park, der auch als Viewpoint angepriesen wurde. Also, das hier ist der Park:

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Gut, außerhalb des Bildausschnittes auf der linken Seite befanden sich noch zwei Tische mit ein paar angeketteten Stühlen… Wenigstens konnte ich kurz meine schon arg schmerzenden Fußsohlen etwas entlasten, während ich die „Aussicht“ genoss:

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Wow!:-/

Also lief ich – ziemlich erschöpft und genervt – zum Busbahnhof zurück, nur um bei der Heimfahrt festzustellen, dass es eine Bushaltestelle ganz in der Nähe des tollen Pillar Parks gegeben hätte. Wieder ein paar Kilometer umsonst gelaufen!

Immerhin habe ich auf der Busfahrt dann meinen Berg (Mount Rainier) das erste Mal von Seattle aus gesehen:

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Das war ein schönes Zuckerl am Ende eines Tages voller unnötiger Wege…

 

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Media Monday #273

Die erste Schulwoche endete mit einer äußerst erfreulichen Nachricht: Ich habe einen freien Tag – und zwar den Montag!🙂🙂🙂 Das entlastet das Wochenende – und sollte ich mal wieder übers Wochenende nach London fliegen (totaaaal unwahrscheinlich😉 ), muss ich nicht am teuren Sonntag zurückfliegen.😉 Außerdem kann ich natürlich noch viel entspannter an den Media Monday rangehen!🙂

Bitteschön:

1. Game of Thrones ist mir ja irgendwann zu brutal geworden, da ich mir die Grausamkeiten, die ich schon zuvor in den Büchern (1-4) „genossen‟ hatte, nun nicht noch ein zweites Mal optisch vorführen lassen wollte. Auslöser war die Folterszene mit den auf den Bauch gebundenen Ratten (Season 2), die dann begannen, sich in die Bauchdecke zu fressen. Ich weiß, ich weiß, die Serie geht über die Bücher hinaus und ist ganz, ganz toll, aber ich kann mich einfach nicht dazu überwinden, sie weiterzugucken. Dann lieber Zombies den Kopf zertrümmern!:mrgreen: (Ich weiß, das ist nicht rational zu erfassen, warum ich mir das andere gerne zu Gemüte führe und das andere nicht…😉 )

2. Zuletzt gekauft habe ich ein Ticket für das Encore-Screening von Richard III (mit Ralph Fiennes in der Titelrolle und Vanessa Redgrave als Queen Margaret, aus dem Almeida Theatre) im Cinema München am 26.9.: „This production contains haze, gun shots, executions and sexual violence.‟ (nicht ganz überraschend, wenn man das Stück schon kennt…) Mal sehen, wie sich Ralph Fiennes im Vergleich zu Martin Freeman (gesehen 2014) macht. Auf den ersten Blick ist Fiennes auf jeden Fall die offensichtlichere Besetzung. No offense, Martin!😉

3. Selbstfindungstrips oder spirituelle Sinnsuche sind OK, so lange sie nicht zu einer Sekte führen, die einem den Sinn aufoktroyieren, oder im religiösen Fanatismus enden. Allerdings finde ich Filme und Serien, die Sekten zum Thema haben, schon interessant, wie z. B. gerade The Path.

4. Alles über Mittelerde (von der gebundenen und illustrierten Komplettausgabe von The Lord of the Rings über die Special Extended Edition der filmischen LotR-Trilogie bis hin zu Sean Astins Buch There and Back Again, mit persönlicher Widmung natürlich😉 ) hat einen Ehrenplatz in meinem Regal (o.ä.), schließlich hat die Welt von Mittelerde einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.

5. Allein schon wegen Ben Foster musste ich in den USA die Gelegenheit beim Schopfe packen, und Hell or High Water vor dem Deutschland-Start im Kino ansehen. Und dann noch Jeff Bridges als Texas Ranger! Good stuff!

6. Dass das erste Wiesn-Wochenende komplett verregnet ist, lässt mich vollkommen kalt, schließlich zieht es mich als Abstinenzlerin eh nicht dahin.

7. Zuletzt habe ich in der Sneak Preview am Freitag Snowden gesehen und das war sehr interessant, weil ich bisher nicht so detailliert gewusst hatte, wie Edward Snowden zum Whistleblower geworden ist. Ja, ich weiß, die Doku Citizenfour hätte das sicher auch bewerkstelligt, das nachzuvollziehen, aber die habe ich schändlicherweise (noch!) nicht gesehen.😳 Zudem ist der Film natürlich eine „dramatisierte‟ Version der tatsächlichen Geschehnisse – trotzdem erreicht er sein Ziel, noch einmal Ed Snowdens Beweggründe für sein Handeln der Öffentlichkeit klarzumachen. Joseph Gordon-Levitt beweist erneut, wie komplett er sich in die Figuren, die er darstellt, verwandelt! Obwohl er aus meiner Sicht eigentlich völlig anders aussieht (hat nicht so ein schmales Gesicht wie Snowden), kommt er ihm aber doch so nahe, dass der Übergang zum echten Snowden am Ende des Filmes fast unmerklich vonstatten geht. Manko für mich ist die Besetzung von Zachary Quinto als Glenn Greenwald, weil sein markantes Gesicht für mich inzwischen einfach für Spock steht. Als ich damals vor dem Star Trek-Reboot gehört hatte, dass er Spock spielen sollte, habe ich mich gefragt, wie ich seinen Sylar (aus Heroes) aus dem Kopf kriegen sollte, und nun geht es mir mit seinem Spock eben so. Ist aber sicher nicht sein Fehler. Er hat irgendwie kein „blank canvas‟-Gesicht, das in jeder neuen Rolle komplett neu „bepinselt‟ wird. Der Film von Oliver Stone hat mir dennoch insgesamt gut gefallen (7,5 von 10). Schade übrigens, dass mir Gordon-Levitt während der Dreharbeiten in den Bavaria Studios nicht irgendwo in München über den Weg gelaufen ist.😉 Warum nur kriege ich sowas immer erst hinterher mit?:-/

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